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Kleiner Film über das Agrarbündnis wird derzeit gedreht

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Georg Planthalers Kühe freuten sich sicher über die extra Ration Futter, die sie beim Filmen bekamen.

So gut eine Botschaft auch sein mag, wenn sie nicht in die Öffentlichkeit getragen wird, ist sie nutzlos. Das soll mit der Botschaft des Agrarbündnisses BGL/Traunstein nicht passieren. Die beteiligten Organisationen haben mit einer Broschüre schon gute Arbeit geleistet, um ihre Forderungen und ihre Botschaft für eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik publik zu machen.


Das Agrarbündnis fordert, die EU-Agrarpolitik soll sozial gerecht, bäuerlich, ökologisch und umweltschonend gestaltet werden, sowohl innerhalb der EU als weltweit. Den Initiatoren des Agrarbündnisses, allen voran Georg Planthaler und Leonhard Straßer, ist es auch gelungen, einen prominenten Filmemacher für die Ideen des Agrarbündnisses zu interessieren. Produzent und Regisseur Bertram Verhaag ist offensichtlich ebenfalls der Überzeugung, die Agrarpolitik bedürfe einer neuen Ausrichtung.

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Verhaag macht seit fast 30 Jahren Dokumentarfilme und ist einer der wenigen Filmemacher, die sich beharrlich und nachhaltig nur politischen, umweltpolitischen oder sozialen Themen verpflichtet fühlen. Seine Filme sind vielfach preisgekrönt und manche, wie »Leben außer Kontrolle« über die Gentechnik, sind Standardwerke. Andere, wie jene über den kanadischen Farmer Percy Schmeiser, der es wagte, dem Agrartechnikriesen Monsanto die Stirn zu bieten, oder die Wissenschaftlerin Vandana Shiva und ihre Arbeit für indische Kleinbauern, zeigen Wege, wie unüberwindbar scheinende Dinge bezwungen werden können.

Ein »Alternativlos« gibt es weder für Verhaag, noch für die Leute über die er Filme dreht. Es ist sicher eine der Stärken der Verhaag Filme, dass sie nicht nur Situationen und Dinge beklagen, sondern auch Leute und Möglichkeiten zeigen, mit denen und durch die diese beklagenswerten Zustände abgeschafft, oder wenigstens verbessert werden können.

Um sich einen Eindruck über das Agrarbündnis und die Menschen dahinter zu machen, tourte Verhaag mit einer Filmcrew in der Region. Bei acht von den Organisatoren des Agrarbündnisses ausgesuchten Mitgliedern führte Verhaag Interviews, in denen die Anliegen und Vorschläge des Bündnisses dargelegt wurden. Aus diesen Interviews soll ein kurzer Filmtrailer entstehen, mit dem Verhaag und das Agrarbündnis Sponsoren werben wollen, um einen Film zu machen, durch den die Forderungen und Vorschläge des Bündnisses Entscheidungsträgern und einem breiten Publikum dargelegt und veranschaulicht werden können. Die Hoffnung des Agrarbündnisses ist es, dadurch einen Konsens über die künftige Agrarpolitik in der Region, Landes-, Bundes- und EU weit zu finden und damit die Politik dazu bewegen die Ziele des Agrarbündnisses in ihre Entscheidungen mit einzubeziehen. Dieser Film soll auch helfen, die in allen EU-Ländern entstandenen und entstehenden Bündnisse zu koordinieren und ihnen eine gemeinsame Stimme und ein gemeinsames Vorgehen zu ermöglichen.

Einstweilen hat Verhaag, wie er abschließend auf der Für-mannalm, seiner letzten Station, feststellte, sich ein gutes Bild von den Anliegen und den dafür vorgeschlagenen Lösungen des Agrarbündnisses machen können. Er hatte an diesem Tag sowohl kleine als auch große Bauernhöfe besucht, Almbauern, Biobauern, Selbstvermarktern und einer Vertreterin des Bund Naturschutz zugehört und ihnen Fragen gestellt.

Jedenfalls sind die Organisatoren des Agrarbündnisses schon sicher, der Trailer werde seinen Zweck erfüllen und dass die Chancen ihre Zukunftsvision für eine gute EU-Agrarpolitik umsetzen zu können mit diesem Tag gestiegen sind. al