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Kita-Beiträge, Schulhaussanierung und Spielplatz

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Sind die Elternbeiträge in der künftigen Kindertagesstätte in Nußdorf zu hoch? Darüber beklagten sich Redner bei der Bürgerversammlung. Derzeit befindet sich die Kinderbetreuungseinrichtung noch im Bau, soll jedoch im September ihren Betrieb aufnehmen. Der Rathauschef versprach, das Thema Beiträge mit der Katholischen Kirchenstiftung nochmals zu besprechen. (Foto: Volk)

Nußdorf. Die neue Kindertagesstätte und ihre Gebühren, die energetische Sanierung des Schulhauses, die Forderung nach einem eigenen Standesamt, der Wunsch nach einem Spielplatz in Nußdorf und die Frage nach der Versorgung von Fundtieren standen im Mittelpunkt der Diskussion bei der Bürgerversammlung, zu der rund 120 Bürger kamen.


Nußdorfer Familien weichen aus

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Stefanie Brunner hält die geplanten Elternbeiträge für die im September in Betrieb gehende Kindertagesstätte für zu hoch. So betragen die Gebühren je nach Buchungszeiten für zwei bis drei Stunden täglich 128 Euro im Monat, für sechs bis sieben Stunden täglich 192 Euro. Familien, besonders mit zwei oder drei Kindern, könnten es sich nicht leisten, ihre Kinder in die Betreuungseinrichtung zu geben. Sie wünsche sich familienfreundliche Beiträge. Bei anderen Kitas seien die Gebühren deutlich niedriger, was nach Ansicht der Rednerin mit Grund dafür sei, dass Nußdorfer Familien ihre Kinder auch dort anmelden. Es wäre gut investiertes Geld, wenn die Gemeinde ein höheres Defizit mittrage und die Elternbeiträge dadurch gesenkt werden könnten. Das würde auch dazu führen, die Kindertagesstätte auszulasten und alle zwölf Plätze zu besetzen.

Bürgermeister Hans Gnadl machte deutlich, dass die Katholische Kirchenstiftung als Träger von Kindergarten und Kita die Elternbeiträge festsetze. Errechnet werden diese aus dem Personalschlüssel und Buchungszeiten. Die Gemeinde habe sich verpflichtet, ab September 2013 das gesamte Defizit aus dem Betrieb zu übernehmen. »Dass eine Kinderbetreuungsstätte nicht kostendeckend betrieben werden kann, ist klar – die Gemeinde ist bei jedem Euro Defizit in der Pflicht«, so Gnadl. Der Rathauschef sagte zu, beim nächsten Gespräch mit dem Kita-Träger das Thema der Gebühren zu beraten.

Markus Putze wollte wissen, warum beim Bau der Kindertagesstätte alles so schnell gehen musste. Er sei als Nachbar erst einen Tag vor Baubeginn informiert worden. Die Eile, mit der die Kita hochgezogen werde, provoziere Fehler bei Planung und Ausführung, meinte Putze. Bürgermeister Gnadl sagte, die Kita müsse zu Beginn des nächsten Kindergartenjahres den Betrieb aufnehmen. Der gesetzlich festgesetzte Anspruch, dass ab August für alle Kinder ab einem Jahr ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen müsse, habe den Druck auf die Gemeinde verstärkt. Auch habe man zunächst über eine gemeinsame Kita mit der Gemeinde Chieming verhandelt. »Wir waren spät dran«, gab Gnadl zu. Dies führe jedoch nicht zu qualitativen Mängeln. Auch der Zeitpunkt der Inbetriebnahme werde eingehalten.

Cornelia Sattelberger, Vorsitzende des Elternbeirates der Grundschule, wollte wissen, wann mit der dringend notwendigen energetischen Sanierung des Schulhauses zu rechnen sei. Gnadl informierte, dass die Sanierung nach der derzeitigen Kostenschätzung mehr als zwei Millionen Euro kosten wird. Ob überhaupt und wenn ja, in welchem Umfang die Sanierung erfolge, werde derzeit vom Gemeinderat beraten. Man wolle die Schule zukunftsfähig machen und unter anderem für die Inklusion behinderter Kinder vorbereiten. »Es muss gut überlegt sein, was zu tun ist.« Gnadl versprach, dass bis Mitte des Jahres eine Entscheidung getroffen wird, wie es weitergehe.

Max Eder sen., ehemaliger Gemeinderat, hält es für keine glückliche Entscheidung, dass Nußdorf kein eigenes Standesamt hat, sondern selbiges nach Chieming ausgelagert wurde. Er forderte: »Holt das Standesamt wieder zurück – genauso wie vor 25 Jahren die Selbstständigkeit der Gemeinde!« Der Gemeinderat habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, doch die Gemeinde Chieming als Dienstleister für das Standesamt zu beauftragen, sei einstimmig gefallen. Ein eigenes Standesamt erfordere drei ausgebildete Standesbeamte, umfangreichere Öffnungs- und Besetztzeiten und stetige Fortbildung mit hohen Schulungskosten.

Zusammenarbeit mit Tierschutzring

Auf die Frage zweier Redner, warum kein Kinderspielplatz im Hauptort Nußdorf geschaffen werde, antwortete der Bürgermeister, dass die Realisierung bislang scheiterte, weil kein geeignetes Grundstück zur Verfügung stehe. Einen Spielplatz am Friedhof zu schaffen, wie in der Vergangenheit schon mehrmals vorgeschlagen, »damit werden wir keinen Preis machen«, so Gnadl und lehnte dies ab. »Wenn wir ein Grundstück angeboten bekommen und erwerben können, dann werden wir auch was machen!«

Markus Putze fragte, warum die Gemeinde in Bezug auf die Versorgung von Fundtieren nicht mehr mit dem Tierheim in Traunstein zusammenarbeitet. Gnadl informierte dazu, dass sich die Gemeinde nach Auslaufen des Vertrages mit dem Tierschutzverein Traunstein für eine Vereinbarung mit dem Tierschutzring entschieden habe. Dieser ist seit Beginn des Jahres für Fundtiere aus dem Gemeindegebiet Nußdorf zuständig. pv

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