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Kommen Rossmann und Rewe nach Waging?

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Die Anzeichen verdichten sich, dass sich in Waging möglicherweise ein Rossmann- und ein Rewe-Markt ansiedeln könnten – dem Vernehmen nach hier am Ortsende in Richtung Otting, im Anschluss an die Baufirma Lamminger. Foto: H. Eder

Waging am See – Die Anzeichen verdichten sich, dass Waging zumindest mittelfristig zusätzliche Einkaufsmärkte bekommen wird. Schon seit Monaten ist davon die Rede, dass die Drogeriekette Rossmann und auch der Handelskonzern Rewe nicht abgeneigt wären, sich in Waging anzusiedeln. Als Standort käme dafür wohl nur die Ottinger Straße infrage, am Ortseingang von Otting her, im Anschluss an die Baufirma Lamminger. In der jüngsten Gemeinderatssitzung haben zwei Vertreter der Beratungsfirma Cima einen Konzept-Entwurf vorgelegt; dessen Quintessenz: Man wolle zwar noch weitere Standorte genauer abprüfen, aber es sei wohl eher nicht damit zu rechnen, dass weiter in der Ortsmitte Grundstücke zur Verfügung stehen, die den beiden Handelskonzernen groß genug beziehungsweise günstig genug gelegen sind.


Fläche ist bereits notariell gesichert

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So sieht es auch Heinz Rosenberger von der Firma CEC Consult aus Neuburg am Inn, der eigenen Aussagen zufolge mit der Grundstücksentwicklung an der Ottinger Straße schon weit vorangekommen ist. In einem Gespräch mit unserer Zeitung verweist er darauf, dass die infrage kommenden Flächen bereits notariell gesichert seien. Auch mit den Firmen Rossmann und Rewe habe er die notwendigen Vereinbarungen bereits getroffen. So geht er davon aus, dass nach der nächsten Gemeinderatssitzung am 28. Juli auch die Gemeinde grünes Licht dafür gibt. Der entsprechende Antrag könnte dann seiner Überzeugung zufolge bereits am 3. August in der Bauausschusssitzung behandelt werden.

Die Mitarbeiter der Cima hatten nach einigen Monaten Recherche in ihrem Vorab-Gutachten im Grunde auch den »roten Teppich« für diese Handelsansiedlung ausgelegt. Nicht nur hatten sie bisher keinen Alternativ-Standort ausfindig machen können, der mehr in der Ortsmitte gelegen wäre, sie hatten auch festgestellt, das der notwendige Bedarf da ist. Bei einer Umfrage – bei rund 100 Befragten zwar nicht repräsentativ, wie betont wurde, aber immerhin eine Tendenz – hätten sich rund 50 Prozent der Menschen dahingehend geäußert, dass vor allem ein Drogeriemarkt dringend gebraucht würde. Einen solchen gibt es ja in Waging seit Jahren nicht mehr, nachdem die beiden Schlecker-Läden geschlossen worden waren. Und dann wurde auch deutlich gesagt, dass der Edeka-Markt Böhr, der ja schon seit einiger Zeit im Besitz der Firma Bergader ist, wohl über das Jahr 2018 hinaus nicht mehr weitergeführt werde. Die dadurch entstehende Lücke im Lebensmittel-Spektrum könnte ein Rewe-Markt mehr als reichlich schließen.

Baderhuber: »Vielleicht nicht der allergünstigste Standort«

Zweiter Bürgermeister Matthias Baderhuber fasste die umfangreichen, mit vielen Zahlen gespickten Informationen der Cima-Mitarbeiter Achim Gebhardt und Christoph Rohrmeier kurz und knapp zusammen: Offenbar fehle ein Drogeriemarkt, und wenn dafür kein anderer Standort machbar sei, werde es wohl auf die Ottinger Straße hinauslaufen. Damit könne man leben, meinte er, auch wenn es vielleicht nicht der allergünstigste Standort sei. Gebhardt wollte dies nicht ganz so stehen lassen: An der Ottinger Straße müsse man behutsam vorgehen, und man müsse sich noch ein paar Punkte vorher anschauen und die Verträglichkeit in Bezug auf die anderen Waginger Geschäfte prüfen; noch sei man von Cima-Seite aus nicht 100-prozentig davon überzeugt. Für die Sitzung am 28. Juli versprach er ein endgültiges Statement.

Im Marktgemeinderat jedoch scheint die Entscheidung schon mehr oder weniger gefallen zu sein. Um »die Grundversorgung der Bevölkerung sicher zu stellen«, sieht Bürgermeister Herbert Häusl keine andere Möglichkeit. Und auch Lydia Wembacher, die Vorsitzende von »Waging bewegt«, hält den Standort Ottinger Straße für die einzige Möglichkeit, einen Drogeriemarkt anzusiedeln, vor allem auch was die notwendige Größe anbetrifft. Die Rede war von einer Fläche von etwa einem Hektar. Und klar sei auch, wie betont wurde, dass sich Rossmann hier nur dann niederlassen würde, wenn nebenan ein weiterer Markt als Umsatzbringer zur Verfügung stehe.

Die endgültige Entscheidung soll nun in der Gemeinderatssitzung am 28. Juli fallen. Bis dahin wollen die Cima-Vertreter weitere Standorte noch genauer abklären. Die Surberger Firma Chiemgau Immo Invest, die im vergangenen Herbst beantragt hatte, neben der neuen Turnhalle einen Edeka-Markt zu bauen, den Antrag dann aber nach Vorbehalten im Gemeinderat zurückgezogen hatte, wollte sich zu der aktuellen Situation nicht äußern; dies ließ Geschäftsführer Martin Straßer ausrichten. he