weather-image
24°

Kliniken-Aufsichtsrat beschloss Konsolidierungskonzept

Traunstein. Der Aufsichtsrat der Kliniken Südostbayern AG hat in seiner jüngsten Sitzung aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation das vom Vorstand vorgelegte Konsolidierungskonzept diskutiert und beschlossen. Die Aufsichtsratsvorsitzenden, die beiden Landräte Hermann Steinmaßl und Georg Grabner, betonten, dass die vorgesehenen Maßnahmen nur gemeinsam und im Dialog mit den Beschäftigten durchgeführt werden sollen.

Die wirtschaftliche Situation der Kliniken Südostbayern AG hat sich im vergangenen Jahr verschlechtert. Jetzt haben Aufsichtsrat und Vorstandschaft ein Maßnahmenpaket geschnürt. (Foto: Schwaiger)

Obwohl die vergangenen Jahre der Kliniken Südostbayern laut Aufsichtsrat von steigenden Patientenzahlen und qualitätserhöhenden Maßnahmen in der Medizin geprägt gewesen seien, habe sich im vorigen Jahr die wirtschaftliche Situation verschlechtert. Um dieser negativen Entwicklung entgegen zu steuern, beschloss der Aufsichtsrat jetzt zusammen mit der Vorstandschaft, zur Sicherung der Wirtschaftlichkeit ein Maßnahmenpaket zu schnüren.

Anzeige

Ziel dieses Konsolidierungskonzeptes sei das schnellstmögliche Erreichen eines wirt-schaftlich positiven Ergebnisses bei weiterhin hoher medizinischer Qualität, sagte Vorstand Stefan Nowack. Gerade die Erhaltung des sehr hohen Qualitätsstandards sei den Aufsichtsratsvorsitzenden und den Aufsichtsratsmitgliedern ein wichtiges Anliegen bei den vorzunehmenden wirtschaftlichen Maßnahmen.

Das beschlossene Konsolidierungspaket besteht aus vier Elementen: Maßnahmen im Personalbereich, Aktionen, die die Sachaufwendungen reduzieren, Maßnahmen, die die Ertragsstruktur verbessern, sowie begleitende Maßnahmen, die zu einer Struktur- beziehungsweise Organisationsanpassung führen. Gerade der letztgenannte Punkt ist Nowack ein wichtiges Anliegen, da er die notwendigen Voraussetzungen schaffen soll, dass die Konsolidierungsmaßnahmen greifen und auch zum Erfolg führen.

Das Ergebnis einer leistungsorientierten, analytischen Personalbedarfsermittlung soll Potenziale aufdecken, in welchen Bereichen Stellenreduzierungen möglich sind. Um die Arbeitsbelastung der Mitarbeiter dadurch nicht zu erhöhen, will die Klinikenleitung die Arbeitsprozesse verbessern und optimieren. Den notwendigen Stellenabbau will man unter anderem über die Fluktuation erreichen, betriebsbedingte Kündigungen sollen vermieden werden.

Auch im Bereich der Sachaufwendungen wurden Projekte angesetzt, die zum einen Preisreduzierungen und zum anderen Verbrauchsmengeneinschränkungen zum Ziel haben. Diese Maßnahmen liegen im Wesentlichen im wirtschaftlichen Bereich. Im medizinischen Bereich will die Kliniken AG versuchen, durch Verhandlungen mit den Lieferanten Einsparungen zu erzielen. Durch Einsparungen bei den Sachkosten könne ebenfalls der Druck bei den Personaleinsparungen vermindert werden, meinte Vorstand Nowack.

Einen großen Raum nehmen die Vorhaben zur Ertragsverbesserung ein. Hier wurden Vorschläge aus den medizinischen Bereichen geprüft und bewertet. Ein Teil der Maßnahmen soll sowohl zu Erlössteigerungen als auch zur Verbesserung der Versorgungsqualität führen. Beispiele sind die geplante Erweiterung der Intensivabteilung in der Kreisklinik Bad Reichenhall, aber auch die Einführung einer psychosomatischen Kindertagesklinik im Klinikum Traunstein. Auch an anderen Standorten sind medizinische Projekte geplant, die zur Erlössteigerung beitragen sollen.

Der Aufsichtsrat zeigte sich zuversichtlich, dass die Konsolidierung bei konsequenter Umsetzung der Maßnahmen gelingt.