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Kletterbetrieb in Waging startet am 8. April

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Mitglieder der Alpenvereins-Ortsgruppe Waging wurden für 40 beziehungsweise 50 Jahre Mitgliedschaft von den Vorstandsmitgliedern Michael Frumm-Mayer und Michaela Weber (Erster und Dritte von links) geehrt (von links): Albert Wegscheider, Sepp Schreckenbauer, Beatrice Kress, Josef Bankosegger, Brigitte Lamminger, Karl Weiß und Lorenz Mayer. (Foto: Eder)

Waging am See – Wie zu erwarten, stand bei der Jahreshauptversammlung der DAV-Ortsgruppe Waging am Dienstag die neue Kletterwand im Mittelpunkt. Vorsitzender Michael Frumm-Mayer erklärte den Mitgliedern im übervollen Bräukeller, dass die Ortsgruppe für die Herausforderungen, die mit der inzwischen fast fertigen Kletterwand verbunden sind, bestens gerüstet sei.


So stellte er frisch ausgebildete Kletterbetreuer vor, die zusammen mit den Fachübungsleitern ihr Wissen weitervermitteln können – Hubert Willmann, Fritz Amann, Sepp Schreckenbauer jun., Claus Prokscha, Holger Hartmann, Stefan Janel und Bettina Stadlberger. Damit hat die Ortsgruppe elf Ausbilder an der Kletterwand, sodass dem für 8. April vorgesehenen Start des Kletterbetriebs nichts mehr entgegensteht. Um die fachgerechte Routensetzung an der Kletterwand kümmern sich vor allem Bernhard Gassner und Fritz Amann. Eine Aufsicht für den Kletterbetrieb ist laut Frumm-Mayer nicht erforderlich – Kletterer seien für ihre Sicherheit selbst verantwortlich.

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Kletterwand in Rekordzeit von drei Wochen aufgebaut

Der Vorsitzende würdigte eine Menge Mitglieder, die beim Aufbau der Kletterwand tatkräftig mitgeholfen und damit dazu beigetragen haben, dass sie in Rekordzeit von drei Wochen aufgebaut war – auch deshalb, weil die Mitarbeiter der Fachfirma teilweise selbst am Samstag und Sonntag gearbeitet haben. Auch die Gemeinde lobte er, die das »Wagnis« mit der Kletterwand eingegangen sei und dafür zusätzliches Geld investiert habe.

Für die Kletterwand haben Ortsgruppe und Sektion inzwischen etwas über 50 000 Euro bezahlt. An Einnahmen sind 10 000 Euro an Spenden und ein 2000-Euro-Zuschuss der Gemeinde Wonneberg zu verzeichnen, zudem hat der DAV-Hauptverein 5250 Euro zugesagt. Wie Frumm-Mayer ergänzte, rechnet man mit Gesamtkosten von rund 60 000 Euro. Der von der Sektion finanzierte Anteil von 45 000 Euro solle langfristig über die Kletterbeiträge gezahlt werden.

Auch wenn die vergangenen Monate wesentlich geprägt waren vom Thema Kletterwand, wurde die Vereinstätigkeit nicht vernachlässigt. Frumm-Mayer listete eine ganze Reihe von Aktivitäten der 830 Mitglieder zählenden Ortsgruppe auf: sieben Alpenvereinsabende, Adventsfeier, drei Almwanderungen, das »Almgangerl« auf die Schwarzachenalm mit 42 Teilnehmern. Bei der Gemeindemeisterschaft im Luftgewehrschießen wurde der elfte Platz erreicht. Klettern am Kletterturm in Traunstein ist das traditionelle Ferienprogrammangebot des Alpenvereins – sowohl für Waging als auch für Wonneberg; 32 Kinder haben mitgemacht.

Bei einer außerordentlichen Versammlung war Sonja Ramsperger als Nachfolgerin von Christine Thaller zur neuen Kassierin gewählt worden. In ihrem ersten Kassenbericht hatte sie bei der Jahreshauptversammlung bei einem Gesamtumsatz von rund 2600 Euro ein kleines Plus zu verzeichnen. In Sachen Finanzen hat die Ortsgruppe eine Vereinbarung mit der Bergader Privatkäserei abgeschlossen. Diese darf das Logo der DAV-Sektion Teisendorf und einen Hinweis auf die Unterstützung der Sektion auf allen Milchsorten aufdrucken. Dafür unterstützt sie die Sektion für zunächst drei Jahre mit jährlich 5000 Euro für Natur- und Umweltschutz.

Leih-Ausrüstung muss unbedingt erneuert werden

Weiter berichtete Frumm-Mayer, dass Fritz Graml aus Altersgründen einen Nachfolger sucht, der für ihn das Austragen des Nachrichtenblatts übernimmt, das einmal im Jahr erscheint. Der Bergsteigerchor unter Leitung von Eva Fenninger hat die Adventsfeier mitgestaltet; die Mitglieder treffen sich einmal im Monat zum Singen. Weitere Mitglieder seien willkommen. Die Ortsgruppe hat künftig drei Familiengruppenleiterinnen für Veranstaltungsangebote: Stefanie Schmeiduch, Vroni Hempl und Barbara Pflug. Zeugwart Alois Herzig berichtete, dass die Leih-Ausrüstung, die er verwaltet (Seile, Steigeisen, Gurte, Helme), inzwischen so alt sei, dass sie aus Sicherheitsgründen nicht mehr benutzt werden dürfe. Daher müsse nachgerüstet werden.

Auch Mitgliederehrungen standen auf der Tagesordnung. Geehrt wurden für 50 Jahre Rudi Meissner, Josef Schreckenbauer und Isolde Schröter, für 40 Jahre Josef Bankosegger, Beatrice Kress, Brigitte Lamminger, Lorenz Mayer, Albert Wegscheider, Karl und Annemarie Weiß sowie für 25 Jahre Georg Aichhammer, Florian Christl, Claudia Feil, Stefanie Kranz, Peter Poller, Michael Poller, Christine Rehrl und Silvia Schmid. Geschenke gab es auch für die Helfer bei der Kletterwand.

Bürgermeister Herbert Häusl lobte die Arbeit der Verantwortlichen, vor allem in Hinblick auf die Kletterwand. Es sei schön mitzubekommen, dass alle hinter deren Bau stehen. Es sei ganz im Sinn der Gemeinde gewesen, in der neuen Halle auch den Klettersport mit einzubeziehen, die dadurch mit zusätzlichem Leben erfüllt werde. Der Waginger Ärztin Waltraud Berger, die im September ebenfalls eine Ausbildung zur Kletterbetreuerin absolvieren wird, gab er mit auf den Weg, sie solle beim Trainieren vorsichtig sein, mahnte der Bürgermeister, »ich brauche sie noch als Hausärztin.«

Auch in Teisendorf ist ein Boulderraum geplant

Der Vorsitzende der AV-Sektion Teisendorf, Franz Waldhutter, nannte den von der Ortsgruppe Waging initiierten Einbau der Kletterwand eine gute Entscheidung für alle Beteiligten, auch wenn dies eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre war. Der Inbetriebnahme stehe nichts mehr im Wege. Besonders lobte er Frumm-Mayer, der sich dafür »unwahrscheinlich eingesetzt« habe. Waldhutter verwies darauf, dass auch in Teisendorf ein Boulderraum geplant sei. Auch dies werde nochmals viel Arbeit und finanzielle Belastung mit sich bringen. An die Waginger Mitglieder appellierte er, bei der Sektionsversammlung am 22. Januar in Teisendorf für die Boulderhalle zu stimmen.

Zum Schluss sprach Fritz Graml noch ein besonderes Lob an den »Super-Vorsitzenden« Michael Frumm-Mayer aus, der »ein Genie« sei: Er habe es verstanden, die Vereinsarbeit auf eine breite Basis zu stellen und viele Mitglieder mit einzubinden, er habe zu rechter Zeit immer Dampf gemacht und, was Graml ganz besonders wichtig war: »Er hat auch uns Alte noch mitkommen lassen.« Dafür gab's reichlich Beifall. he