weather-image
15°

Klosterkirche: Umbau beginnt wie geplant im März 2017

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Ein späterer Baubeginn für den Umbau beziehungsweise die Erweiterung des Kunst- und Kulturraums Klosterkirche hätte auch deutlich höhere Kosten zur Folge. (Foto: Schwaiger-Pöllner)

Traunstein – Der Traunsteiner Stadtrat hat sich in seiner jüngsten Sitzung mit 16:9-Stimmen dafür ausgesprochen, mit dem Umbau und der Erweiterung des Kunst- und Kulturzentrums Klosterkirche wie geplant im März 2017 zu beginnen. Damit lehnte das Gremium mehrheitlich einen Antrag der CSU ab; die Fraktion hatte eine Verschiebung gefordert, damit sich die Baumaßnahme Klosterkirche zeitlich nicht mit dem Umbau der benachbarten Ludwig-Thoma-Grundschule überschneidet. Ihren Antrag begründete die CSU mit der Sicherheit der Schüler und dem Wunsch der Schulleitung.


Oberbürgermeister Christian Kegel führte aus, dass sich die beiden Baumaßnahmen wegen Verzögerungen beim Umbau der Grundschule voraussichtlich um drei Monate überschneiden werden. Im Hinblick auf die Bauabwicklung sei das unproblematisch. Allerdings fehlen für diese drei Monate Räume für eine Ganztagsklasse und eine Gruppe der Mittagsbetreuung. Nach ersten Plänen sollten die Kinder übergangsweise in einem Container auf dem Schulgelände unterkommen. Dadurch würde sich die verbleibende Schulhoffläche geringfügig reduzieren. Allerdings wäre das im Zuge der Baustelleneinrichtung sowieso der Fall, wie Kegel ausführte.

Anzeige

Der Oberbürgermeister stellte klar, dass der Schulhof trotz allem noch groß genug ist und dass selbstverständlich auch die Sicherheit der Grundschüler mit Blick auf Fluchtwege und den Schulweg jederzeit gewährleistet ist. Er sicherte außerdem zu, nach einer Alternative für die »Container-Lösung« suchen zu lassen.

Kegel legte zudem die negativen Folgen einer zeitlichen Verschiebung dar. Ein um drei Monate nach hinten verschobener Baubeginn würde dazu führen, dass sich die Bauabwicklung zweimal in die Winterzeit erstrecken würde. Durch die damit verbundene, eingeschränkte Bautätigkeit würde sich die Bauzeit von derzeit 18 auf etwa 25 Monate erhöhen.

Die Verwaltung ließ von den Architekten auch die Möglichkeit prüfen, den Baubeginn gleich um ein Jahr auf März 2018 zu verschieben. Da allerdings laut der Architekten mit einer Steigerung des Baukostenindex von etwa 3,5 Prozent zu rechnen ist, würde die Baukostensumme wohl um einen sechsstelligen Euro-Betrag anwachsen.

Hinzu käme laut Oberbürgermeister, dass die Grundschüler bei jeglicher Verschiebung des Baubeginns noch länger auf einen ordnungsgemäßen und zeitgemäßen Pausenhof warten müssten. Außerdem würde sich eine Verzögerung auch auf die Kulturarbeit auswirken: Klosterkirche und Galerie stünden länger als geplant nicht zur Verfügung. Der Oberbürgermeister und seine Verwaltung plädierten darum dafür, den Baubeginn für den Umbau und die Erweiterung der Klosterkirche nicht zu verschieben. Es sei selbstverständlich, so Kegel, dass im weiteren Planungsprozess großer Wert darauf gelegt werde, die Beeinträchtigung des Schulbetriebs so gering wie möglich zu halten.

Alternativen zur »Container-Lösung« gesucht

Ernst Haider (UW) rief dazu auf, von der »Container-Lösung« Abstand zu nehmen und eine Alternative zu finden. Ursula Lay (UW) brachte ins Gespräch, die Kinder der Ganztagsklasse und der Mittagsbetreuung für die drei Monate im Großen Sitzungssaal beziehungsweise im Schrannensaal im Rathaus unterzubringen. Kegel sagte, diese Möglichkeit sei bereits geprüft worden; sie sei aber nicht realisierbar, da es für beide Säle langfristige Mietverträge gebe.

Dr. Christian Hümmer (CSU) erklärte, welche Überlegungen zum Antrag seiner Fraktion geführt hätten. »Der Ausgangspunkt war, dass sich nicht die Kinder nach den Baustellen richten sollen, sondern die Baustellen nach den Kindern.« Sicher sei, dass eine zeitliche Überschneidung der beiden Baumaßnahmen zu einer weiteren Beeinträchtigung des Schulbetriebs führe. Unsicher sei dagegen, ob sich die derzeitigen Bauzeitpläne einhalten ließen, meinte Hümmer mit Blick etwa auf den Denkmalschutz.

Er stellte klar, dass niemand eine Bauzeitverlängerung wolle. »Das wollten wir auch mit unserem Antrag nicht.« Die CSU kalkuliere mit dem, was sie wisse. »Und wir haben auch gemerkt, dass sich da in den letzten Wochen einiges bewegt hat. Und darum war unser Antrag auch wichtig.«

Auf Hümmers Aussage, dass bei der Gestaltung des Pausenhofs der Grundschule gespart werde, reagierte der Oberbürgermeister vehement: »Am Pausenhof wird bestimmt nicht gespart. Er wird sehr schön gestaltet.« Peter Forster (SPD) gab Kegel recht. »Ich sehe das auch nicht, dass hier gespart wird.« Auch er sprach sich dafür aus, die Baumaßnahme Klosterkirche möglichst rasch abzuwickeln und auf eine »Container-Lösung« zu verzichten.

Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) brachte den großen Raum im Kulturzentrum im Stadtpark als Ausweichquartier ins Gespräch. »Vielleicht kann man das ganz ernsthaft prüfen.« Kegel bestätigte, dass es diesbezüglich bereits Gespräche gebe.

Klare Worte fand auch Josef Kaiser (UW). Es sei ihm zu schwammig, meinte der Stadtrat, wenn nur die Rede davon sei, dass eine Alternative für den Container gesucht werden soll. Er wollte, dass die »Container-Lösung« endgültig vom Tisch ist. Für das Kulturzentrum als Alternative sah er keinen Hinderungsgrund: »Wir sind doch die Hausherren.«

Karl Schulz (CSU) machte noch einmal auf die Situation der Grundschüler aufmerksam: »Sie brauchen ein ruhiges Umfeld. Ich tue mich auch sehr schwer damit, die ernsthaft vorgetragenen Sorgen der Schule wegzuschieben«, sagte er. Das rief Oberbürgermeister Kegel auf den Plan. Es werde mit solchen Aussagen immer auf die Verwaltung und damit letztlich auch auf ihn abgezielt. »Für mich ist die Sicherheit der Kinder auch nicht verhandelbar. Aber das hat nichts mit dem Baufenster zu tun«, machte der Oberbürgermeister deutlich. Burgi Mörtl-Körner (Bündnis 90/Die Grünen) pflichtete ihm bei: »Ich hab' schon auch das Gefühl, dass das Thema politisch ausgenutzt wird.«

Den Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung ließ Oberbürgermeister Christian Kegel schließlich dahingehend abändern, dass dem Kulturzentrum als Übergangsquartier für die Kinder der Ganztagsklasse und der Mittagsbetreuung erste Priorität eingeräumt wird. Als untergeordnete Lösung bleibt aber ein Container – »damit wir uns nicht selbst blockieren«, wie Kegel ausführte. san