weather-image
27°

Kirchner-Taufbecken an der Grundschule Seeon

3.7
3.7
Bildtext einblenden
An der Grundschule Seeon hat das Taufbecken des Künstlers Heinrich Kirchner, das die Gemeinde Seeon-Seebruck mit finanzieller Unterstützung des Vereins »Ausstellungshaus für christliche Kunst« erworben hat, einen festen Platz gefunden. Bei der Weihe durften auch die Schulkinder mit dabei sein, die auch ein Ständchen brachten. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – »Kunst ist Engagement, gleich ob es sich im philosophischen, religiösem oder politischen Bereich abspielt«, hat der Bildhauer Heinrich Kirchner einmal gesagt. Mit seiner christlichen Kunst wurde der 1984 verstorbene Künstler vor allem in der Nachkriegszeit bekannt. 1952 erschuf er ein kreisrundes Taufbecken, das international mit einem 1. Preis ausgezeichnet wurde und sich jetzt im Besitz der Gemeinde Seeon-Seebruck befindet. An der Grundschule in Seeon hat das Kunstwerk nun seinen festen Platz gefunden. Im Beisein der Familie des Künstlers, den Nachbarn und Schulkindern, die ein Ständchen zum Besten gaben, wurde das Taufbecken eingeweiht.


Pfarrer Dr. Hans Huber ist grundsätzlich nicht verlegen, wenn es darum geht, wohlwollende und einleitende Worte zu finden Aber: »Ein Taufbecken segnen ist in der Katholischen Kirche nicht vorgesehen. Es wird durch den Betrieb in den Dienst genommen«, sagte er im Beisein des früheren evangelischen Dekans Gottfried Stritar. Die Gemeinde habe für das Kunstwerk am Kindergarten und an der Schule einen Ort gewählt, an dem alles zusammengehöre. Einen Ort des frohen Spielens, des Lernens und des Sporttreibens. Mit dem Taufbecken, das mit 16 Bildern die Schöpfungsgeschichte thematisiert, verfügt die Gemeinde über ein 14. Kirchner-Kunstwerk.

Anzeige

13 der expressiven Großplastiken des Künstlers, nach denen auch ein Weg ausgeschildert ist, befinden sich seit rund zwei Jahren fest im Besitz der Gemeinde, in der Heinrich Kirchner bis zu seinem Tod auch lebte. Die sogenannte Dreiergruppe »Bild des Hoffens«, die sich auf dem Gelände des Kultur- und Bildungszentrums Kloster Seeon befindet, wurde an den Bezirk Oberbayern veräußert. Die Skulpturen in der Fülle seien ein Alleinstellungsmerkmal in der Gemeinde, sagte Bürgermeister Bernd Ruth. Nicht zuletzt auch deshalb, weil Heinrich Kirchner in Pavolding gelebt und gewirkt habe. Das Taufbecken, das der Künstler 1952 erschaffen habe, sei 1954 bei einer internationalen Ausstellung mit einem 1. Preis ausgezeichnet worden. Über den Kaufpreis äußerte sich der Bürgermeister nicht. Er teilte aber mit, dass sich der Verein »Ausstellungshaus für christliche Kunst« gut zur Hälfte an der Finanzierung beteiligt habe. Der Verein hatte bereits vor zwei Jahren mit 70 000 Euro die Restfinanzierung des Kirchner-Werks in der Gemeinde Seeon-Seebruck übernommen.

Seit fünf Jahren gibt auch eine eigene Galerie am Jakob-Weyerer-Platz in Seebruck Einblick in die Schaffensweise Heinrich Kirchners. In der Galerie befinden sich neben einigen Großskulpturen auch Modelle, Zeichnungen und Bildmaterial. Die Gemeinde Seeon-Seebruck hat hiermit einen Bestand an Kunstwerken anzubieten, der weit über das Lokale oder die heimatlich-dankbare Erinnerung an die Welt des Fischerhofes von Pavolding hinausgeht, wo der Künstler bis zu seinem Tod wirkte und lebte. ga