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Knapp 145 000 Euro Mehrkosten genehmigt

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Seit Mittwoch ist die Bodenplatte der neuen Waginger Zweieinhalbfach-Turnhalle fertig betoniert. Die Bauarbeiten gehen gut voran; sie sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Mit einer Flucht nach vorne sind die Verantwortlichen für den Turnhallenbau in Waging Gerüchten um eine deutliche Verteuerung entgegen getreten. In einer Sondersitzung des Gemeinderats am Mittwochabend legten Zweiter Bürgermeister Christian Reiter und Vertreter von Planungsbüros dar, dass es zwar um knapp 145 000 Euro gehe, dass die Kostenüberschreitung bei genauer Betrachtung aber deutlich geringer sei.


Martin Eisenberger, Projektbetreuer für die Waginger Turnhalle bei der Planungsgruppe Straßer & Partner, nannte zunächst die Zahlen. Die Kostenberechnung lag letztes Jahr bei 4,025 Millionen Euro, das Ergebnis liegt nach den bisherigen Angeboten bei 4,168 Millionen Euro.

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Darin enthalten seien rund 60 000 Euro für Wartung, Regiestunden für Bedarfsarbeiten und Reserven, die man eigentlich in die Bausumme nicht mit einrechnen dürfe. Die 30 000 Euro Wartungskosten müssten aus Gewährleistungsgründen schon jetzt mit ausgeschrieben werden, seien aber erst in vier bis fünf Jahren zu zahlen. Tatsächliche Mehrkosten von 85 000 Euro seien einem unglücklichen Umstand geschuldet: Eine Baufirma hatte die Baumeisterarbeiten um 60 000 Euro günstiger angeboten als die Firma, die jetzt zum Zug komme, habe aber  wegen einer Formalität  nicht gewertet werden können.

Wie das möglich sei, wollte Matthias Baderhuber wissen. Die Firma habe aus Versehen einige Positionen im Angebot nicht ausgefüllt, erläuterte Eisenberger, somit sei dieses nicht vollständig gewesen und habe nach Vorgabe der VOB aus der Wertung genommen werden müssen. »Das hat uns 60 000 Euro gekostet«, meinte Reiter dazu. Die restlichen 25 000 Euro erklärten sich aus verschiedenen Posten, die teurer angeboten wurden, als zuvor angenommen.

Eisenberger betonte, das Honorar der Planer ergebe sich aus der ursprünglichen Kostenberechnung, nicht aus den gestiegenen Kosten. Am Ende gab es dazu kaum Wortmeldungen. Letztlich stimmte der Gemeinderat der Kostenmehrung einstimmig zu und gab dem Planungsbüro mit auf den Weg, dass die neu genehmigten Gesamtkosten doch auch eingehalten werden sollten.

Im Anschluss fand eine nichtöffentliche Sitzung zur Vergabe der anstehenden Gewerke statt. Bereits vergeben waren Baumeister-, Erd- und Gerüstarbeiten sowie der Aufzug. Aktuell standen an: Zimmerer, Spengler, Alu- und Kunststofffenster, Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro und Isolierung – das wären drei Viertel der Baukosten. Nach der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung fand noch eine Sitzung der Bauherrengemeinschaft statt, in der die Gewerke tatsächlich vergeben wurden.

Auch wenn es nicht so ganz einfach gewesen sei, habe er darauf bestanden, so Reiter, die Sitzung – mit Ausnahme der konkreten Vergaberunde – öffentlich abzuhalten. Denn auch die Bürger hätten einen Anspruch, aktuell informiert zu werden. Zumal es offenbar schon eine rege öffentliche Diskussion über Kostenmehrungen gegeben habe – mit Summen, die man so nicht bestätigen könne: »Es fehlt nicht so weit«, fasste Reiter zusammen.

Inzwischen ist die Bodenplatte fertig betoniert, und auch die Wände stehen teilweise schon. Man habe auch mit den Fundamentarbeiten für die Stützen begonnen, und die Hülsen für die Sportgeräte seien bereits in den Boden eingearbeitet. Die Arbeiten lägen genau im Zeitplan. Demnach sollen die Baumeisterarbeiten bis kurz vor Weihnachten beendet sein. Je nach Wetter könnte man schon im Januar mit dem Dachstuhl beginnen.

Die Grundsteinlegung wolle man so weit wie möglich hinausschieben, denn bei dieser Zeremonie sollte unbedingt Bürgermeister Herbert Häusl dabei sein, der ja seit Längerem im Krankenstand ist. Denn die Turnhalle sei sein Projekt. he