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Kläranlage soll saniert und erweitert werden

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Bergen – Im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Bergener Gemeinderats stand ein Sachvortrag der Ingenieure Anton Schmuck und Anton Mader vom Ingenieurbüro Dippold und Gerold aus Prien über die Planung zur Ertüchtigung der Kläranlage in Bergen.


Laut der beiden Ingenieure ist die Kläranlage aus dem Jahr 1968 bereits zweimal erweitert worden. Eine neuerliche Erweiterung ist nun nötig, weil Berechnungen für die nächsten 20 Jahre ergeben haben, dass die Anlage durch den Anstieg der Einwohnerzahl und die Mitanbindung der Gemeinde Vachendorf auf 7500 Einwohner ausgelegt sein muss.

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Mit einer Bilderschau ging Mader auf die vorhandenen, technischen Einrichtungen und Bauwerke ein; die meisten von ihnen gehören erneuert. So sind die vorhandenen Becken zu klein, entsprechen nicht mehr den wasserrechtlichen Anforderungen und haben die Grenzen der Aufnahmefähigkeit bereits erreicht. Zudem stellten die beiden Fachleute fest, dass die Anlage aufgrund des Alters und der starken Beanspruchung Schadstellen aufweist.

Geplant ist, das Vorklärbecken komplett umzubauen wie auch das Kombibecken, das ein größeres Volumen haben muss. Auch der Faulbehälter und das Drehkolbengebläse – beide stammen aus dem Jahr 1980 – haben eine Sanierung beziehungsweise eine Erneuerung nötig. Genauso sieht es auch beim Schlammspeicher und dem Gasbehälter aus dem Jahr 1982 aus: Sie gehören ebenfalls saniert beziehungsweise erneuert.

Mader empfahl dem Gemeinderat eine Aufstockung des Betriebsgebäudes mit Erstellung von Sanitäreinrichtungen, einem Elektrolager und einem neuen Maschinenhaus. Der Ingenieur ging auch auf die Klärschlammentsorgung ein. Er sprach sich für ein Klärschlammlager mit automatisiertem Klärschlammabwurf aus. Der Vortragende ging auch auf die Energieeinsparung durch eine neue Kläranlage ein.

Gespannt erwartete der Gemeinderat die Aussage zu den Kosten für die Ertüchtigung der Bergener Kläranlage. Mader sagte, sie dürften bei etwa 4,2 Millionen Euro liegen. Bürgermeister Stefan Schneider erklärte, dass man bisher immer nur von zwei Millionen Euro ausgegangen sei; allerdings sei auch da nur eine Erweiterung der Kläranlage im Gespräch gewesen. Der Bürgermeister kündigte an, dass in einer der nächsten Gemeinderatsitzungen darüber entschieden werden soll, welchen Umfang die Maßnahme haben wird und wie ihre Finanzierung aussehen soll.

Sabine Babl von Bündnis 90/Die Grünen fragte nach dem möglichen Baubeginn und der Zeitdauer. Die Ingenieure rechnen mit einem Baubeginn 2016, die Maßnahme könnte dann im zweiten Halbjahr 2017 abgeschlossen sein. Nach Auskunft der beiden Experten würden die Bauarbeiten den normalen Betrieb der Anlage nicht einschränken. OH