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Kirchanschöring setzt auf Variobus

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Foto: Symbolbild, pixabay

Kirchanschöring – Die Gemeinde Kirchanschöring wird in den nächsten beiden Jahren rund 6000 Euro für den Variobus bezahlen; das sieht zumindest die Kostenkalkulation vor.


»Im Falle einer staatlichen Förderung für den Zeitraum ab 2. Mai sind die Kostenanteile neu zu verhandeln«, sagte Bürgermeister Hans-Jörg Birner in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Das Gremium stimmte der Kostenübernahme zu.

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Um die Kosten künftig möglichst niedrig zu halten, soll der Rufbus nur noch zu den stark nachgefragten Zeiten, also Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, fahren. Außerdem sollen die Fahrpreise angehoben werden. »Wie bisher geht es nämlich nicht mehr«, so Birner.

Zur Sachlage erläuterte der Bürgermeister, dass das Projektmodell Variobus am 2. Mai 2014 gestartet ist. Es sollte den öffentlichen Personen-Nahverkehr in und um Tittmoning, Fridolfing, Kirchanschöring und Taching verbessern und die Orte mit dem Bahnhof Waging verbinden. Drei Jahre lang sei das Bussystem mit staatlichen Zuschüssen von 70 Prozent probeweise gefördert worden. Diese finanzielle Hilfe des Freistaats laufe am 1. Mai aus.

Bei Gesprächen mit den Bürgermeistern und den Verkehrsunternehmern seien verschiedene Angebote diskutiert worden, ob sich der Variobus oder ein anderes Rufbussystem weiterführen lässt. »Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden waren sich einig, auch weiterhin ein bedarfsorientiertes Beförderungsangebot vorzuhalten, und sind bereit, dafür deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen.« Das favorisierte, günstigste Angebot gehe von Kosten in Höhe von knapp 77.570 Euro aus.

Die Bürgermeister seien der Meinung, dass man die Kosten angemessen auf den Schultern des Landkreises als Aufgabenträger und den vier Gemeinden verteilen könne, sagte Birner vor der Abstimmung, die der nunmehr kleineren Version des Busses eine weitere Chance einräumte. Allerdings müssen auch die anderen Kommunen einverstanden sein.

Wie mehrfach berichtet, handelt es sich um einen Kleinbus für acht Personen, der nur auf Bestellung kommt und nur bestimmte, aber verhältnismäßig viele Haltestellen ansteuert. In der Regel buchen die Fahrgäste die Fahrt mindestens zwei Stunden vorher. Abgeholt werden die Kunden nicht direkt an der Haustür, was die Domäne der regulären Taxi-Betreiber bleibt, sondern an eigens für den Variobus eingerichteten Haltestellen. Der zuständige Betreiber plant die Fahrtroute dann so, dass gegebenenfalls mehrere Kunden unterwegs eingesammelt und dann an der jeweils gewünschten Haltestelle abgesetzt werden.

Der Rufbus erfreut sich zwar schon einer gewissen Beliebtheit, verzeichnet jedoch noch immer zu wenig Fahrgastzahlen. Er fährt aber Gebiete an, in die sonst kein Bus käme, und das zu unterschiedlichen Zeiten. Daher wollen ihn die Kirchanschöringer behalten.

Der Gemeinderat verständigte sich auch darauf, den Antrag, den die Stadt Laufen bei der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und dem Bayerischen Innenministerium gestellt hat, zu unterstützen. Mit diesem Antrag soll ein Stundentakt auf der Bahnstrecke Fridolfing und Freilassing eingeführt werden. Wie es hieß, wäre diese Taktung der Bahn mit dem weitergeführten Variobus sehr gut kombinierbar. ca