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Kindergarten auf dem Weg in die Zukunft

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Drei Gruppen mit 75 Kindern gibt es mittlerweile im Kindergarten Petting. Bei einem Ortstermin informierte sich der Gemeinderat über die Gegebenheiten. Dabei kam unter anderem der Wunsch nach mehr Toiletten zur Sprache. (Foto: Höfer)

Petting – Die Kinderzahl steigt nicht, aber die Anforderungen haben sich verändert. Die Kleinen starten früher und bleiben länger. Pettings Gemeinderat verschaffte sich in einer außerordentlichen Gemeinderatssitzung einen Überblick über die Situation im Kindergarten. Das Fazit: Das Raumkonzept entspricht den Anforderungen, aber es gibt Bereiche, die verbessert werden sollten.


Angefangen hat Leiterin Irmi Eder vor 25 Jahren mit einer Gruppe und fünf Mitarbeiterinnen. Heute sind es mit Bären, Mäusen und Elefanten drei Gruppen zu je 25 Kinder; dazu kommt die Kinderkrippe mit zwölf Käfern. Inklusive Praktikantin sind inzwischen zwölf Leute beschäftigt.

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Lanzinger: »Wir haben kein akutes Problem«

»Wir haben kein akutes Problem«, stellte Bürgermeister Karl Lanzinger fest, »die Zahl der Kinder ist eher gleichbleibend.« Tatsächlich waren in den vergangenen drei Jahren je 21 Kinder zur Welt gekommen. Weil aber die Kleinen heutzutage schon mit zwei Jahren starten, ist die »Reaktionszeit« kürzer geworden.

Geschäftsleiter Reinhard Melz hatte Grafiken zur Entwicklung von Kinderzahlen und Bedarf sowie Grundrisspläne von Erd- und Kellergeschoß dabei. Raum für Raum durchwanderte der fast vollzählige Gemeinderat mit drei Mitarbeiterinnen und drei Vertreterinnen des Elternbeirats. »Ein gemeinsames Anziehen ist mit 75 Kindern schwierig«, erläuterte Eder im Flur, weshalb das zeitversetzt gemacht wird.

Es gibt drei Gruppenräume und zwei Nebenräume. Für besondere Maßnahmen wird häufig in den Kellerraum ausgewichen, denn es kommen auch externe Spezialisten für spezielle Förderungen. »Niemand will den ganzen Vormittag im Keller verbringen«, verdeutlichte Margit Ganzenhuber.

Im Mal- und Bastelraum müssen die Kinder bis 11.30 Uhr fertig sein, damit die Werke noch trocknen können, ehe umgebaut wird fürs Mittagessen um 12 Uhr. »Der Aufwand dafür ist nicht gering«, beschrieb es die Leiterin. Früher war das Essen in der Küche. Inzwischen brauchen aber 15 Kinder Platz. Eine Mitarbeiterin holt das Essen aus der neuen Grundschule.

Vier Toiletten für 75 Kinder sind zu wenig

Das Büro sei »eher klein«, fasste Eder zusammen, das Putzkammerl »auch nicht ganz groß« und der Materialraum »sowas von klein.« Die vier Toiletten und vier Waschbecken waren für 50 Kinder vorgesehen. »Für 75 Kinder zu wenig«, sagt Ganzenhuber, »denn wenn's pressiert, dann pressiert's.« Weil auch manch Dreijährige gewickelt werden müssen, muss die Erzieherin mit denen »ganz nach hinten«, sodass die restlichen Kinder für kurze Zeit allein bleiben.

»Wie geht es weiter mit den Schulkindern?«, fragte Irmi Eder mit Verweis auf den Hort in Kirchanschöring. In Petting essen die Schüler noch in der Schule und wechseln erst um 13.30 Uhr in den Kindergarten. 25 Kinder, die jedoch nicht vollzählig und nicht die ganze Zeit da sind, hat Eder auf ihrer »Nachmittagsliste«.

Bei der Mittagsverpflegung in der Schule sei die »Tendenz steigend«, wie Lanzinger informierte. Die Krippe ist mit zwölf Kindern voll. »Ich weiß nicht, ob das auf lange Sicht reicht«.

Schon während des Rundgangs sprachen er und die Gemeinderäte über Erweiterungsmöglichkeiten. Sollte der Lichthof im Inneren genutzt werden? Der müsste dann beschattet werden, was die umgrenzenden Räume verdunkeln würde. Dritter Bürgermeister Thomas Stippel könnte sich einen kleineren Glasanbau an der Nordseite vorstellen. »Vielleicht doch oben drauf bauen«, überlegte Lanzinger. Der Garten sollte jedenfalls erhalten bleiben. Das Gemeindeoberhaupt schlug vor, einen Planer zu Rate zu ziehen.

Waldkindergarten als alternative Ergänzung?

Eine »andere Idee« hatte Elternbeiratsvorsitzende Christine Mayer. »Warum nicht einen Waldkindergarten gründen?« Das liege im Trend, das Interesse daran steige. Zudem wäre eine solche Ergänzung weniger aufwendig, als das Gebäude aufzustocken. »Wir sollten so etwas mal anschauen«, schlug der zweite Bürgermeister Ludwig Prechtl vor. In Teisendorf hätten die Eltern selbst angepackt, »und die sind voll begeistert.« Auch er sieht darin eine »mögliche Entlastung.«

»Die Eltern entscheiden«, so Lanzinger. »Wir als Träger haben ausreichend Plätze in zeitgemäßer Qualität zur Verfügung zu stellen.« Die Bedürfnisse und Ansprüche seien jedenfalls »anders als vor 25 Jahren.« In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen will man über die Zukunft des Kindergartens beraten. höf

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