weather-image
25°

Kino, Tanzbühne und Theater

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Großes Kino auch in Unterwössen? Die Schüler und die Jugend im Ort wünschen sich das. Die Besucher des Tags der offenen Tür sahen den Film »Schülertools« der Grund- und Mittelschule Unterwössen und zauberhafte Aufnahmen des Filmemachers Stefan Erdmann von Island. (Foto: Flug)

Unterwössen – Großes Interesse, sachliche Gespräche und realistische Ideen in unerwarteter Anzahl brachte der Tag der offenen Tür im Unterwössner Hallenbad. Mehr als 1000 Besucher waren gekommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. So will die Gemeinde die Bürger in die Planung der neuen Nutzung des Gebäudekomplexes einbeziehen. Nach der Einstellung des Badebetriebes verlangen vor allem die in ihren Ausmaßen besondere Schwimmhalle, aber auch die Sauna ein neues Konzept.


Bürgermeister Ludwig Entfellner sprach es am Ende für alle aus. »Die Bürger beurteilen und diskutieren sachlich und bringen Ideen.«

Anzeige

»Das hat mich sehr beeindruckt«

»Das hat mich sehr beeindruckt«, meinte auch der Projektplaner der Firma Intec, Architekt Anton Entfellner. Die Bürger hätten ein starkes Grundinteresse an der weiteren Entwicklung rund um das Hallenbad. Viele hätten bestehende Ideen weitergedacht. Da wäre auch völlig Neues in den Köpfen der Leute entstanden. Einzelne Besucher hätten ihre Überlegungen schon weit getrieben. Sie hätten Umstände einbezogen, an die er selbst noch gar nicht gedacht hätte.

Anton Entfellner zeigte sich – wie eigentlich alle – vom Veranstalter bis zum Besucher – begeistert von dem Tag. Der mache den politischen Prozess der Meinungsbildung viel leichter: Der Bürger sei nun umfassend informiert. Er habe sich mit dem Thema auseinandergesetzt und wisse zukünftig, worüber geredet werde. Bürgermeister Ludwig Enfellner und Verwaltungsleiter Thomas Müllinger beeindruckte vor allem der hohe Rücklauf der Fragebögen.

Informationen zu den Entscheidungsprozessen bekamen die Besucher von Bernhard Greimel mit einem ausgestellten Einblick in die Geschichte von Dorf und Hallenbad. Außerdem lag das Gutachten des Hallenbadfachmanns Josef Krautloher aus. Und schließlich hatte Projektplaner Anton Entfellner bisherige Stimmen, Ideen und Einschätzungen auf großen Stellwänden im Schwimmbecken dokumentiert.

Alle Nutzer des Hallenbadkomplexes waren von der Gemeinde aufgerufen worden, sich an diesem Tag zu präsentieren. Sie sollten den Bürgern einen Eindruck von den tatsächlichen Nutzungen vermitteln. Im Wössner Gemeindesaal zeugten Fotos vom Wirken des Wössner Bauerntheaters, im lockeren Wechsel spielten dort Schüler der Musikschule Wössen. Im Mütterzentrum gab es Kaffee und Kuchen. In den Saunaräumen im Erdgeschoß hatten Trachtenkinder eine Sansibar mit alkoholfreien Cocktails eingerichtet. Die Türen der Gastronomie zum Kamin standen offen, die Helfer um Wirtin Ingrid Fechtig-Holzner sorgten für das leibliche Wohl in der Schwimmhalle.

Raum muss keine Last sein

Fachleute und zwei Gutachten hatten für den Schwimmbetrieb des 1974 errichteten Hallenbades keine Zukunft gesehen. Mit hohen Verlusten konfrontiert, hatte der Gemeinderat heuer beschlossen, den Schwimmbetrieb einzustellen. Was tun mit der Schwimmhalle, war die Frage, um die sich am Sonntag alles drehte. Und fast allen der über 1000 Besucher wurde angesichts der Schwimmhallen- und Gebäudemaße klar, der Raum muss keine Last für die Gemeinde sein, er bietet auch Chancen.

Ein buntes, locker in den Tag eingestreutes Rahmenprogramm bot Ansätze für neue Nutzungsideen. Am Ende des Tages gab es für die vielen Besucher zwei Filme zu sehen. Das eine war der mehrfach prämierte Film »Schülertools« der Grund- und Mittelschule Unterwössen, das andere waren ganz besondere Filmaufnahmen des Filmemachers Stefan Erdmann aus Island. Erdmann zeigte im ersten Teil stimmungsvolle Landschaftsaufnahmen. Im zweiten Teil dann der Höhepunkt, als er den vor wenigen Wochen in Island miterlebten Vulkanausbruch mit Kamera und Ton dokumentierte. Da war es vor den großen Fenstern der Schwimmhalle längst dunkel und die Filme auf der Leinwand schufen eine besondere Atmosphäre.

In den nächsten Wochen werden Planer, Gemeinde und Gemeinderat versuchen, die Masse an Informationen aus diesem Tag zu strukturieren und zu organisieren. Sie halten das Ergebnis für eine wichtige Entscheidungsgrundlage im Rahmen der weiteren Entwicklung. Ludwig Flug