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Klosterkirche wird erst im Spätherbst fertig

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Bis das Kulturforum Klosterkirche ganz fertig ist, wird es nach neuesten Angaben aus der Verwaltung wohl Spätherbst werden. Aber die Sommerkonzerte könnten schon darin stattfinden, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel in der Sitzung des Finanzausschusses. Heute ist das Projekt erneut Thema im Stadtrat. (Foto: Hohler)

Traunstein – »Bei der Klosterkirche haben wir zwei große Probleme, die für Verzögerungen sorgen«, sagte Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses. So hätten die archäologischen Ausgrabungen acht Monate statt geplanter sechs Wochen gedauert. Bodendenkmäler zu erfassen, sei wichtig, aber »dass die Baumaßnahme dadurch in einen zweiten Winter hineingezwungen wurde, ist 'nicht unärgerlich'«.


Zweites großes Problem sei die Fürther Firma, die mit den Putz- und Malerarbeiten für rund eine halbe Million Euro beauftragt worden sei. »Die Firma kam dem Auftrag nicht nach. Den mussten wir kündigen, Schadenersatz müssen wir noch einklagen, die Arbeiten mussten wir europaweit neu ausschreiben.«

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Kosten in der Aufstellung noch nicht enthalten

Da die Angebote erst am Montag eröffnet wurden, seien die Kosten in der Gesamtaufstellung auch noch nicht enthalten, so die Verwaltung. Aber natürlich, so Kegel, müsse nun das Gerüst entsprechend länger stehen bleiben, was zusätzliche Kosten und weiteren Zeitverlust bedeute. Dennoch schritten die Arbeiten gut voran.

Der Dachstuhl sei im Bereich der Apsis komplett fertig, im Firstbereich des Kirchendachs zu 70 Prozent, so die Verwaltung. Die Installationen von Sanitär, Lüftung, Heizung und Elektro seien fertig. Bis auf das Erdgeschoß im Südflügel sei auch der Estrich fertig. Im Keller würden bereits die Sanitärbereiche gefliest. Das Gebäude sei an die Fernwärme angeschlossen, die Heizung laufe, um Frostschäden zu vermeiden und auch über den Winter ein Arbeiten zu ermöglichen.

Man gehe davon aus, dass die Putz- und Malerarbeiten im Frühjahr beginnen. »Aber die Arbeiten im Inneren sind so weit fertig, dass die Sommerkonzerte schon im Kulturforum stattfinden können«, so Kegel. Im Erdgeschoß werde die Museumspädagogik mit Kleinküche auf dringenden Rat der künftigen Betreiberin Alexandra Birklein in eine Getränkeausgabe umgestaltet. Die Kaltküche für die Vorbereitung von Speisen bleibt im Keller, die Museumspädagogik könne im ersten Stock stattfinden, hieß es.

Pausen- und Klosterhof würden bis zum Sommer fertig, die Arbeiten am südlichen Vorplatz sollen mit Umbau der Ludwigstraße im Sommer fertig werden. Mit Rücksicht auf den Schulbetrieb werden die Arbeiten an der Ludwigstraße um vier Wochen nach hinten geschoben auf Anfang Juni bis Ende September. Ganz fertig werde das Projekt erst im Spätherbst, so Kegel.

Gesamtkosten derzeit bei 11,1 Millionen Euro

Bei den Kosten liege man inzwischen bei 11,1 Millionen Euro, so die Verwaltung weiter – inklusive der erneuten Nachträge von rund 224 000 Euro. Allerdings sind darin noch nicht die Kosten für die Putz- und Malerarbeiten enthalten, da über die Auftragsvergabe erst noch zu entscheiden ist. Rund 5,7 Millionen Euro erhält die Stadt an Zuschüssen, sie selbst zahlt nach aktuellem Stand 5,4 Millionen Euro. Einstimmig war der Ausschuss allerdings dafür, Oberbürgermeister Kegel zur Auftragsvergabe zu ermächtigen, um Zeit zu sparen.

»Die Verputzerei nehmen wir so zur Kenntnis, aber die Küche im Keller nicht. Die gehört auf alle Fälle ins Erdgeschoß. Das ist doch nicht praktikabel, das Essen im Keller herzurichten und es dann quer durchs Gebäude zu tragen«, so Josef Kaiser (UW). »Das muss doch möglich sein, das im Südflügel unterzubringen.«

Das würde laut Kegel aber »unermessliche weitere Kosten« nach sich ziehen, denn mit einer Küche allein sei es ja nicht getan. »Dann brauchen wir auch noch einen Fettabscheider und eine ganz andere Lüftung.« Stadtbaumeister Klaus Hechfellner ergänzte: »Zudem wäre dann der Platz fürs Foyer zu klein.« Und, wie Hauptamtsleiter Gerhard Spiegelsberger ergänzte: »Mit einem Getränkeausschank allein ist es ja nicht getan. Da braucht man Platz zum Gläser spülen und einen Kühlraum.«

»Das ist in erster Linie ein kultureller Veranstaltungsraum und kein Wirtshaus«, sagte dazu dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD). »Der Betreiberin ging es vor allem um den Ausschank. Soll es etwas zu essen geben, wird man sich halt behelfen müssen.«

»Brauchen Ausschank wie eine Brauerei«

Ursula Lay (UW) ging einen Schritt weiter: »Wir sind davon ausgegangen, dass eine Miniküche vor der Museumspädagogik reicht, und jetzt sind wir schon verwundert, dass wir plötzlich einen Riesenausschank brauchen wie eine Brauerei.«

Sollte Essen gefragt sein, müsse das eh von außen gebracht werden, ergänzte Oberbürgermeister Kegel dazu. Man sei davon ausgegangen, dass das weitergeht wie bisher, »wenn mal was Größeres war, hat man halt Bierbänke aufgestellt.« Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU) gab zu bedenken, dass für Hochzeiten oder Firmenfeiern »schon mal was gebraucht« werde. Das habe sich alles anders entwickelt, als es anfangs geplant war.

Gerhard Spiegelsberger verwahrte sich gegen den Vorwurf, der Architekt habe versagt: »Das war so ja nicht mit ausgeschrieben. Der Architekt hat versucht, umzusetzen, was geht, aber mehr geht nicht.« Das letzte Wort über die Nachträge hat der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung. coho