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Klimaschutzkonzept soll Energiewende ermöglichen

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Chieming. Ein Klimaschutzkonzept zur Umsetzung der Energiewende lässt die Gemeinde Chieming von der Firma Greentech aus München erstellen. Prokurist Michael König stellte es mit seiner Mitarbeiterin Katharina Link dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung vor.


Dabei erklärten die beiden die Ist-Situation und würdigten das Engagement des Gemeinderats, der die Energiewende und den Klimaschutz auf lokaler Ebene voranbringen möchte. Bürgermeister Benno Graf erinnerte daran, dass 2012 bereits ein Arbeitskreis gebildet wurde. Es gab mehrere Arbeitstreffen und auch öffentliche Informationsveranstaltungen.

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Katharina Link sagte, in Chieming betrage der CO2-Ausstoß bei Strom, Wärme und Verkehr pro Jahr etwa 38 000 Tonnen CO2. Dies entspreche acht Tonnen CO2 pro Einwohner. Damit liege Chieming knapp unter dem Landesdurchschnitt, hieß es. Der Stromverbrauch lag 2012 bei 23 000 Megawattstunden (MWh), der Wärmebedarf bei 55 000 MWh, der Treibstoffverbrauch bei 5,5 Millionen Litern.

»Für Strom, Wärme und Verkehr werden von den Chieminger Bürgern jährlich 13 Millionen Euro aufgewendet«, sagte sie. Dieses Geld fehle dem lokalen Wirtschaftskreislauf. Potenziale zur lokalen, erneuerbaren Stromerzeugung sah sie in der Photovoltaik und Bioenergie reichlich, wobei Strommengen aus Wasserkraft und Windenergie keine Rolle spielen. Die derzeit rund 200 Photovoltaikanlagen haben aktuell etwa 3000 Kilowattpeak (kWp) an Leistung und liefern ein Siebtel des Chieminger Strombedarfes.

König ergänzte, wenn der Ausbau von Photovoltaikanlagen in Chieming weiter so voranschreite, könnte Chieming bis etwa 2035 seinen Strombedarf selbst decken. Entlang der Hauptstraße in Chieming wäre ein Wärmenetz denkbar, über das mehrere Gebäude aus einem Heizwerk versorgt werden könnten. Auch könnte er sich ein »Bioenergie-Dorf« vorstellen, etwa in Stöttham.

Zur Energiewende beitragen könnten auch die Gründung einer Bürgerenergie-Genossenschaft, der Bau einer Biogasanlage und eines Solarparks, den weiteren Ausbau von Photovoltaik auf Dächern, Heizungssanierungen, die Umrüstung der Straßenbeleuchtung, klimafreundliche Neubaugebiete und vor allem eine rege Öffentlichkeitsarbeit.

Wolfgang Wimmer (CSU) wie auch Heinz Wallner (Bayernpartei) befürworteten den Ausbau eines Nahwärmenetzes, zum Beispiel entlang der Hauptstraße. Wimmer regte noch eine Machbarkeitsstudie an und erinnerte an die Möglichkeit von Fördermitteln. Bürgermeister Graf, Elisabeth Heimbucher und Sebastian Heller, beide Bündnis 90/Grüne, sprachen sich für eine breite Öffentlichkeitsbeteiligung aus und Heinrich Hunglinger (SPD) schlug vor, der Gemeinderat solle ein Bioenergie-Dorf besuchen.

Einig waren sich alle, dass sich Energie aus Windkraft in Chieming nicht lohnt. Der Gemeinderat billigte die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes. OH

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