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Kindergartengebühren steigen um zehn Prozent

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Die Gebühren für die drei Kindergärten in der Marktgemeinde – in Waging (im Bild), Otting und Tettenhausen – steigen zum neuen Kindergartenjahr um rund zehn Prozent. (Foto: Archiv H. Eder)

Waging am See – Die Kindergartengebühren in Waging steigen ab dem kommenden Kindergartenjahr um gut zehn Prozent. Diese Erhöhung gilt sowohl für den gemeindlichen Kindergarten in Tettenhausen als auch für die beiden kirchlichen Kindergärten in Waging und Otting.


Grund für die Erhöhung waren hohe Defizite vor allem der kirchlichen Kindergärten, bedingt unter anderem durch neue Tarifverträge und höhere Eingruppierungen des Personals. 90 000 Euro betrug das Defizit beim Waginger Kindergarten, 57 000 Euro das in Otting: Das muss die Gemeinde ausgleichen, zusätzlich zu ihrem sowieso anfallenden Anteil an den Betriebskosten.

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440 000 Euro Defizit und Betriebskostenanteil

Betriebskostenanteil und Defizitausgleich summierten sich somit für den Kindergarten Waging im vergangenen Jahr auf rund 320 000 Euro, für den in Otting auf rund 120 000 Euro. Der eingruppige Kindergarten in Tettenhausen läuft dagegen fast kostendeckend. Allein die Personalkostensteigerungen in den vergangenen Jahren aufgrund von Tariferhöhungen und der damit verbundenen höheren Eingruppierungen hatten in den Waginger Kindergärten eine Kostensteigerung um rund 47 000 Euro verursacht. Diese Lohnkostensteigerungen werden durch den Staatszuschuss nicht einmal ansatzweise gedeckt, weil sich dieser rein nach Betreuungszeit und Alter der Kinder richtet. Die Steigerungen schlagen sich somit voll auf das Defizit nieder.

So sah es die Gemeinde als geboten an, die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben nicht noch weiter auseinanderklaffen zu lassen. Die Marktgemeinde war auch vonseiten der Kirche gebeten worden, über eine Erhöhung der Kindergartenbeiträge nachzudenken, da auch die Kindergärten in kirchlicher Trägerschaft angehalten sind, die Deckungslücke zu schließen. Letztmalig erhöht worden waren die Gebühren mit Beschluss zum Kindergartenjahr 2013/2014, allerdings nur sehr moderat um zwei Euro im Monat.

Der Gemeinderat sah die Notwendigkeit einer Gebührenerhöhung ein, um die Defizite nicht noch höher werden zu lassen, und stimmte einstimmig für das vorgeschlagene Modell. Längere Diskussionen gab es um Ermäßigungen, die dann zum Tragen kommen, wenn eine Familie mehrere Kinder in dem Kindergarten hat. Auch hier einigte man sich auf ein leicht geändertes Modell, allerdings nach langen Diskussionen.

Ausgangspunkt für ein neues Gebühren-Modell war die Buchungszeit von drei bis vier Stunden pro Woche mit der bisherigen Gebühr von 70 Euro im Monat. Bei der letzten Besprechung mit der Kirchenverwaltung war vorgeschlagen worden, diese Eingangsgebühren als Grundlage zu nehmen und von 70 auf 75 Euro zu erhöhen. Dabei blieb es im Grundsatz, allerdings ließ man die ursprünglich ebenfalls vorgeschlagene Erhöhung des Spielgelds von fünf auf sieben Euro bleiben und setzte die zwei Euro auf die Gebühren drauf. Dadurch ergab sich eine Benutzungsgebühr in der untersten Buchungseinheit von 77 statt bisher 70 Euro.

Da zwischen den jeweiligen Gebührenstufen eine Differenz von zehn Prozent liegen muss, ändern sich die Gebühren wie folgt: für drei bis vier Stunden von 70 auf 77 Euro, für vier bis fünf Stunden von 77 auf 85 Euro, für fünf bis sechs Stunden von 84 auf 93 Euro, für sechs bis sieben Stunden von 91 auf 101 Euro, für sieben bis acht Stunden von 98 auf 109 Euro, für acht bis neun Stunden von 105 auf 117 Euro und für über neun Stunden auf 125 Euro.

Vorschulkinder bleiben beitragsfrei

Auch bei den Ermäßigungen wurde letztlich eine Lösung gefunden. Derzeit sind in den Kindergärten 19 Vorschulkinder, die für die Eltern beitragsfrei sind. Für das erste Kind ist nach wie vor voll zu zahlen (außer wenn es ein Vorschulkind ist). Ist das der Fall, ist für das zweite Kind der volle Beitrag zu zahlen. Hat die Familie zwei Kinder im Kindergarten, gilt für das zweite Kind eine Ermäßigung von 50 Prozent wie bisher auch. Ein drittes oder gar viertes Kind ist beitragsfrei.

Die neuen Beiträge gelten auch für die Kinderkrippe in Waging, allerdings mit der Maßgabe, dass ein Krippenkind zwei Kindergartenplätze beansprucht. Denn die Krippengruppe kann nur die Hälfte der Kinderzahlen aufnehmen, also statt 25 Kindern nur zwölf. Somit ist der doppelte Elternbeitrag festzusetzen. he