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Kindercamp wird vor Hochwasser geschützt

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Das Kindercamp Sonnenhof im Ortsteil Geisenhausen wird mit Erdwällen vor einem nächsten Hochwasser geschützt. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Das Kindercamp Sonnenhof im Ortsteil Geisenhausen war eines der Gebäude, das vom Hochwasser im Juni 2013 besonders stark betroffen war. Nun entstehen bis zu 1,80 Meter hohe Erdwälle an drei Seiten rund um das Haus.


Keller und Erdgeschoß des Ferienheims waren vor rund drei Jahren total überflutet. Außen stand das Wasser 30 Stunden lang in einer Höhe von 1,30 Meter. »Wir mussten irgendetwas machen«, sagt Helga Kraus, die mit ihrem Mann Peter das Ferienheim für rund 60 Kinder betreibt. Das Anwesen liegt im Überschwemmungsbereich der Tiroler Achen, sodass es auch bei früheren Hochwassern, zum Beispiel 2002, immer wieder stark betroffen war. Die damals getätigten Schutzmaßnahmen, wie die komplette Abdichtung von Fenstern und Türen nützten kaum etwas, denn auch durch die Bruchsteinmauern konnte Wasser eindringen.

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Nun wird das Gebäude von drei Seiten von bis zu 1,80 Meter hohen Erdwällen geschützt. Das Gelände ist nicht eben, sodass die Höhe den topografischen Gegebenheiten und dem genau registrierten Stand der früheren Hochwasser angepasst wird. Der bestehende Hügel im Südwesten des Hauses wird in den Erdwall mit einbe-zogen. Die Deichkrone soll etwa einen Meter breit werden. Nach einer Auflage der Unteren Naturschutzbehörde werden die Wälle abschließend mit 45 verschiedenen Gräsern bepflanzt.

Lediglich im Osten soll das Haus bei Bedarf mit einem aufblasbaren Schlauchwehr geschützt werden, sodass es dann wie eine Insel von Wasser umgeben sein kann. Die Schutzmaßnahme ist auf ein hundertjähriges Hochwasser berechnet mit einer Pufferzone von 30 Zentimetern nach oben. »Es war die einzige Möglichkeit, uns zu schützen«, sagt Peter Kraus. »Noch einmal würden wir ein Hochwasser wie 2013 nicht durchstehen«.

Die »objektbezogene Hochwasserschutzanlage«, wie es im Behördendeutsch heißt, ist vom Ingenieurbüro Aquasoli geplant worden und mit Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt abgesprochen. Der Gemeinderat billigte die Baumaßnahme einstimmig und gewährte einen Zuschuss von 4000 Euro.

Die ganze Maßnahme wird nach der Berechnung von Aquasoli allerdings rund 150 000 Euro kosten. Allein das Schlauchwehr kostet 30 000 Euro, dazu müssen ein Generator und vier große Pumpen angeschafft werden, damit bei einem Hochwasserereignis das innerhalb der Einfriedung gesammelte Regenwasser und das ansteigende Grundwasser herausgepumpt werden können.

Helga und Peter Kraus sind immer noch überwältigt von der großen Hilfsbereitschaft, die sie nach dem Hochwasser 2013 erfuhren, und die auch heute noch vorhanden ist. So liefert zum Beispiel der Marquartsteiner Fuhr- und Baggerbetrieb Aigner kostenlos das Erdmaterial von seinen jeweiligen Baustellen an. gi

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