weather-image

Keine Rechtsmittel

0.0
0.0

Traunstein – Das Urteil gegen den 21-jährigen Ex-Soldaten und Mörder von Bad Reichenhall ist jetzt rechtskräftig: Auch die Anwälte der bei der nächtlichen Messerattacke schwerst verletzten Nebenklägerin Sarah F., inzwischen 18 Jahre alt, haben das Urteil der Jugendkammer am Landgericht Traunstein als Schwurgericht nicht per Rechtsmittel angegriffen. Das teilte Nebenklagevertreter Dr. Markus Frank aus Rosenheim am Montag auf Anfrage mit.


Die junge Frau war auf dem Heimweg auf der Berchtesgadener Straße in Reichenhall von dem ihr völlig unbekannten Täter nach Mitternacht des 14. Juli 2014 hinterrücks mit einem Bundeswehrkampfmesser angegriffen worden. Der Täter stach vielfach auf den Kopf der damals 17-Jährigen ein, vor allem gezielt gegen ihre Augen. Dabei zerstörte er die Sehkraft eines Auges völlig.

Anzeige

Die Jugendkammer verhängte am 10. Juli eine Jugendstrafe von 14 Jahren, die der 21-Jährige in einer sozialtherapeutischen Einrichtung verbüßen muss, sowie den Vorbehalt einer späteren Sicherungsverwahrung. Weiter sprach die Kammer der Einzelhandelskauffrau per Adhäsionsverfahren 175 000 Euro Schmerzensgeld zu. Außerdem muss der Täter für alle künftigen materiellen und immateriellen Schäden aufkommen, soweit die Ausgaben nicht durch Versicherungen gedeckt werden.

Etwa eine halbe Stunde vor dem Überfall auf die junge Frau hatte der 21-Jährige einen 71-jährigen Rentner auf der Poststraße auf ähnliche Weise überfallen und brutal mit etwa 30 Messerstichen getötet – »aus Mordlust und Heimtücke«, wie die Jugendkammer mit Vorsitzendem Richter Dr. Klaus Weidmann im Urteil konstatierte. Zwischen den beiden Taten hatte sich der damalige Soldat in blutverschmierter Kleidung gegenüber Zeugen an einer Bushaltstelle gebrüstet: »Ich habe gerade einen umgebracht.«

Bereits vergangene Woche hatten sowohl die Staatsanwaltschaft als auch Nebenklagevertreter Franz Maushammer, der die Familie des ermordeten Rentners vertritt, sowie der Verteidiger des 21-Jährigen, Harald Baumgärtl, mitgeteilt, dass sie das Urteil akzeptieren. kd