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Kirchanschöring will Modellgemeinde werden

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Kirchanschöring. Bürgermeister Hans-Jörg Birner hob in seinem umfangreichen Rechenschaftsbericht auf der Bürgerversammlung im Gasthof Felber hervor, dass er den Fundus an Wissen und Ideen der Bürger nutzen wolle. Er setze daher auch weiterhin auf Bürgerbeteiligung und Bürgerengagement.


Zudem wolle die Gemeinde sich auch künftig nicht nur am wirtschaftlichen Erfolg messen, vielmehr werde diesen noch stärker mit der sozialen Verantwortung und der Schonung der Umwelt verbinden. »Wir definieren den Erfolg einer Gemeinderatsperiode nicht nur anhand von errichteten kommunalen Gebäuden und Bauwerken, sondern versuchen den Fokus auch auf etwas anderes zu lenken und tun dies durchaus erfolgreich.«

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Eine prominente Stellung bei den Bemühungen um Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung nimmt unter anderem das neue Projekt »Arbeiten und Wirtschaften in Kirchanschöring« ein. Dieses größer angelegte Vorhaben soll drei wichtige Bereiche zusammenführen: Eine nachhaltige Landwirtschaft, die Nahversorgung der Gemeinde gepaart mit hochwertigen Lebensmitteln und die Verbesserung der Wasserqualität des Waginger Sees.

Gemeindliche Gebäude kommt Schlüsselrolle zu

»Damit möchten wir Rahmenbedingungen schaffen, die eine regionale, kreislauforientierte Produktion und die Vermarktung möglich machen«, erläuterte Birner die Grundidee, mit der Kirchanschöring zur Modellgemeinde in ganz Bayern werden soll. Er stellte aber klar, dass es sich um kein Konkurrenzprojekt zum Seenbündnis handelt: »Es ist als eigenständiges Konzept der Gemeinde Kirchanschöring zu verstehen.«

Im Rahmen des erfolgreich von Bürgern erarbeiteten Klimaschutzkonzeptes komme den gemeindlichen Gebäuden eine Schlüsselrolle zu. Um den Energieverbrauch dieser Häuser zu drosseln, erstelle die Gemeinde heuer ein energetisches Sanierungskonzept. Sobald es vorliege, entscheide der Gemeinderat über dessen Umsetzung. Ein Gebäude, das man wohl als erstes in Angriff nehme, sei die aus den 1960er Jahren stammende Schule.

Bereits in der Umsetzungsphase seien hingegen der energieneutrale Kindergarten und die Kampagne zum Austausch alter, stromfressender Heizungspumpen. Da es auch Einsparpotenziale in der Straßenbeleuchtung gebe, statte die Gemeinde neue Standorte, wie etwa Hipflham, mit LED-Leuchten aus.

Im Frühjahr schließe die Gemeinde mit dem Ortsteil Leiharting den letzten großen Abschnitt an den Abwasserkanal an. »Wir werden auch in den nächsten Jahren mit verschiedenen Sanierungen an den bestehenden Abwasserleitungen beginnen müssen, weil bei den Kanalbefahrungen teilweise erhebliche Mängel an den Rohren festgestellt worden sind«, erklärte Birner. An der Sanierung müssen sich dann auch die Hausbesitzer finanziell beteiligen, wie Birner auf Nachfrage eines Bürgers erklärte. »Auch aus diesem Grund bemühen wir uns aber intensiv um Zuschüsse.«

Riesengebirgsstraße wird hergerichtet

Neben dem Kanalsystem stelle das Straßennetz eine wichtige Infrastrukturanlage dar. »In den letzten fünf Jahren haben wir mehr als 750 000 Euro in den Erhalt und die Pflege von Straßen gesteckt.« Neu gestaltet werde heuer die Straße von Redl über Fronholzen nach Ellham, was mit 360 000 Euro zu Buche schlage. Im Zuge der Kanalsanierung richte man auch die Riesengebirgsstraße her.

Mit Bedauern stellte Birner fest, dass der Ausbau des Radweges von Lackenbach her in Richtung Götzing letztendlich an den Grundstücksverhandlungen gescheitert sei. Der Gemeinderat sei sich jedoch einig, den gefährlichen Bereich in der Kurve nach dem Bushäuschen im nächsten Jahr in einer abgespeckten Version auszubauen. Allerdings müsse die Gemeinde Kirchanschöring dies auch alleine finanzieren. »Die Grundstückseigentümer in diesem Bereich haben ihre Bereitschaft signalisiert. Einige haben schon Vorverträge unterschrieben«, so der Bürgermeister. ca

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