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»Kinderbauüberwachung« hat alle Hände voll zu tun

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Gespannt verfolgten die Kinder des Kindergartens St. Elisabeth jetzt die Umsetzung der Bäume. Sie war nötig, um Platz zu schaffen für den neuen Anbau. (Foto: Caruso)

Kirchanschöring. Große Spannung herrscht derzeit bei den Buben und Mädchen im Kindergarten St. Elisabeth: Dieser Tage wurden bereits die Bäume versetzt, um Platz zu schaffen für den neuen Anbau. Anfang April beginnen die eigentlichen Bauarbeiten, die viele spannende Beobachtungen versprechen. Schon das Umsetzen der Bäume sei durch die »Kinderbauüberwachung« genauestens verfolgt worden, erzählt Kindergartenleiterin Tine Neuer im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.


Der Kindergarten werde auch umbenannt in »Haus für Kinder – St. Elisabeth«. Ab September sei dies die offizielle Bezeichnung für die Einrichtung. Auf diesen Titel haben sich das Kindergartenteam und die Eltern verständigt. In dem neu zu gestaltenden Garten sollen sich alle Kinder wohlfühlen, er soll ihnen genug Raum lassen zum kreativen Spiel. So habe man sich bewusst gegen teure Spielgeräte ausgesprochen, erklärt Neuer. »Da die Anlage auch die Selbstständigkeit und das Interesse an der Natur wecken soll, lag der Gedanke nahe, darin unterschiedliche Räume für unterschiedliche Aktivitäten anzulegen.«

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Kinder bräuchten Freiräume und müssten sich austoben können. »Sie brauchen auch Plätze, wo sie klettern, experimentieren, ungestört spielen und sich verstecken können.« Auch sollten sie wählen dürfen, ob sie in der Gruppe spielen oder für sich sein wollen.

Jedes Kind werde die Möglichkeit haben, Spuren zu hinterlassen. Denn es entstehe ein Garten, der nie vollendet ist und sich stetig verändere. »Er wird also genau wie seine Benutzer«, betont die Kindergartenleiterin. Sie freue sich, dass sich die Gemeinde, die den Garten anlegen lässt, für die Landschaftsarchitekten Regina Reiter und Florian Tahedl entschieden hat. »Mit Regina Reiter wurde uns eine Planerin zur Seite gestellt, die durch ihre besonderen Ideen und ihr Fachwissen einen Garten kreierte, der all unsere Erwartungen deutlich übertroffen hat.«

Anfangs ähnele wohl alles eher einer Baustelle. Auch dauere es sicher einige Zeit, bis alles gewachsen ist. Aber die Kinder wollten ihren Garten sicher schnellstmöglich in Besitz nehmen, wirbt Neuer um Verständnis für das eine oder andere schmutzige Stiefelchen. »Die Kinder werden sich sicher nicht daran stören, dass es nach Regen herrliche Matschlöcher gibt, die so schön spritzen, wenn man mit Schwung durchsaust.« Schmutz sei nichts gegen das, was Kinder lernen und (be)-greifen, wenn sie in und mit der Natur arbeiten, die ihnen Raum für Fantasie lässt. Überdies biete diese natürliche Landschaft ein Wirkungsfeld zur körperlichen Entfaltung und trage zur Entwicklung von Selbstständigkeit und Individualismus bei. „Sozialkompetenzen und Selbsterfahrung sowie eine gut ausgebildete Grob- und Feinmotorik sind das Rüstzeug, das wir ihnen mit auf den Weg geben wollen«, so Tine Neuer. ca