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Keine weiteren Funde bei archäologischer Grabung

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Archäologe Stefan Mühlemeier von der Firma Phoinix prüfte genau, was der Bagger freilegte. Untersucht wurde ein etwa 60 Meter langes, schmales Stück entlang der Staatsstraße. (Foto: H. Eder)

Waging am See. Beim Bau der Waginger Ortsumfahrung im Jahr 1956 waren Teile eines einst ausgedehnten, römischen Gutshofes, einer sogenannten »Villa rustica«, ausgegraben worden. Nach genauer Untersuchung und Erfassung hat man dann alles wieder zugefüllt. Da die Gemeinde Waging jetzt im Bereich zwischen Aral-Tankstelle und Strandbadallee parallel zur Straße eine Lärmschutzwand bauen will, schaltete sich das Landesamt für Denkmalpflege ein. Am Dienstag wurde gegraben. Ergebnis: negativ.


Lange hatte die Marktgemeinde Waging warten müssen, ehe sich eine Firma fand, die für solche Aufgaben qualifiziert ist und gleichzeitig relativ kurzfristig Zeit hatte. Jetzt war es endlich soweit: Die Mitarbeiter der Firma Phoinix aus Pöcking gruben mit Hilfe eines Baggers, den die Gemeinde organisiert hatte, in dem Bereich, in dem einst die römischen Reste gefunden worden waren. Unter Aufsicht und Kommando des Archäologen Stefan Mühlemeier zogen sie entlang der Straße einen etwa 60 Meter langen und etwa 60 Zentimeter breiten Graben, vorsichtig Schicht für Schicht in die Erde gehend. Gleichzeitig suchte Mühlemeier mit seinem Metallsuchgerät nach etwaigen Relikten. Das Ergebnis war rundum negativ.

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Es fanden sich keinerlei Scherben, keine Metalle, schlichtweg nichts, was auf archäologische Hinterlassenschaften hingedeutet hätte, wie Franz Fenninger von der Gemeinde Waging berichtet. Er war darüber auch keineswegs erstaunt. Er hatte die Grabungen von Haus aus für relativ überflüssig erachtet, weil genau diesen Bereich eine ganze Reihe von Kabeln und Rohren durchlaufen, die Erde also schon etliche Male durchwühlt worden war. So konnte seiner Meinung nach in diesem Bereich eigentlich wirklich gar nichts mehr in der Erde sein.

So sind die archäologischen Grabungen in Waging am künftigen Verlauf der geplanten Lärmschutzwand entlang der Staatsstraße 2105 schon wieder beendet, kaum dass sie begonnen hatten. Damit ist das Baufeld freigegeben und ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung Baubeginn getan. Nun gilt es nur noch mit dem Staatlichen Bauamt einen Gestattungsvertrag für die Errichtung der rund 570 Meter langen und rund 340 000 Euro teuren Lärmschutzwand abzuschließen. Dies könnte, so hofft Fenninger, schon in den nächsten Tagen über die Bühne gehen. Außerdem wartet die Gemeinde noch auf die Genehmigung des Bauplans durch das Landratsamt, was aber wohl auch nur noch eine Formsache sein dürfte.

Bis allerdings die Lärmschutzwand tatsächlich aufgestellt werden kann, wird es noch eine ganze Weile dauern. Denn erst jetzt, nach Beendigung der archäologischen Grabung, konnte der Bauauftrag endgültig vergeben werden. Jetzt beginnt die damit beauftragte Spezialfirma heb Ingenieurbau GmbH aus Passau damit, die Bauteile – die Träger, die Betonteile und die Holzwände – zu fertigen, was sicherlich einige Wochen dauern wird. Darum will sich Fenninger noch nicht auf einen möglichen Zeitpunkt für den Baubeginn festlegen. he