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Klassenzimmer im Grünen

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An der Grund- und Mittelschule in Inzell können die Schüler künftig auch im Freien unterrichtet werden. (Foto: Bauregger)

Inzell – Für die Schüler der Inzeller Grund- und Mittelschule entstand in der letzten Woche ein ganz außergewöhnliches Klassenzimmer. In Zusammenarbeit mit dem Bergwalderlebniszentrum Ruhpolding schufen die Schüler ein so genanntes »grünes Klassenzimmer« auf einer Grünfläche des Schulgeländes.


Sie durften nicht nur mitarbeiten, sondern erlebten in einer Woche die Verarbeitung – von der Fällung einer Fichte bis hin zum fertigen Möbelstück – hautnah mit. In einer gemeinsamen Andacht segneten der evangelische und der katholische Pfarrer aus Inzell im Rahmen des Schulfests das Geschaffene.

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Wie Rektorin Elke Thurmayr sagte, kam der Kontakt und die Idee zu dieser Aktion eigentlich bei einem zufälligen Gespräch von Schulsekretärin Gitti Hobmaier mit Reinhard Koch vom Bergwalderlebniszentrum Ruhpolding zu Stande. Schnell waren danach die Schulleitung, der Unterstützungsverein und der Elternbeirat begeistert und die Planungen konnten beginnen. Den Detailplan erstellte die Familie Jochner. Einen Partner wie das Team des Bergwalderlebniszentrums an seiner Seite zu haben war für die Durchführung natürlich Gold wert. Diese Sondereinrichtung, angegliedert an das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), bietet seit vielen Jahren ein umfangreiches Angebot im vielschichtigen Bereich der Waldpädagogik. Kernaufgabe sind dabei mehrtägige Aufenthalte von Schulklassen und Gruppen. Unter anderem unterstützt das Team aber auch solche Aktionen wie in der Inzeller Schule.

Reinhard Koch war in seiner Festansprache überrascht, dass die Mädchen und Buben vom ersten Tag an mit großer Begeisterung dabei waren und tatkräftig mitgeholfen haben. Dies sei nicht immer und überall so, freute ich der Waldfachmann. Als erste Aktion wurde im Gemeindewald am Römerweg eine Fichte gefällt, entastet, in Teilstämme zersägt und mit einem Spezialtraktor zur Schule transportiert. Danach wurde erst einmal der Boden des Klassenzimmers mit einer dicken Schicht Hackschnitzel bedeckt. Auf einer Spezial-Sägevorrichtung der Fachmänner zerschnitt die Gruppe danach die Baumstämme in Bretter, Pfähle, Bohlen und Holzstücke für den Unterbau der Bänke und Tische. Als diese fertig waren, wurden sie auf den Hackschnitzelboden gestellt, ein Zaun aus Fichtenstangen rund herum gebaut. Rund herum wurden Stauden und Sträucher gepflanzt, für die Bänke Sitzkissen gehäkelt. Natürlich steht im grünen Klassenzimmer auch eine richtige Tafel. Allen die mitgeholfen haben dieses wunderbare, einzigartige Werk durch ihre Unterstützung, durch ihre Spende oder durch die Arbeitskraft zu schaffen, dankte Elke Thurmayr für ihr Engagement.

Der Evangelische Pfarrer Thomas Seitz und sein katholischer Kollege Quirin Strobl erbaten in einer kurzen Andacht viel Freude für alle die, die diese Klassenzimmer nutzen. wb