weather-image

Kinder ließen sich vom Theaterspiel einfangen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
In eine bunte Südseelandschaft wurden die Besucher des Kinderstücks »Urmel aus dem Eis« entführt. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Ein geniales Bühnenbild – mit einer felsigen Südseelandschaft auf der einen und einer geheimnisvollen Höhlenszenerie auf der anderen Seite –, fantasievolle farbenfrohe Kostüme, originelle Livemusik und Schauspieler, die mit großer Spielfreude bei der Sache waren: Das waren die Zutaten, die aus dem bekannten Kinderstück »Urmel aus dem Eis« des Theatervereins Otting für alle, nicht nur für die Kinder, im Gasthaus Oberwirt einen vergnüglichen Premierenabend werden ließen.


Dabei beginnen die Kindertheater in Otting, wenn man so will, ja schon lang vor dem eigentlichen Theater. Die Kinder sitzen, liegen, lümmeln sich auf den vor der Bühne aufgestellten Bänken. Das Zuschauen macht schon hier großen Spaß – und das hört auch nicht auf, wenn das Stück beginnt.

Anzeige

Von mucksmäuschenstill bis lauter Protest

Da sind die Kinder dann, wenn die Lichter ausgehen, zunächst mucksmäuschenstill und folgen aufmerksam dem Geschehen. Mehr und mehr aber nehmen sie am Geschehen teil. Diesmal war es mit zunehmender Spieldauer der Seele-Fant (Sepp Thaler) mit seinen traurigen Liedern, sehr laut und sehr falsch gesungen, der die Kinder mobilisierte. Je öfter er seine Stimme erhob und von seinem traurigen Leben sang, umso größer wurden die Proteste, er möge endlich Ruhe geben und aufhören.

Zunächst aber entfaltete sich die Szenerie auf der Bühne. In einem 25 Meter langen Bühnenbild war auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite ein Felsengebilde, von viel Natur bewachsen, dargestellt. In der Mitte das »Schulhaus« des schrulligen Naturkundeprofessors Habakuk Tibatong (Johanna Zahnbrecher), der den Tieren auf der Insel Titiwu das Sprechen beibringt – mit unterschiedlichem Erfolg. Die meisten der Tiere kultivieren einen lustigen Sprachfehler, den sie trotz intensiven Übens nicht losbringen. So jammert etwa Ping, der ansonsten fröhliche Pinguin (Margit Thaller), dass er so gerne mal in der »Mupfl« – so hört sich bei ihm das Wort »Muschel« an – Platz nehmen würde. Das aber will Wawa, der behäbige Waran (Monika Baderhuber), auf gar keinen Fall zulassen. Abgerundet wird die lustige Menagerie durch den Schuhschnabel Schusch (Rosi Seehuber).

Im Mittelpunkt des Geschehens aber steht Wutz, das Hausschwein, eine Rolle, die Bernhard Mühlbacher voller Inbrunst ausspielt. Wutz beklagt sich regelmäßig, dass er die Schlampereien nicht nur des Professors, sondern auch der Schüler immer wieder aufräumen muss. Und als dann das Meer einen kleinen Eisberg an Land spült, in dem ein Ei eingeschlossen ist, aus dem schließlich mit viel Zeit und Mühe das kleine Urmel (Isabelle Maier) ausgebrütet wird, will sich Wutz ganz gewiss nicht auch noch als Ersatzmutter betätigen. Aber letztlich kann die gute Seele dem beharrlichen Werben des kleinen grünen Tierchens nicht widerstehen.

Großer Applaus für die Schauspieler

Von daher ist Wutz auch ganz entsetzt, als König Pumponell (Konrad Seehuber), ein bekannter Großwildjäger, auftaucht, der das Urmel unbedingt seiner Trophäensammlung einverleiben will. Aber da helfen alle zusammen und bringen das inzwischen herangewachsene Urmel (Katharina Maierhofer) in Sicherheit.

Neben der üppigen Südsee-Szenerie war es gerade auch die Musik, die dem Spiel einen besonderen Charakter verlieh. »Los Moskitos«, eine Gruppe von Musikanten der Blaskapelle Jung-Otting, setzten musikalische Eckpunkte in dem Stück.

Als die Kinder dann zum Schluss – nach dem großen Applaus für die Schauspieler – auf die Bühne durften, war die Begeisterung groß, und es gab kein Halten mehr. Die weiteren Aufführungen sind am heutigen Freitag, 16 und 19 Uhr, am morgigen Samstag, 14 und 17 Uhr sowie am Sonntag, 11 und 14 Uhr, im Gasthaus Oberwirt in Otting. Karten gibt es unter Telefon 0700/88688464 (Montag bis Freitag 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, Samstag 9 bis 12 Uhr). he