weather-image
34°

Kinder unter zwei Jahre in die Kita?

4.0
4.0
Kita
Bildtext einblenden
Deutschlands Kitas sollen besser und für Geringverdiener kostenlos werden. Dazu beschloss das Bundeskabinett das «Gute-Kita-Gesetz» von Familienministerin Giffey. Foto: Jens Büttner/Symbolbild Foto: dpa
Kinder unter zwei Jahre in die Kita?
Bildtext einblenden
Der Trend zur frühen Betreuung setzte sich im vergangenen Jahr nicht fort.

Deutschlandweit hat sich der Anteil der unter Zweijährigen, die in der Krippe oder von Tageseltern betreut werden, in den vergangenen drei Jahren bei rund 33 Prozent eingependelt.


Im Kreis Traunstein verbringen 16,1 Prozent aller unter Zweijährigen nach den aktuellen Daten des Regionalatlas' Deutschland den Tag in Kinderkrippen oder bei Tageseltern. Das heißt, bei uns hat sich der Trend zur frühen Betreuung im Vergleich zum Vorjahr nicht fortgesetzt. Denn damals waren es 16,4 Prozent. Nur zum Vergleich: Im Jahr 2009 hatte die Zahl der unter Zweijährigen, die tagsüber betreut wurden, bei uns noch bei 7,7 Prozent gelegen.

Anzeige

Unumstritten ist das Angebot nicht: Vollzeitmütter brauchen's kaum, viele schwangere, gut ausgebildete Akademikerinnen, aber auch Schichtarbeiterinnen und Alleinerziehende wollen oder können nicht drauf verzichten. Wobei wollen und können natürlich auch vom Familieneinkommen abhängt. Und ein bisschen vom Standort der Mutter- beziehungsweise Elternschaft. Bundesweiter Spitzenreiter ist der Kreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt mit einer Betreuungsquote bei den unter Zweijährigen von 63,4 Prozent. Da spiegelt sich ein Unterschied zwischen Ost und West, der seit Jahrzehnten gilt. Der Osten ist bei der Kinderbetreuung außerhalb vorn, im Westen wird das Kind länger in der Familie betreut: Die Akademikerinnenhochburg Heidelberg ist mit 45,5 Prozent die erste westdeutsche Stadt in der Kita-Besuch-Bundesliga.

Kinder unter zwei Jahre in die Kita?
Bildtext einblenden
Der Trend zur frühen Betreuung setzte sich im vergangenen Jahr nicht fort.

Für den Kreis Traunstein gilt, dass heute rund 2,1-mal mehr Kinder in der Krippe oder bei Tageseltern im Sinne der schwarz-roten Familienpolitik aufs Leben vorbereitet werden als 2009. Dabei betreuten nach den Daten, die die Statistischen Landesämter in den Regionalatlas einspeisen, im Jahr 2017 Tagesmütter beziehungsweise -eltern rund 0,2 Prozent der Kinder, Tageseinrichtungen rund 15,9 Prozent. Der Betreuungswert in Tageseinrichtungen liegt im Kreis Traunstein damit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 28,0 Prozent. Bei den Tageseltern sind die 0,2 Prozent ebenfalls deutlich weniger als der Bundeswert von 5,2 Prozent.

In der Krippen- und Tagesmütter-Bundesliga reicht die Betreuungsquote von zusammen 16,1 Prozent im Kreis Traunstein damit für Platz 398 unter 400 ausgewerteten Städten und Kreisen (plus Stadtstaaten). Das rein quotenmäßige Schlusslicht ist das Berchtesgadener Land, wo nur jedes siebte Kleinkind (13,7 Prozent/Vorjahr: 14,3 Prozent) fremdbetreut wird. zds