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Kokain für 50 000 Euro in Geheimfächern

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Traunstein – Gegen einen 35 Jahre alten, italienischen Drogenkurier verhängte die Zweite Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzendem Richter Erich Fuchs gestern eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten wegen illegaler Einfuhr und Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge.


Rosenheimer Schleierfahnder hatten den Angeklagten am 6. Juni 2014 bei einer verdachtsunabhängigen Kontrolle auf der Autobahn 8 unterhalb des Irschenbergs aus dem fließenden Verkehr geholt. Der Fahrer eines Audi mit italienischem Kennzeichen gab an, er habe eine Woche in Deutschland gearbeitet und sei auf der Rückreise nach Italien. Eine österreichische Vignette, eine Woche alt, bestätigte die Angaben.

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Allerdings schien den Fahndern die vorhandene Menge an Bekleidung für eine ganze Woche etwas wenig. Als unter einem Teppich unter dem Fahrersitz ein weiterer herausspitzte, nahmen die Beamten der Polizeiinspektion Fahndung das Fahrzeug genauer unter die Lupe. Unter dem zweiten Teppich stießen sie auf zwei Verstecke, in denen Tüten mit weißem Pulver waren.

Tests zeigten, dass es sich um ein Kokaingemisch mit einem Straßenverkaufswert von mindestens 50 000 Euro handelte. Die Handschellen klickten umgehend. Seither saß der 35-Jährige in Untersuchungshaft. Der psychiatrische Sachverständige, Dr. Stefan Gerl vom Bezirksklinikum in Gabersee, stufte den nicht vorbestraften 35-Jährigen als voll schuldfähig ein. Drogenprobleme habe der Angeklagte selbst keine.

Staatsanwältin Katharina Aichhammer plädierte gestern im Sinne der Anklage auf eine fünfjährige Freiheitsstrafe. Der Verteidiger, Dr. Kai Wagler aus München, betonte, die Version seines Mandanten könne nicht widerlegt werden – wonach der von Schulden geplagte 35-Jährige das Kokain erstmalig und nur im Auftrag seines Schwagers in den Niederlanden kaufte und nach Rom bringen sollte. Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten sei ausreichend.

Im  Urteil  folgte Vorsitzender Richter Erich Fuchs  weitgehend den Angaben des Angeklagten – auch, wenn das sichtlich länger existierende Schmuggelversteck zum Beispiel   dagegen   spreche. Positiv gewertet    habe   das Gericht vor allem  das  Geständnis, sein vorstrafenfreies  Leben  und das sichergestellte Kokain, das nicht auf den Markt gelangte. kd