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Kessellifte wollen erweitern

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Damit auch in Zukunft Mitte Dezember das Skifahren in Inzell möglich ist, plant der Betreiber der Kessellifte die Errichtung eines Betriebsleitergebäudes und einen Beschneiungsweiher, um in kurzer Zeit den notwendigen Schnee zu produzieren und somit die Energiekosten zu minimieren. (Foto: Archiv Wegscheider)

Inzell – Das »Sondergebiet Edeka Markt« in Inzell kann erweitert werden. Das legte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung fest. Die Anregungen oder Einwände der Träger öffentlicher Belange und Nachbargemeinden, die gegen die Planung vorgebracht wurden, konnten in die Planung eingearbeitet werden. Eine Änderung des Planentwurfs in der Fassung von Anfang Oktober war danach nicht mehr zu veranlassen. Das Verfahren wurde mit dem Satzungsbeschluss fortgeführt und der Bebauungsplan und damit auch die darin erfolgten Festsetzungen treten mit der Bekanntmachung in Kraft.


Ein weiterer Punkt in der Sitzung war die 23. Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Inzell im Bereich der Kessellifte. Der Betreiber des Kesselliftes benötigt ein Betriebsleiterwohnhaus am Lift, da zur Pflege, Beschneiung und Präparierung der Pisten auch am Abend und in den Nachtzeiten ein Verantwortlicher vor Ort sein muss. Zusätzlich sind weitere Nebengebäude für die Geräte sowie eine Werkstatt zur Pflege und Instandsetzung notwendig.

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Von großer Bedeutung ist die Errichtung eines Speicherteichs für die bestehende Beschneiungsanlage. Eine Planung dafür wurde eingereicht. Damit könnte gewährleistet werden, dass in möglichst kurzer Zeit der Bedarf an Maschinenschnee für die Wintersaison produziert werden kann. Das spart Energiekosten und viel Arbeitszeit. Der Bebauungsplan soll im Parallelverfahren aufgestellt werden. Die Planungsarbeiten übernimmt das Planungsbüro Strasser, Traunstein. Zugleich mit der Änderung des Flächennutzungsplans kam es auch zur Aufstellung des Bebauungsplans »Sondergebiet Kessellift«.

Gerhard Steinbacher, der Geschäftsführer der Inzeller Touristik GmbH (ITG) berichtete ausführlich über eine Gästebefragung, die von 1. Mai 2016 bis zum April 2017 durchgeführt wurde. Der Fragebogen, der von den Gästen zu beantworten war, dauerte ca. 20 Minuten und war für die gesamte Region Chiemgau vorgesehen. Für Fremdenverkehrsorte mit über 400 abgegebenen Fragebögen gab es eine Einzelauswertung. Das gibt nun gesonderte Aufschlüsse über die Vorlieben der Besucher und das Verhalten der Gäste.

In der Gemeinde Inzell gab es die meisten Fragebögen aller Chiemgauer Orte aus den Sommer- und Winterurlaubern mit den spezifischen Fragen. Auffallend in Inzell ist, dass neben den vielen Gästen aus Deutschland (Höchstwert) auch viele Holländer Urlaub in der Gemeinde machen. Dies ist natürlich auch überwiegend der Max Aicher Arena mit den vielen Eissportlern geschuldet. Die Auswertung ergab auch, dass 58 Prozent der Urlauber Stammgäste sind, die fast jedes Jahr oder sogar mehrmals jährlich den Weg nach Inzell finden.

Die Aufmerksamkeit der Gäste liegt dabei mit fast 70 Prozent auf der Region/Ort selbst, gefolgt von der Unterkunft (20 Prozent). Von den zehn Top Gründen in Inzell Urlaub zu machen, werden sehr oft die Berge/Landschaft/Natur, die Ruhe und die Gastfreundschaft genannt, was auch sehr im Zusammenhang mit den angegebenen Urlaubsmotiven zusammenhängt wie Wohlfühlen/Genießen, Erholung/neue Kraft tanken und in der Natur sein/Natur erleben (alle über 53 Prozent).

Ermittelt wurde auch der Buchungszeitpunkt der Stammgäste, von denen bereits sehr viele über sechs Monate vor dem jeweiligen Urlaub ihr Quartier wieder buchen. Abgefragt unter den Urlaubsgästen wurden auch die Eigenschaften, die auf Inzell passen. Hier waren die meistgenannten Schlagworte die Gastfreundschaft, Erholung, Natürlichkeit und Tradition. Von den Ausflugszielen, die von Inzell aus besucht wurden, stand an erster Stelle die Nachbargemeinde Ruhpolding, gefolgt von Bad Reichenhall, Traunstein und Berchtesgaden. Aber auch Salzburg, der Chiemsee, der Königssee und Reit im Winkl wurden oft genannt.

Dies sei auch ein großer Vorteil von Inzell, das es sehr zentral liege und viele Attraktionen in kurzer Zeit erreicht werden können. Somit bleibt zu hoffen, schloss Touristiker Steinbacher, dass auch in Zukunft die Gäste den Weg nach Inzell finden, auch wenn die Olympischen Spiele 2026 nun nicht in der Eisschnelllaufmetropole stattfinden werden. hw