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Kliniken: Organisation optimieren

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Traunstein – Die SPD-Kreisfraktion hat bei ihrer jüngsten Sitzung mit dem Vorstandsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG, Dr. Uwe Gretscher, über die künftige Entwicklung des heimischen Klinikenverbunds diskutiert – gerade vor dem Hintergrund des aktuellen Defizits von 6,8 Millionen Euro.


Gretscher zeigte sich mit Blick auf das Defizit zuversichtlich. Dafür seien alle Ausgangsbedingungen und Instrumente vorhanden: Die von den Landkreisen und der Klinikführung geschaffene Infrastruktur mit Medizin, Geräten und Fachärzten sei sehr gut ausgebaut und es fehle auch nicht an Patienten, wie die Zahlen eindrucksvoll bestätigen würden. Über 56 000 stationäre Patienten und über 110 000 ambulante Patienten jährlich seien eine sehr gute Grundlage für den wirtschaftlichen Betrieb der Kliniken Südostbayern AG.

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Optimierungspotenzial sieht Dr. Gretscher in erster Linie in der Organisation des Krankenhausbetriebs. »Wenn Operationen zu einem fixen Termin angesetzt sind, dann müssen alle Beteiligten pünktlich erscheinen«, so Gretscher. Zudem gelte es, die vorhandenen Aufgabenspektren der Mitarbeiter optimaler zu nutzen. So sollten etwa die Pflegekräfte mehr Zeit für Patienten haben; einfachere Hilfstätigkeiten könnten auch andere Berufsgruppen übernehmen.

Keine Mehrbelastung für Belegschaft

Das Wohl des Patienten dürfe aber nicht durch Mehrbelastungen der Belegschaft erkauft werden, betonte Fraktionssprecherin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner. Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke wollte von Dr. Gretscher genauer wissen, was er unter »nachjustieren« in der Pflege-Organisation verstehe. Dr. Gretscher betonte, dass eine verbesserte und entlastete Ablaufsteuerung der Gesundung der Patienten helfe und Mitarbeiter entlaste. Die Fraktionssprecherin empfahl, die dazu notwendigen Maßnahmen »mit Bedacht und nicht übereilt« auszuführen, Dr. Gretscher plädierte aber gerade auch angesichts der finanziellen Schieflage für ein zügiges Handeln: »Die Holperstrecke sollte eher kurz sein.«

Gretscher erneuerte sein klares Bekenntnis zur Krankenpflegeschule – damit zeigte sich die SPD-Fraktion zufrieden. »Ohne diese Institution würden laufend qualifizierte Pflegekräfte fehlen«, argumentierte Wiesholler-Niederlöhner. Der Traunsteiner Altoberbürgermeister Fritz Stahl sprach sich dafür aus, die Belegschaft bei all den geplanten Maßnahmen »intensiv einzubinden«.

Dem Stellvertretenden Landrat Sepp Konhäuser war es wichtig, dass die hervorragenden medizinischen Leistungen weiter ausgebaut werden. Und dies gelinge nur, wenn Klinikleitung und Beschäftigte als ein Team zusammenarbeiten. Dr. Gretscher bestätigte das vollumfänglich. sts