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Klosterkirche wird offenbar günstiger

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Offenbar um rund 370 000 Euro günstiger als vorausberechnet wird die Sanierung der Klosterkirche in Traunstein. Der Finanzausschuss machte den Weg frei für die Vergabe der ersten zwölf Gewerke. Heute entscheidet der Stadtrat, wie es weitergeht. (Foto: Reiter)

Traunstein – Zwei gute Nachrichten gibt es für die Befürworter des Kunst- und Kulturzentrums Klosterkirche: So ist das Projekt einen Schritt weiter, denn der Finanzausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung (wir berichteten) der Vergabe von etwa 43 Prozent der Bauleistungen zu. Dabei bleiben die Kosten rund 370 000 Euro unter dem Ansatz.


Zum anderen würdigte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) den Verein ARTS Kulturfördervereinigung, der eine Spendensammlung initiiert hat, um die 300 000 Euro Differenz zwischen den Kosten für eine reine Sanierung des Denkmals Klosterkirche und dem Ausbau zum Kunst- und Kulturzentrum so weit als möglich zu reduzieren (siehe Seite 6).

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Zwölf Gewerke für rund 3,020 Millionen Euro

Die Bauleistungen in 37 Gewerken werden in fünf Chargen ausgeschrieben. In der jetzigen, ersten Charge waren ursprünglich 15 Gewerke ausgeschrieben. Nach Sichtung der Angebote standen nun zwölf Gewerke, entsprechend 43 Prozent der Bauleistungen mit einer Summe von 3,020 Millionen Euro zur Entscheidung an.

Die Ausschreibung für Mess-, Steuer- und Regeltechnik musste laut Verwaltung aufgehoben werden, für Elektroinstallation und Beleuchtung – veranschlagt mit 771 000 Euro – ging kein Angebot ein. Das Gewerk Elektroinstallation (Demontage) mit einem berechneten Volumen von rund 14 600 wurde im freihändigen Vergabeverfahren ausgeschrieben. Das Ergebnis konnte aber wegen der erneuten Ausschreibung noch nicht in die Sitzungsvorlage eingearbeitet werden.

Josef Kaiser (UW) fragte nach dem Grund für die erneute Vergabe der Elektroinstallation. »Für uns ist es schwierig, abzuschätzen, was wir für das Geld kriegen, für das wir die Hand aufheben sollen«, bemängelte er die Kürze der Sitzungsvorlage. Am Beispiel der rund 250 000 Euro, die für Zimmererarbeiten veranschlagt waren, fragte er: »Für was? Für die Sanierung des Dachstuhls? Für das Geld kriegst ja einen Neuen.« Mit Spengler und Mehrwertsteuer käme man auf 330 000 Euro – »und das für eine Sanierung«. Er wünschte, die Verwaltung möge doch »wenigstens einen groben Abriss der Bauarbeiten mitliefern«. Oberbürgermeister Christian Kegel warb dafür, den Fachleuten zu vertrauen. »Ich glaube nicht, dass jeder Einzelne von uns das beurteilen kann, was wie viel Arbeit macht und was kosten darf«. Und auch Richard Hagenauer vom Technischen Bauamt der Stadt sagte: »Wir haben 37 Gewerke zu vergeben, da sind wir bemüht, die Vorlage so kurz wie möglich zu halten. Außerdem haben wir in den zehn Arbeitsgruppensitzungen alles im Detail besprochen.« Gerade beim Dachstuhl seien es die Belange des Denkmalschutzes, die finanziell zu Buche schlügen. Aber er bot Kaiser an, mit ihm auch gerne extra noch einmal die Details durchzugehen.

»Endlose Debatten langsam mal beenden«

Eine weitere kritische Stimme kam von Wilfried Schott (Grüne): »Ich werd' dem nicht zustimmen. Die Klosterkirche ist der einzige Baustein am Haushalt, wo man noch aus kann. Ich kann jetzt nicht zustimmen, solange der Haushalt nicht beschlossen ist.« Dazu sagte Oberbürgermeister Kegel: »Es wäre halt schön, wenn wir die endlosen Debatten um die Klosterkirche langsam mal beenden würden. Jetzt haben wir auch noch ein bürgerschaftliches Engagement. Was soll denn noch passieren? Wir ziehen das jetzt durch, und ich bin mir sicher, am Ende werden wir alle stolz und zufrieden sein.«

Auch dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sprach sich für die Vergabe aus: »Nicht nur, dass wir bisher zum Großteil wesentlich günstiger liegen als berechnet, wir vergeben auch fast alles an einheimische Firmen. Damit heizen wir die heimische Wirtschaft nochmal richtig an.« Und mit Blick auf Josef Kaiser sagte sie: »Also unser Arbeitsgruppenmitglied informiert uns immer sehr detailliert nach jeder Sitzung und erklärt alles. Wir sind immer auf dem Laufenden. Und man kann auch jederzeit fragen.«

Gegen die Vergabe stimmten Ernst Harrecker (CSU), Isabelle Thaler (CSU) und Wilfried Schott (Grüne), dafür waren Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD), zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU), Josef Kaiser (UW), Ursula Lay (UW), Ingrid Bödecker (SPD) und dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD). coho