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Knappe Mehrheit für neues Verlagsgebäude

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Das neue Verlagsgebäude im Gewerbegebiet Nord soll schräg vor dem bereits fertiggestellten Gebäude der Firma Skywalk entstehen. (Foto: Giesen)

Marquartstein. Ende vergangenen Jahres hatte der Gemeinderat das geplante neue Verlagsgebäude im neuen Gewerbegebiet nach langer, kontroverser Diskussion abgesegnet. Den gewünschten Ausnahmen von den Festsetzungen des Bebauungsplans »eingeschränktes Gewerbegebiet Marquartstein Nord« wollte der Rat im Zuge der Befreiung von den Festsetzungen zustimmen. Das Landratsamt stellte jedoch fest, dass wegen gravierender Abweichungen eine Befreiung nicht genügt, sondern der Bebauungsplan in diesem Bereich geändert werden muss.


Die Abweichungen sehen unter anderem eine Verschiebung des rund 32 mal 30 Meter großen Gebäudes um fünf Meter nach Süden vor und eine Überschreitung der Wandhöhe auf 8,48 Meter im Gegensatz zu den vorgegebenen 7,10 Metern. Im Eingangsbereich ist ein Anbau mit Flachdach vorgesehen, der etwa ein Zehntel des Gebäudes ausmacht. Außerdem sind zwei Zufahrten geplant sowie zwei entgegengesetzte Pultdächer, obwohl im Gewerbegebiet nur Satteldächer vorgesehen waren. Zweiter Bürgermeister Günter Richter verwies darauf, dass sich durch die Änderungen des Bauplanes eine Erweiterung der Grünflächen um 100 Quadratmeter ergibt.

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Bauamtsleiter Eric Oberhorner sagte, es handle sich um eine reine »Verfahrenssache«, denn an dem bereits genehmigten Bauplan habe sich nichts geändert. Die Gemeinderäte der Überparteilichen Wähler (ÜW) sahen das anders. Claudia Kraus erinnerte, dass der Gemeinderat 2011 einen Bebauungsplan aufgestellt habe, um ein Gewerbegebiet zu schaffen, das sich von anderen »Nullachtfünfzehn-Gewerbegebieten« absetze. Bei dem »sensiblen Standort im Eingangsbereich von Marquartstein« könne nicht auf jeden Wunsch eines Bauwerbers eingegangen werden. Beide Seiten müssten sich bewegen. »Die Schmerzgrenze« sei hier erreicht.

Von einem »totalen Kuddelmuddel« sprach Hans-Peter Butz (ÜW). Wenn man jetzt den Bebauungsplan ändere, hätte man sich seine Aufstellung gleich sparen können. Diese Meinung vertraten auch Thomas Halder, Gabi Noichl (ÜW). Peter Lloyd (ÜW) erinnerte, dass die Satzung für das Gewerbegebiet Nord noch nicht endgültig beschlossen sei, sodass eine Änderung zum jetzigen Zeitpunkt gravierend sein könne. Lloyd fragte, ob es für den Gemeinderat »eigentlich noch irgendeine Handhabe« gibt, um etwas abzulehnen«. Eric Oberhorner räumte ein, dass bisher lediglich »formelle Planreife« für das Gewerbegebiet Nord bestehe. Wenn ein weiterer Bauwerber ein ähnliches Gebäude bauen wolle, müsse man eine Ablehnung begründen.

Auf der anderen Seite hielt Anke Entfellner-Häusler (CSU/Freie Wähler) es für überflüssig, die gleichen Dinge noch mal zu diskutieren, die bereits in der Diskussion um den Bauplan zur Sprache gekommen seien. Beim Bebauungsplan eines Gewerbegebietes sei es »etwas ganz Normales«, dass es größere Abweichungen gebe, weil man auf die Notwendigkeiten des Firmengebäudes eingehen müsse. Auch Norbert Memminger, Caroline Egger und Roland Polleichtner (alle CSU/Freie Wähler) sahen kein Problem darin, den Bebauungsplan für dieses Grundstück, wie gewünscht, zu ändern. Die Abstimmung fiel mit sieben zufünf Stimmen für die Bebauungsplanänderung aus. gi