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Kindergarten wurde für 150 000 Euro umgebaut

Reit im Winkl. Umgebaut wird derzeit der Kindergarten in Reit im Winkl. Damit reagiert die Gemeinde auf einen seit dem 1. August geltenden bundesweiten Rechtsanspruch: Seit diesem Zeitpunkt müssen die Kommunen und Städte für Kinder schon ab Vollendung des ersten Lebensjahres eine Einrichtung zur frühkindlichen Förderung und Betreuung vorhalten.

Rund 150 000 Euro kosteten die umfangreichen Umbauarbeiten im Kindergarten Reit im Winkl.

Um diesem Anspruch gerecht werden zu können, wurde der Kindergarten an der Schwimmbadstraße im August umgebaut; derzeit werden die letzten Arbeiten erledigt. Mit dem neuen Kindergartenjahr sind für diese Einrichtung einige grundlegende Änderungen verbunden: So wird es statt drei Gruppen künftig nur noch zwei geben und in einem jetzt abgetrennten Bereich zwölf Plätze für Kleinstkinder. Rund 150 000 Euro wird diese Baumaßnahme insgesamt kosten.

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Die Vorstellungen und Verhandlungen zum Umbau des Kindergartens gestalteten sich zunächst schwierig: Die Eigentümerin des Gebäudes, die katholische Kirche, drängte zunächst darauf, neben den zu schaffenden Betreuungsmöglichkeiten für die Kleinstkinder das Haus komplett energetisch zu sanieren, neue Fenster, eine neue Heizanlage, Außendämmung am gesamten Gebäude, Verbesserung des Brandschutzes. Auf etwa 300 000 Euro waren diese Arbeiten veranschlagt, die den Betrieb des Kindergartens vorübergehend erheblich eingeschränkt hätten. So einigte sich das Ordinariat mit der Gemeinde – sie ist Trägerin des Kindergartens, darauf – die Baumaßnahme auf mehrere Jahre zu verteilen, weshalb in diesem Jahr zunächst die Krippenplätze für die Kleinstkinder hergerichtet wurden.

»Dies bedeutet, kitagerechte Toiletten, neue Parkettböden, ein Gruppen- und ein Schlafraum, eine Badewanne, Möglichkeiten zum Wickeln der Kinder«, wie dies Andreas Mühlberger auflistet, der als Bauingenieur die Arbeiten für die Gemeinde federführend begleitet. Außerdem wird an der Ostseite auch ein eigener Zugang geschaffen. Künftig soll zudem der Garten getrennt werden, um beiden Gruppen in der gesamten Einrichtung individuell gerecht werden zu können. Mit 150 000 Euro an Baukosten rechnet Mühlberger, 70 Prozent würden davon mittels Zuschüssen finanziert.

Dass ein Teil des Kindergartens – immerhin 130 Quadratmeter – überhaupt vom jetzigen Kindergarten abgekoppelt werden konnten, liegt wesentlich daran, dass die Zahl der Kinder in den vergangenen Jahren stetig abgenommen hat. »Wir haben derzeit etwa 40 Kinder«, erklärt dazu die Leiterin des Kindergartens, Gerti Petersen. Diese Mädchen und Buben werden künftig in zwei Gruppen aufgeteilt; eine Regelgruppe und eine Integrationsgruppe. »Bisher hatten wir stets drei Gruppen, aber dafür reichen jetzt die Kinder nicht mehr«, so die Leiterin weiter, was eben Raum freigesetzt habe für die neue Kindertagesstätte.

Elf der zwölf Plätze seien bereits gebucht, eine Erzieherin habe sich eigens für die besonderen Belange dieser neuen Altersgruppe qualifizieren lassen, obwohl es »eine Verpflichtung seitens des Gesetzgebers dafür eigentlich nicht gibt«, fügt Gerti Petersen an. Dennoch werde nach Ansicht der Leiterin der Übergang nicht einfach werden, auch weil spezielles Mobiliar erst im Oktober geliefert werden könne. Bis dahin müsse man sich mit den bisherigen Möbeln notdürftig behelfen, was nicht »ganz ideal« sei. In einigen Jahren, von zwei bis fünf ist die Rede, soll dann die energetische Sanierung des Reit im Winkler Kindergartens folgen. Mit der Schaffung von Betreuungsmöglichkeiten für Kleinstkinder ab einem Jahr beginnt jetzt jedenfalls ein neues Kapitel in der Geschichte dieser Einrichtung, die im vergangenen Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiern konnte. ost