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Keine schnelle Lösung

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Traunstein. Eine längere Debatte ergab sich in der gestrigen Sitzung des Jugendhilfeausschusses, als es um den Zuschuss in Höhe von rund 200 000 Euro ging, den der Kreisjugendring Traunstein (KJR) beantragt hatte. Während die anderen Anträge durchgehend mehr oder weniger durchgewunken wurden, wünschten sich mehrere Ausschussmitglieder genauere Informationen, was mit den 15 000 Euro mehr im Vergleich zum Vorjahr geleistet werden soll, die der KJR beantragt hatte.


»Das hört sich jetzt nach sehr viel Geld an«

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»Das hört sich jetzt nach sehr viel Geld an«, gab der Stellvertretende Vorsitzende Georg Schmid zu. »Aber 100 000 Euro davon gehen sofort weiter an die angeschlossenen Jugendvereine.« Die restlichen 100 000 Euro seien gedacht für Personalkosten für Geschäftsführung, Verwaltung und Kasse, Unkosten der Geschäftsstelle und das Programm des KJR. Mit dem Jugendzeltplatz in Schützing und dem Geräteverleih erwirtschaftet der KJR 15 000 Euro selbst, sodass noch ein Zuschuss von 200 000 Euro gebraucht werde.

Der KJR begründete die Mehrkosten mit den gestiegenen Anforderungen im Rahmen seiner Aufgaben, die die Einstellung eines vollzeitbeschäftigten Geschäftsführers zwingend verlangen würden. Ehrenamtliche Jugendarbeit sei nur mit der Unterstützung hauptamtlicher Kräfte möglich. Neue Brennpunkte wie Prävention beim Thema »sexuelle Gewalt« oder das erweiterte Führungszeugnis erforderten die Vollzeitstelle. Außerdem könnte sich der KJR verstärkt um die Beantragung von Zuschüssen für die Jugendarbeit kümmern.

»Der Arbeitsmarkt für Sozialpädagogen ist derzeit sehr strapaziert, da ist es schwierig, eine gute Halbtags- oder Drei-Viertel-Kraft zu kriegen«, erklärte Schmid. »Die Leute müssen ja von dem Geld auch leben können. Außerdem ist das Geld gut investiert, es kommt wirklich jedem Jugendlichen im Landkreis zugute.«

Landrat Hermann Steinmaßl sagte dazu, aus seiner Sicht gebe es zwei große Fragen, nämlich ob man überhaupt eine Vollzeitstelle schaffen wolle und wenn ja, ob der neue KJR-Geschäftsführer dann beim KJR oder beim Landkreis Traunstein angestellt werden solle. »Das erhöht eventuell die Zahl der Bewerber.«

Steinmaßl schlug vor, das Thema möglichst schnell in den Fraktionen zu behandeln, um schnell zu einer Lösung zu kommen. Zum Argument Schmids, wegen der Teilzeitstelle habe der Verband mit ständigem Wechsel des Geschäftsführers zu kämpfen, meinte er jedoch: »Wir haben im Haus etliche Teilzeitkräfte, da hätten wir jeden Tag Kündigungen.«

Michaela Bauer, die Verwaltungskraft des Kreisjugendrings, drängte auf eine schnelle Lösung. Seit dem Ausscheiden der vorherigen Geschäftsführerin Ende Juli müsse sie alles auffangen, das könne so nicht bleiben.

BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer plädierte für eine Vollzeitstelle und die Anstellung beim Kreisjugendring. »Die Selbstständigkeit ist für und Wohlfahrtsverbände das A und O, das fördert Motivation und Entwicklung.« Wie auch Hans Schupfner (Bayernpartei) oder Burgi Mörtl-Körner (Grüne) wollte auch Siegfried Walch (CSU) die Angelegenheit möglichst schnell in den Fraktionen besprochen wissen. Er wollte vor allem eine genauere Aufstellung darüber, was mit den 20 000 Euro geleistet wurde, die der Landkreis dem KJR im vergangenen Jahr mehr als im Jahr zuvor gezahlt hatte und was mit den 15 000 Euro zusätzlich im Jahr 2014 geleistet werden solle.

»Wir arbeiten total am Limit«

»Mir brennt's schon auf den Nägeln, wir arbeiten total am Limit«, versuchte der Vorsitzende Sepp Harbeck nochmals, den Ausschuss zur sofortigen Zustimmung zu bewegen. »Ich sehe das problemattisch, wenn nochmal ein halbes Jahr vergeht, bis die Stelle wieder besetzt wird. Die letzte Geschäftsführerin ist schon seit Anfang August weg, wir ziehen das ja schon länger rum. Die Zeit drängt, wir können das mit dem derzeitigen Personal nicht mehr auffangen.«

Letztlich entschied der Ausschuss dennoch, das Thema erst in den Fraktionen vorzuberaten und dann nochmals auf die Tagesordnung der Landkreisgremien zu setzen. coho