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Keine Schulden, vier Millionen Euro auf der hohen Kante

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Petting – In der gut besuchten Bürgerversammlung informierten Bürgermeister Karl Lanzinger und Kämmerer Reinhard Melz ausführlich über das zu Ende gehende Jahr. Die erfreulichste Nachricht: Die Gemeinde hat keine Schulden, aber mehr als vier Millionen Euro auf der hohen Kante. Eine weitere: Das Seelsorgeteam der Pfarrei bekommt mit Kaspar Müller einen zweiten Pfarrer und Petting ein neues Lagerhaus. Vielleicht waren diese erfreulichen Nachrichten der Grund, warum sich in der Diskussion nur drei Bürger zu Wort meldeten.


»In Petting gibt es die niedrigsten Kindergartengebühren im ganzen Landkreis«, sagte der Bürgermeister zum Beginn seines Jahresrückblicks. Den Kindergarten besuchen 75 Kinder, davon sind 12 unter 3 Jahre und 9 kommen nachmittags. Für Vorschulkinder muss man dank eines Staatszuschusses keine Gebühren bezahlen. Allerdings trägt die Gemeinde das Defizit von 135 000 Euro. Für die drei Eltern-Kind-Gruppen zahlt die Gemeinde jährlich einen Zuschuss von 155 Euro pro Kind. 90 Kinder besuchen die Grundschule, 51 die Mittelschule in Waging. Die Mittagsbetreuung spielt auch in Petting eine immer größere Rolle.

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Schulhausneubau kostet knapp 3,5 Millionen Euro

Zum geplanten Schulhausneubau teilte der Bürgermeister mit, dass die Eingabepläne beim Bauamt zur Genehmigung liegen und die Architekten an der Ausschreibung der einzelnen Gewerke arbeiten. Einige Klassenzimmer werden größer, auch die Räume für die Mittagsbetreuung werden großzügiger ausgestattet und es ist eine behindertengerechte Bauausführung vorgesehen. Die aktuelle Kostenberechnung geht von Gesamtkosten von knapp 3,5 Millionen Euro aus. Der staatliche Zuschuss wird etwas über 1,9 Millionen Euro betragen. Als Baubeginn hat man einmal Pfingsten 2015 anvisiert und mit dem Einzug ins neue Gebäude rechnet man im September 2016. Außerdem will die Gemeinde Außensportanlagen, wie Laufbahn, Sprunganlage, Allwetterplatz und ein Rasenspielfeld in Angriff nehmen. Diese Anlagen werden wie das Schulhaus mit etwas über 48 Prozent bezuschusst. Für die Turnhalle hat der Gemeinderat beschlossen, dass man zuerst die Schule bauen wird, und zwar so, dass für die Halle zwei Optionen bleiben: entweder Sanierung oder Neubau an gleicher Stelle.

Petting hat bei 83 Zuzügen, 66 Wegzügen, 29 Geburten und 17 Sterbefällen derzeit 2412 Einwohner. Für die Jugend steht im Keller des alten Rathauses ein Jugendraum zur Verfügung, der allen Jugendlichen offen steht. Für die Musikschüler gibt sie jedes Jahr einen Zuschuss von 125 Euro pro Kind, jedoch höchstens 50 Prozent der tatsächlich anfallenden Unterrichtskosten, das waren heuer 2500 Euro.

Für die Entwicklung der Gemeinde von entscheidender Bedeutung bleibt für den Gemeinderat die Bereitstellung von Bauland. In den Baugebieten Kirchfeld III und Schönram Nordost sind inzwischen alle Baugrundstücke verkauft. Lanzinger zeigte sich zuversichtlich, dass es 2015 neues Bauland geben wird. Auch im Gewerbegebiet Wasserbrenner sind bis auf eine Parzelle alle verkauft. Hier laufen für eine Erweiterung Gespräche.

Ein Baumarkt soll entstehen

Im Gewerbegebiet an der Seestraße ist die Bauleitplanung für 15 000 Quadratmeter Gewerbefläche (10 000 davon gehören der Gemeinde) abgeschlossen. Nachdem sich die Raiffeisenbank Rupertiwinkel für einen Lagerhaus-Neubau in diesem Gewerbegebiet nicht erwärmen konnte, hat kürzlich die Volksbank-Raiffeisenbank Oberbayern Südost die Fläche zwischen Feuerwehrhaus und Brücke gekauft. Betreiben wird das Lagerhaus die Raiffeisen Waren GmbH Oberbayern Südost mit Sitz in Fridolfing.

Entstehen sollen ein Baumarkt, ein landwirtschaftlicher Teil mit Boxen und Silos, eine Baustoffhalle, ein Baustoffaußenlager und eine Fuhrwerkswaage, wenn alles gut läuft, auch eine Diesel-Tankstelle. Gebraucht wird dafür nahezu der ganze ausgewiesene Gewerbegrund. Mit dem Verkauf will der Gemeinderat die einmalige Chance nutzen, die Nahversorgung der Landwirtschaft und der Bevölkerung sicherzustellen.

Für das gemeindliche Straßennetz von 46 Kilometern mussten heuer für den Unterhalt 105 000 Euro aufgewendet werden. Um 17 000 Euro werden bei knapp 90 Straßenleuchten Energiesparlampen installiert. In die schwierige Straßensituation in Putzham ist Bewegung gekommen, sodass man die Ortsdurchfahrt planen und im nächsten Jahr ausbauen kann. Beim Radweg in Aich entlang der Kreisstraße besteht leider immer noch eine Lücke. Falls sich hier etwas tut, ist man seitens der Gemeinde gewappnet: Der erforderliche Tauschgrund wurde kürzlich gekauft.

Im Fremdenverkehr sei für heuer bei den Übernachtungszahlen eine kleine Besserung eingetreten. Bis zum November waren 22 345 Übernachtungen gemeldet. Innerhalb des Chiemgau Tourismus arbeiten die Gemeinden um den See schon länger zusammen. Der gemeinsame Etat von 50 000 Euro wird für Werbung und gemeinsame Aktionen verwendet.

Über den weiteren Verlauf der Bürgerversammlung berichten wir noch. HG

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