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Kösterke abgewählt: Christian Kegel wird neuer OB

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Oberbürgermeister Manfred Kösterke (links) gratuliert dem Wahlsieger Christian Kegel, der voraussichtlich am 15. Juli sein Amt als neuer Oberbürgermeister in der Großen Kreisstadt antreten wird.
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Fassungsloses Staunen herrschte im Foyer des Traunsteiner Rathauses, als die Ergebnisse der Stichwahl an den Bildschirmen aufleuchteten. Als am Ende der Herausforderer die Nase knapp vorne hatte, brandete tosender Applaus auf.

Traunstein. Christian Kegel wird neuer Oberbürgermeister in Traunstein. 3492 Bürger gaben ihm in der gestrigen Stichwahl ihre Stimme. Das sind 50,7 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen. Auf den amtierenden Oberbürgermeister Manfred Kösterke entfielen 3388 Stimmen, was einem Anteil von 49,24 Prozent entspricht. Am Ende gaben 104 Stimmen den Ausschlag für den SPD-Kandidaten. Die Wahlbeteiligung ließ mit knapp 45 Prozent zu wünschen übrig.


»Ich kann es nicht glauben: Das ist eine riesige Sensation«, sagte der freudestrahlende Wahlsieger, als auch der 35. und letzte Stimmbezirk ausgezählt war und im Foyer des Rathauses tosender Beifall aufbrandete. »Ich freue mich wahnsinnig auf das Amt und bin unglaublich überrascht«, fügte er an.

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Der unterlegene Manfred Kösterke räumte ein, dass seine Enttäuschung groß ist. »Eine Wahl hat man zu akzeptieren. Dass es am Ende nur Hundert Stimmen waren, zeigt, wie eng es war«, sagte Kösterke. Er wünsche der Stadt und seinem Nachfolger alles Gute.

Noch aber bleibt Manfred Kösterke im Amt. Die offizielle Amtsübergabe wird voraussichtlich erst am 15. Juli sein. Das liegt daran, dass nach dem Tod des damals gewählten Oberbürgermeisters Wilfried Arsan Neuwahlen nötig waren und Kösterke deshalb später ins Amt kam.

An die Wahlen vor sechs Jahren erinnerte auch Christian Kegel. Er sagte, er habe damals den Wahlkampf zwischen Arsan und Waltraud Wiesholler-Niederlöhner verfolgt und danach beschlossen, der SPD beizutreten. Er dankte ebenso wie sein Amtsvorgänger für den fairen Wahlkampf und die sechs Jahre, die er für Traunstein gearbeitet hat. Sein Dank galt auch allen Wählern und seiner Familie. Er sei froh, dass er nun drei Monate Zeit habe, sich auf seine neue Aufgabe vorzubereiten.

Was sich für ihn am meisten verändern werde, sagte er in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt: »Ich werde nicht mehr so viele Ferien haben wie bisher.«. Kegel ist von Beruf bekanntlich Lehrer.

Es war eine spannende gute halbe Stunde zwischen Schließung der Wahllokale und der Gewissheit, dass es im Traunsteiner Rathaus eine Wachablösung geben werde. Nachdem die ersten sechs Stimmbezirke ausgezählt waren, freute sich Kegel, bei 46 Prozent zu liegen. Zuvor hatte er nämlich in einem Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, »über 40 Prozent wären schön, über 45 ein Riesenerfolg.«

Feierlaune herrschte im Rathaus natürlich im SPD-Lager. Aus dem ungläubigen Stauen über die extrem knappen Zwischenergebnisse kannte der Jubel am Ende keine Grenzen. Einer der ersten, der dem neuen Rathauschef gratulierte, war Altoberbürgermeister Fritz Stahl. Auch er zeigte sich überrascht, dass die Traunsteiner Manfred Kösterke abgewählt haben. Auch im CSU-Lager war die Überraschung groß. »Das hätte ich nicht gedacht«, sagte auch der CSU-Kandidat Wolfgang Osenstätter, der bei seiner Gratulation dem neuen Stadtoberhaupt freimütig bekannte, dass lieber er hier stehen würde. Auch die Grünen-Kandidatin Burgi Mörtl-Körner, die auch im ersten Wahlgang ausgeschieden war, gratulierte dem Wahlsieger. -K.O.-