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Kommen die alten Autokennzeichen bald wieder?

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Noch immer gibt es zahlreiche Fahrzeuge, die mit den alten BGD-, Rei- oder LF-Kennzeichen unterwegs sind, weil sie vor der Gebietsreform zugelassen worden sind. Vor allem, wenn die Besitzer von alten landwirtschaftlichen Zugmaschinen zu ihren Treffen zusammenkommen, sieht man immer wieder Oldtimer mit den alten Kennzeichen, wie zum Beispiel dieses Fendt-Dieselross aus dem Jahr 1951.
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Zu schade, um sie wegzuwerfen: Viele Menschen im ehemaligen Landkreis Laufen haben sich ihre alten LF-Kennzeichen aufgehoben. Hier präsentiert Christian Zillner aus Wiesmühl bei Tittmoning die alten Schätze, die über Jahrzehnte die Aufräumaktionen in Vaters Werkstatt »überlebt« haben.

Traunstein. Bekommen Autobesitzer aus dem ehemaligen Landkreis Laufen wieder die Möglichkeit, bei der Zulassung ihrer Autokennzeichen die alte Buchstabenkombination LF zu wählen? Über diese Frage wird der Kreisausschuss des Traunsteiner Kreistages in seiner Sitzung am morgigen Dienstag um 9 Uhr im Landratsamt diskutieren. Analog dazu könnten die Reichenhaller wieder ihre REI-Kennzeichen und die Berchtesgadener ihre BGD-Nummernschilder bekommen, wenn sich der Kreistag im Landkreis Berchtesgadener Land in seiner Sitzung am 11. März dafür entscheiden würde. Im Landkreis Rosenheim, das steht bereits fest, werden die AIB- und WS-Kennzeichen eingeführt, die seit der Auflösung der Landkreise Bad Aibling und Wasserburg nicht mehr ausgegeben worden sind.


Sollte der Traunsteiner Kreisausschuss grünes Licht geben, müsste er über die Regierung von Oberbayern dem Bayerischen Wirtschaftsministerium melden, dass man wieder LF-Nummernschilder vergeben will. Das teilte die Leiterin der Traunsteiner Zulassungsstelle, Desirée Bammesberger, dieser Tage in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt mit. Sie betonte aber auch, dass es noch keine Durchführungsbestimmungen für die Neuregelung gibt. Ab 10. Juli, so ist vorgesehen, können Kennzeichen mit den Buchstabenkombinationen der alten ausgelösten Landkreise ausgegeben werden.

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Alte Nummernschilder sind noch im Umlauf

Landrat Hermann Steinmaßl scheint nicht besonders begeistert von der Wiedereinführung der alten Kennzeichen zu sein. In der letzten Kreistagssitzung hatte Dirk Reichenau eine diesbezügliche Anfrage gestellt. Der Landrat hatte darauf hingewiesen, dass die Gebietsreform und damit die Abschaffung der alten Kennzeichen 40 Jahre zurückliege und sich auch die Bürger aus den Gemeinden, die von Laufen zum Landkreis Traunstein kamen, hier wohlfühlen.

Es gibt aber noch immer eine stattliche Zahl von Kraftfahrzeugbesitzern, die ihre alten Nummernschilder wie einen Schatz hegen. Registriert sind die Altkennzeichen LF und BGD in der Kfz-Zulassungsstelle des Landkreises Berchtesgadener Land in Bad Reichenhall. Auch dort wartet die Zulassungsstelle auf eine politische Entscheidung in der Frage der Wiedereinführung alter Kennzeichen.

Anders dagegen im Landkreis Rosenheim: Bad Aibling und Wasserburg sind ehemalige Kreisstädte, die jetzt zum Landkreis Rosenheim gehören. Landrat Josef Neiderhell hat entschieden, dass die alten AIB- und WS-Kennzeichen zugelassen werden. Derzeit, so berichtete der Pressesprecher des Landratsamtes, Michael Fischer auf Anfrage unserer Zeitung, seien noch mehr als 800 Fahrzeuge mit WS-Kennzeichen zugelassen und 658 mit dem Kürzel AIB. Dem stehen rund 210 000 Fahrzeuge mit RO-Nummernschildern gegenüber.

Nach Auskunft der Zulassungsstelle in Bad Reichenhall sind im Landkreis Berchtesgadener Land noch 862 Fahrzeuge mit LF-Kennzeichen zugelassen und mit dem alten BGD-Nummernschild dürfen noch 433 Fahrzeuge unterwegs sein. Ausgesprochen rar sind inzwischen die REI-Taferl. Nur noch 57 Fahrzeuge sind registriert, die eine Zulassung mit dieser Buchstabenkombination haben.

Erlaubt es ein Landkreis, dass Kennzeichen mit Kürzeln ausgegeben werden, die im Zuge der Gebietsreform nicht mehr zugelassen waren, dann haben alle Fahrzeugbesitzer im betreffenden Landkreis das Recht, das alte Schild zu wählen. Bürger in Grassau oder Reit im Winkl zum Beispiel könnten ihre Fahrzeuge mit einer LF-Nummer anmelden, wenn der Landkreis die Neuregelung einführen sollte.

Die Verkehrsminister der Länder hatten den Bund aufgefordert, sie bei der Wiedereinführung von Altkennzeichen durch Rechtsänderung zu unterstützen. Es sollte zudem ermöglicht werden, dass von einer Zulassungsbehörde mehrere Unterscheidungszeichen zugeteilt werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer hat dem Bundesrat hierzu eine Änderung der Fahrzeug-Zulassungsverordnung vorgelegt, welcher dieser zugestimmt hat. Der Bundesrat hat entschieden, dass Länder, die das wünschen, die Wiederausgabe der Altkennzeichen beim Bundesverkehrsministerium beantragen können. Allein die Länder entscheiden, ob sie von der neuen Möglichkeit Gebrauch machen.

Antragsberechtigt sind nur die Länder selbst, nicht die Zulassungsbehörden. Die Länder entscheiden dabei, ob sie die bisher als auslaufend eingestuften Unterscheidungszeichen wieder einführen wollen. Das Bundesverkehrsministerium erteilt eine Genehmigung, solange die Buchstabenkombination des Unterscheidungszeichens nicht bereits vergeben ist. -K.O.-