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Kösterke kandidiert wieder für das Oberbürgermeisteramt

Oberbürgermeister Manfred Kösterke wird bei den Kommunalwahlen im März kommenden Jahres für eine zweite Amtszeit kandidieren. Der Ortsverband Traunstein der Unabhängigen Wähler nominierte ihn am Dienstagabend einstimmig erneut zum Kandidaten für das höchste Amt im Rathaus.

Über die Geschlossenheit der Unabhängigen Wähler in Traunstein freuen sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke und UW-Vorsitzender Ernst Haider: Einstimmig und ohne Diskussion hatten die UW-ler Kösterke erneut zu ihrem Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters nominiert.

Außerdem wählte die UW ihre Vorstandschaft – ebenfalls einstimmig und ohne dass es Veränderungen gegeben hätte: Ortsvorsitzender bleibt Ernst Haider, Stellvertreter sind Nikolaus Binder und Josef Dammer, Kassierin Eva Fimberger, Schriftführerin Christa Siglreitmaier und Pressebeauftragter Herbert Ertl. Bestätigt wurden auch die vier Beisitzer Franz Eichstädter, Charlotte Rappel, Wolfgang Lenz und Hermann Steinberger.

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Nominierung ohne vorherige Diskussion

Nach seiner Nominierung, die ohne vorherige Diskussion der knapp drei Dutzend Versammlungsteilnehmer erfolgte, zog Kösterke eine Bilanz seiner Arbeit, seit er 2008 zum Oberbürgermeister gewählt wurde. Er stellte dabei jeweils die im damaligen Wahlkampf getroffenen Aussagen mit dem gegenüber, was seither geschehen ist.

»Andere reden davon, Traunstein erneuern zu wollen. Wir haben es in den letzten fünf Jahren praktiziert und nicht nur darüber geredet« – mit diesem Seitenhieb auf die CSU begann er seine Gegenüberstellung. Man habe damals die Konsolidierung des städtischen Haushaltes versprochen. Tatsächlich habe man die Schulden von 24,5 Millionen auf rund 16 Millionen Euro abgebaut – und das trotz der Wirtschaftskrise.

Investitionen mit Augenmaß verwirklicht

Die versprochenen Investitionen mit Augenmaß habe man in der Stadt verwirklicht. Er nannte Vorhaben, die zwar bei seiner Amtsübernahme zum Teil schon geplant oder in Arbeit waren, die jedoch zielstrebig zu Ende bzw. vorangebracht wurden: die Verlängerung der Südspange, die Sanierung des Schulkomplexes an der Rosenheimer Straße samt Turnhalle, den Busbahnhof, die Fertigstellung des Hochwasserschutzes und den Neubau der Sportanlage in Empfing.

Auch die Vorgabe, gute Rahmenbedingungen für heimische Betriebe zu schaffen, sei in den letzten Jahren mit Leben erfüllt worden. »Trotz der Krise haben wir die Steuerhebesätze stabil gehalten.« Man habe die Gewerbegebiete Kaserne, Industriestraße und Sonntagshornstraße ausgebaut und durch Wohnbauvorhaben das Zentrum gestärkt. Kösterke nannte die Bauvorhaben an der Pensionatstraße, im alten Kurhaus, im Bereich des Triftstadions und an der Bachmayerstraße als Beispiele.

Gleichzeitig habe man das Einheimischenmodell modifiziert hin zu einem Modell, das insbesondere die Ansiedlung junger Familien erleichtern soll. Dass Traunstein das unbestrittene Einkaufszentrum im Chiemgau ist, sei durch Umsatzzahlen hinlänglich belegt.

Der Oberbürgermeister ging ausführlich auf die Herausforderungen ein, welche die Stadt im Zusammenhang mit Bildung und Ausbildung bewältigt habe. Traunstein als Schulstadt sei ausgebaut worden. Die Zahl der in den 29 Schulen im Stadtbereich unterrichteten Schüler liege derzeit bei etwa 11 500. Dazugekommen seien in den letzten Jahren nicht nur die Fachakademie für Sozialpädagogik, sondern auch das Bildungszentrum für Gesundheit und Sozialberufe. Im September werde die Hochschule der Bayerischen Wirtschaft mit drei Studiengängen für technische Berufe im Gewerbepark Kaserne eröffnet.

Energieversorgung und Einrichtungen für Kultur

Weitere Themen seines Bilanzberichtes betrafen Energieversorgung und Kultur. Man habe, wie versprochen, die Stadtwerke gestärkt und das Ziel, einen ökologischen Energiemix voranzutreiben, weitgehend erreicht. Das kulturelle Zentrum Rokokosaal, das man im Wahlkampf propagiert habe, sei allerdings nicht verwirklich worden. »Der Saal war mit der ursprünglichen Planung nicht finanzierbar«, räumte Kösterke ein.

Dafür habe die Stadt das Konzept Kunst- und Kulturzentrum Klosterkirche entwickelt. Auch wenn es nun ohne den Kleinkunstbereich verwirklicht wird, sei es für das Kulturleben in der Stadt und für die städtebauliche Entwicklung von großer Bedeutung.

Manfred Kösterke sprach noch einige weitere Aussagen aus dem Wahlkampf vor fünf Jahren an und stellte diesen Aussagen gegenüber, was seither geschehen ist. In den nächsten Kommunalwahlkampf wolle man wieder mit dem Slogan gehen: »UW – das Beste für Traunstein mit Herz und Verstand«. Nach dieser Amtszeit könne er diese Aussage ergänzen mit dem Zusatz: »und Erfahrung«.

Credo der völligen Meinungsäußerung

Vor dem Bericht des Oberbürgermeisters hatten UW-Vorsitzender Ernst Haider und seine Vorstandskollegen kurz über die Arbeit der Gruppierung berichtet. Trotz manchmal unterschiedlicher Auffassungen sei die Zusammenarbeit immer gut, befruchtend und intensiv gewesen, betonte Haider. Die UW pflege das Credo der völlig freien Meinungsäußerung; unabhängig von Parteivorgaben und Fraktionszwang. Für die Kommunalwahl im März sieht er die UW gut gerüstet.

In einem kurzen Jahresbericht informierte Schriftführerin Christa Siglreitmaier über die Veranstaltungen und Aktionen der UW: Besichtigungen, Bürgergespräche, Diskussionsrunden sowie das Sommerfest standen auf dem Programm. Christa Fimberger legte einen positiven Kassenbericht vor und äußerte mit Blick auf die Kommunalwahlen die Hoffnung auf Spenden aus den Reihen der Bürger.

Bei der Versammlung informierte der Vorsitzende der UW/FW-Kreistagsfraktion, Lothar Seissiger, über einige Themen der Landkreispolitik, wobei er sich vor allem der dramatischen Finanzsituation des Landkreises widmete. Unter Hermann Steinmaßl sei der Schuldenstand des Kreises um 40 Millionen auf 75 Millionen Euro gestiegen. »Wir schaffen es nicht, die Landkreisschulden in den Griff zu bekommen«, klagte er. -K.O.-