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Klasse mit jungen Asylbewerbern ist »Erfolgsmodell«

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Traunstein – Die Schülerzahlen der Berufsschulen sowie der BOS/FOS und am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Traunstein sind nahezu konstant geblieben. Darüber informierten Landrat Siegfried Walch und Kreiskämmerer Karlheinz Thiel den Kreisausschuss.


Eine Besonderheit ist, dass es an der Berufsschule I eine Vorklasse mit berufsschulpflichtigen Asylbewerbern gibt. Besuchten im letzten Schuljahr 18 Schüler diese Klasse, so sind es im laufenden Schuljahr bereits 32 junge Menschen. Kreisrätin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (SPD) regte an, wegen der enormen Nachfrage eine zweite Klasse einzurichten: »Die Klasse läuft optimal. Die Schüler sind sehr engagiert, sie wollen etwas lernen. Dann haben sie auch eine gute Chance, einen Ausbildungsplatz zu kriegen.«

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Der Landrat verwies darauf, diese Klasse habe der Arbeitskreis Wirtschaft/Schule initiiert. Sie sei »ein Erfolgsmodell«. Er habe sich kürzlich persönlich davon überzeugen können. Walch meinte, der Bedarf sei tatsächlich viel größer, die Zahl der Bewerber hoch. Ein Aufnahmekriterium sei, ob jemand voraussichtlich ein Bleiberecht erhalten werde oder das Land wieder verlassen müsse. Wiesholler-Niederlöhner widersprach: »Alle jungen Asylbewerber gewinnen. Sie sitzen nicht nur rum, sondern erlernen beispielsweise die deutsche Sprache.«

Lehrlingssuche und Duldung nicht verknüpfen

Bestrebungen der Industrie- und Handelskammer zusammen mit der Regierung, Auszubildenden in bestimmten Berufsfeldern eine Duldung in Aussicht zu stellen, brachte Sepp Hohlweger (Bündnis 90/Die Grünen) auf den Tisch. In diese Diskussion stieg der Kreisausschuss nicht ein. Karl Schleid (CSU) warnte, die Themen Lehrlingssuche und Duldung zu verknüpfen. Das sei »der verkehrte Weg«. Der Ausschuss für Gesundheit, Soziales und Flüchtlingsfragen soll sich damit befassen, schlug Lothar Seissiger (FW/UW) vor.

Die Schülerzahlen für die Berufsschulen lagen erst mit Schuljahresbeginn vor, berichtete Kreiskämmerer Thiel. Die Staatliche Berufsschule I weise 2354 Schüler auf, drei mehr als im Vorjahr. Den größten Sprung nach oben mit 35 Schülern mehr habe das Berufsfeld »Metall« gemacht mit jetzt 1063 Schülern. Um 22 Personen rückläufig sei der Sektor »Elektro« mit 381 Schülern. Die Bereiche IT, Bau, Maler, Holz und Ernährung verzeichneten Plus-Minus-Differenzen zwischen null und fünf Schülern. Ähnlich waren die Veränderungen in den Berufsgrundschuljahren (BGJ) und in den Berufsfachschulen (BFS). Lediglich die BFS IT-Technik, im vorigen Schuljahr noch von 22 Personen besucht, existiert nicht mehr. Der Grund: Es handelte sich um ein befristetes Angebot, das die Regierung fördertechnisch auslaufen ließ.

Erneut weniger Schüler an der Berufsschule II

58 Schüler weniger gibt es an der Staatlichen Berufsschule II, der kaufmännischen Berufsschule. Ihre Schülerzahl sank von 1555 auf 1497. Damit setzte sich der seit zwei Jahren beobachtete Rückgang fort. Am meisten reduzierte sich die Schülerzahl im Berufsfeld »medizinische und zahnmedizinische Fachangestellte« – mit minus 36 von 340 auf 304 Schüler. In den übrigen Berufssparten schwankten die Zahlen um plus/minus fünf bis zehn Schüler. Hatte die Staatliche Berufsschule III, die landwirtschaftliche Berufsschule, in den letzten Jahren einen Trend nach unten, so erhöhte sich die Schülerzahl jetzt wieder um 32 auf 491 Personen. Am meisten neu gefragt war das Berufsfeld »BFS Kinderpflege« mit einer Zunahme um 33 junge Menschen auf 176 Schüler.

Fast konstant mit drei Schülern weniger als im Jahr zuvor blieben die Zahlen an der Beruflichen Oberschule (FOS/BOS) mit 956 Schülern. Die Schülerzahlen verteilten sich mit 648 (minus fünf) Schülern auf die Fachoberschule, mit 19 (minus 16) auf Vorkursschüler und 289 (plus 18) auf die Berufsoberschule. Nur geringfügig weniger Schüler wies das Sonderpädagogische Förderzentrum mit heuer 180 auf. Vor allem die BOS werde »unwahrscheinlich gut angenommen«, merkte der Landrat an. kd