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Kindergartengebühren steigen

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Ab September wird der Besuch der Seeon-Seebrucker Gemeindekindergärten teurer. Die Gebühren werden um zehn Prozent angehoben. Unser Archivbild entstand bei der 15-Jahr-Feier der »Chiemseefischerl«. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – Die Eltern, deren Kinder die gemeindlichen Kindergärten in Truchtlaching und Seebruck besuchen, müssen ab dem Kindergartenjahr 2018/2019 tiefer in die Tasche greifen.


Das monatliche Besuchergeld soll um zehn Prozent angehoben werden. Darauf hat sich der Gemeinderat bei sechs Gegenstimmen verständigt. Zuletzt wurden die Kindergartengebühren nach zehn Jahren zum Kindergartenjahr 2016/2017 um 15 Prozent angehoben.

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Zurückzuführen ist die erneute Anpassung auf das stetig steigende Betriebsdefizit der beiden Kindergärten. Steigende Personal- und Sachkosten sowie die Erweiterung der Öffnungszeiten seien der Erhöhung geschuldet, sagte Bürgermeister Bernd Ruth. »Aufgabe der Verwaltung ist es, dem Gemeinderat die Augen zu öffnen, wenn wir so defizitär unterwegs sind«, betonte Ruth. Er rechtfertigte die von der Verwaltung vorgeschlagene zehnprozentige Anpassung damit, dass die Kinder dafür auch eine Gegenleistung durch eine kompetente Betreuung bekommen.

Sepp Daxenberger (CSU) unterstützte das Gemeindeoberhaupt in seinen Aussagen und fügte an, dass die Gemeinde ohnehin sehr viel für ihre Kinder leiste. Auch Sepp Freiwang (FW) vertrat die Meinung, dass die Anpassung vertretbar sei. Eine klare Absage erteilte Christine Eglseer (CSU) dem Vorschlag der Verwaltung. Sie forderte eine moderatere Anpassung, gekoppelt an das Lohnkostenniveau. Die Einkommen seien um 2,5 bis drei Prozent gestiegen, dementsprechend sollte man auch die Kindergartengebühren anpassen. Sabine Pfaffenzeller (FW) stärkte ihrer Vorrednerin den Rücken und kritisierte, dass die Familien ohnehin nur geschröpft würden. »Wir sind eine familienfreundliche Gemeinde und schuldenfrei. Ich würde gar nicht raufgehen«, erklärte zweite Bürgermeisterin Martha Gruber. Deshalb werde sie die Erhöhung auch nicht mittragen.

Rudi Mayer (FW) sagte nur: »Das Geld ist am besten angelegt, wenn wir es in die Kinder investieren.« Die Anregungen von Andreas Niedermaier und Norbert Maier (FW), die Gebührenerhöhung, angelehnt an das von Eglseer angeregte Lohnkostenniveau zu staffeln oder auch den Förderverein mit ins Boot zu nehmen, um eine moderatere Erhöhung zu ermöglichen, fand keine Zustimmung.

Das Besuchergeld bewegt sich je nach Buchungszeit umgerechnet bei acht Euro. Ab 1. September zahlen die Eltern bei einer Besucherzeit von drei bis vier Stunden monatlich 78 Euro (bisher 70 Euro). Vier bis fünf Stunden kosten 85 Euro (77 Euro), fünf bis sechs Stunden 94 Euro (85 Euro), sechs bis sieben Stunden 104 Euro (94 Euro) und sieben bis acht Stunden 115 Euro (104 Euro). Das Spielgeld in Höhe von fünf Euro wird nicht erhöht. Den Gemeindekindergarten »Kinderburg Truchtlaching« besuchen aktuell 41 Kinder, davon ist ein Kind unter drei Jahre alt. Den weiteren Gemeindekindergarten »Chiemseefischerl« in Seebruck besuchen 21 Kinder, mit ebenfalls nur einem Kind unter drei Jahren. Neben den beiden Kindergärten betreibt die Gemeinde seit 2013 auch eine Kinderkrippe in Truchtlaching mit zwölf Plätzen. Hier werden die Gebühren nicht angehoben.

Nach Angaben der Verwaltung werde für die Vorschulkinder weiterhin auf das Besuchergeld ein Elternbeitragszuschuss nach dem Bayerischen Kinder Bildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) von bis zu 100 Euro monatlich gewährt. Dieser Zuschuss werde über die gesetzliche Förderung an die Gemeinde ausbezahlt und bis zur Hälfte des tatsächlichen Besuchergeldes weitergegeben. Demnach würden Vorschulkinder mit einem Besuchergeld von unter 100 Euro kein Besuchergeld bezahlen. ga