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»Können wir uns das leisten?«

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So könnte das neue, vierstöckige Gebäude in Haidforst aussehen. Die Wohnungen würden Balkone bekommen und auf dem Dach würde eine Photovoltaikanlage entstehen. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, die nächsten Planungsschritte zu veranlassen. (Foto: Planungsgruppe Strasser GmbH/Stadt Traunstein)

Traunstein – Lässt die Haushaltslage in Traunstein das geplante, kommunale Wohnungsbauprojekt in Haidforst und die Erweiterung der Stadtgärtnerei überhaupt zu? Mit dieser Frage befasste sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung.


Christian Hümmer (CSU) forderte die Rückstellung des Tagesordnungspunkts Wohnungsbauprojekt, bis der Haushalt endgültig feststeht. Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) machte schnell klar: »Das Projekt ist nicht verhandelbar für die SPD-Fraktion.« Nicht jeder könne oder wolle ein Haus bauen. Es gebe viele junge Familien, die nicht die finanziellen Möglichkeiten hätten, ein Eigenheim zu bauen. »Wir haben eine soziale Verantwortung.« Burgi Mörtl-Körner (Grüne) fügte hinzu: »Es ist an der Zeit, dass etwas passiert.«

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Wie Stadtkämmerer Reinhold Dendorfer auf Anfrage erklärte, würden die Kosten bei acht Euro pro Quadratmeter liegen. Nach etwa 25 bis 30 Jahren würde sich das Projekt rechnen, sagte er auf Anfrage von Dr. Thomas Graf (Traunsteiner Liste).

Kosten für Wohnprojekt Haidforst bei 3,65 Millionen

Die Stadt plant in Haidforst ein viergeschossiges Gebäude mit 16 Wohnungen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 3,65 Millionen Euro. Im November war man noch von Kosten von 3,53 Millionen Euro ausgegangen. Die Mehrkosten hängen davon ab, dass man ursprünglich von einem sogenannten Energiestandard »Effizienzhaus 55« ausgegangen war, sich nun aber für ein »Effizienzhaus 40 plus« entschieden habe. Die Stadt kann für das Projekt Förderungen von etwas über einer Million Euro bekommen. Der Stadtrat beschloss schließlich einstimmig, die weiteren Planungsschritte zu veranlassen.

Da man dem Arbeitsschutz gerecht werden muss, stehen auch Arbeiten in der Stadtgärtnerei an. Im Stadtrat wurde nun die Vorentwurfsplanung vorgestellt, zur Auswahl standen vier Varianten. In Vorgesprächen hatte man sich bereits für Variante 4 entschieden. In dieser ist ein zweistöckiges Gebäude anstelle des jetzigen Betriebsgebäudes vorgesehen.

Im Obergeschoß sollen die Arbeits- und Aufenthaltsräume unterkommen, im Untergeschoß befinden sich Sanitär- und Technikräume. Diese Variante wurde gewählt, da die Anordnung der Räume am besten zu den Arbeitsabläufen der Gärtnerei passt und die Verkehrswege platzsparend angeordnet sind. Die Kosten von rund 541 000 Euro sind in der Haushaltsplanung bis 2019 vorgesehen.

Dinge müssen neu priorisiert werden

Albert Rieder (UW) warf die Frage in den Raum: »Können wir uns das leisten?« Nach der Ablehnung des Haushalts sollte man die Sachen auf den Prüfstand stellen. Christian Hümmer (CSU) meinte: »Ist es richtig, so weiterzumachen, als ob nichts gewesen wäre?« Man müsse sich Zeit lassen und die Dinge neu priorisieren. »Wir werden irgendwo abspecken müssen.«

Wie schon beim Wohnungsbauprojekt forderte er nun auch, den Antrag erst einmal zurückzustellen. »Wenn wir noch Geld finden, kann man es machen.« Das Gremium schloss sich schließlich an und stellte den Antrag einstimmig zurück. jar