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Kleine Gräben in Handarbeit geräumt

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Der Wasser- und Bodenverband Grabenstätter Moos führte die traditionelle Handräumung der kleinen Entwässerungsgräben westlich von Winkl durch. Die Verbandsmitglieder, die dort einen Acker, eine Wiese oder Streuwiese besitzen, müssen je nach Größe und Art der eigenen Flächen eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden verrichten oder die geleisteten Arbeitsstunden bezahlen.

Grabenstätt – Zur zweitägigen manuellen Räumung der kleinen Gräben im Grabenstätter Moos fanden bei Minusgraden, aber strahlendem Sonnenschein nur zehn Verbandsmitglieder des Wasser- und Bodenverbandes Grabenstätter Moos ein. »Ich habe es schon befürchtet, weil das Wetter so schön ist, und die Bauern keine Zeit haben«, gab Capo Sepp Peteranderl zu.


Laut Satzung müssten alle Mitglieder des Verbandes, die auf dem 400 Hektar großen Areal einen Acker, eine Wiese oder Streuwiese besitzen, je nach Größe und Art der eigenen Flächen eine bestimmte Anzahl von Arbeitsstunden verrichten. Wer selbst auf Hand- und Maschinendienste verzichtet, muss die geleisteten Arbeitsstunden bezahlen.

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Wasserstand ist heuer sehr niedrig

Nachdem Peteranderl die Helfer in guter alter Tradition mit Sensen und Rechen ausgestattet und in Gruppen eingeteilt hatte, wurden die Grabensohlen sorgfältig geräumt. »Der Wasserstand ist heuer aufgrund der geringen Niederschläge sehr niedrig, in diesem Graben war oben fast gar kein Wasser mehr«, berichtete ein Verbandsmitglied, während es mit dem Rechen das abgeschnittene Schilf nach oben holte. Nach der Handräumung erfolgt nun die Resträumung gegebenenfalls mit dem Bagger und Mähkorb und der Fräse. Seit Mitte September hatte der Wasser- und Bodenverband Grabenstätter Moos bereits die großen Gräben maschinell räumen lassen und dann auch Mäh- und Rechenarbeiten durchgeführt.

Dass früher bei den Arbeiten deutlich mehr mit der Hand gemacht werden musste, zeigen die Zahlen im Notizblock von Peteranderl. Bei seinem ersten Einsatz 1982 hätten noch 450 Personen 1800 Arbeitsstunden verrichtet, seitdem sei es, mit wenigen Ausnahmen, kontinuierlich weniger geworden, so Peteranderl.

Der Wasser- und Bodenverband ist für den Unterhalt des 27 Kilometer langen Grabensystems und der Straßen im Grabenstätter Moos verantwortlich. Durch die jährlichen Grabenräumungen wird gewährleistet, dass das Wasser, das von überall in das Grabenstätter Moos eingeleitet wird, auch wieder problemlos in die Hirschauer Bucht abgegeben werden kann. Deren fortschreitende Verlandung macht dem Wasser- und Bodenverband große Sorgen. mmü