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Landratsamt befürchtet keine nachteiligen Auswirkungen – Unterlagen liegen im Landratsamt auf

Keine Prüfung auf Umweltverträglichkeit notwendig

Traunstein – Für die Uferbefestigung am Kaltenbacher Mühlbach ist keine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig. Das steht im neuesten Amtsblatt des Landkreises Traunstein. Die Maßnahme wird die Stadt Traunstein rund 200 000 Euro kosten. Wann sie verwirklicht wird, steht noch nicht fest.

Unmittelbar neben dem Kaltenbacher Mühlbach verläuft die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Aiging und Kammer. Vor allem der Schwerlastverkehr ist schuld daran, dass eine aufwändige Sanierung nötig ist.

Seit Jahren gibt es zwischen der Straße und dem Mühlbach Setzungen, die dazu geführt haben, dass sich die Fahrbahn in Richtung Bach abgesenkt hat und die Leitplanken sich ebenfalls in Richtung Bach neigen. Die schmale Straße war über viele Jahre ein beliebter Abkürzer vor allem auch für ortskundige Lastzugfahrer, die von der Bundesstraße ab Aiging auf schnellstem Weg in Richtung Otting-Waging fuhren. Dazu kam der Lieferverkehr mit schweren Lkw für den kunststoffverarbeitenden Betrieb in Kaltenbach. Das Unternehmen hat inzwischen eine neue Betriebsstätte bezogen, sodass dieser Schwerlastverkehr wegfallt.

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Die Gemeinde Nußdorf hat außerdem schon vor geraumer Zeit die Verbindungsstraße für den Schwerlastverkehr gesperrt. Grund dafür ist das abschüssige Straßenstück in Aiging, das durch den Schwerlastverkehr ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Die Traun ist die Grenze zwischen der Stadt Traunstein und der Gemeinde Nußdorf. Auf Traunsteiner Seite ist schon vor vielen Jahren die Brücke über den Mühlbach verbreitert worden. Das anschließende knapp 200 Meter lange Straßenstück bis Kaltenbach verläuft unmittelbar neben dem Mühlbach. Auf der anderen Straßenseite beginnt ein Steilhang, der zwar bewaldet ist, aber vorwiegend aus Nagelfluhfels besteht. Es wäre mit einem außerordentlich großen Aufwand verbunden, würde die Stadt die Straße in diese Richtung verbreitern wollen. Dann wären Abgrabungen und eine Stützmauer notwendig – ein Vorhaben, das in die Millionen gehen könnte und in keinem Verhältnis zur Bedeutung der Gemeindeverbindungsstraße stünde.

Deshalb ist schon vor einigen Jahren der Plan gereift, die Straße zum Kaltenbacher Mühlbach hin abzusichern, auch wenn der Platz hier sehr begrenzt ist. Drei verschiedene Befestigungsmethoden sind vorgesehen. Die aufwendigste ist der Bau einer Betonmauer, weil dafür erhebliche Abgrabungen notwendig sind. Außerdem dauert es mindestens vier Wochen, bis der Beton so weit ausgetrocknet sein wird, dass man die Straße benutzen kann, ohne dass die neue Mauer Schaden nimmt.

Wo ein wenig mehr Platz zwischen Straße und Bach ist, soll das Ufer zum Bachbett hin mit Flussbausteinen stabilisiert werden. Als drittes ist ein Verbau auf traditionelle Weise mit Holzfaschinen geplant. Weidenstecklinge, die schnell wurzeln, sollen in diesem Bereich das Ufer festigen. So jedenfalls sieht es die Planung des Büros Aquasoli vor.

Im Haushalt der Stadt Traunstein für dieses Jahr sind für die Baumaßnahme 195 000 Euro vorgesehen. Dass sie freigegeben werden, ist sehr wahrscheinlich. Kämmerer Pankraz Maier bestätigte in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt: »Die Haushaltsmittel würden zur Verfügung stehen.«

Dagegen wurde ein anderer Straßenausbau, der für heuer ganz in der Nähe vorgesehen war, »gekippt«: Die Gemeindestraße zwischen Neuhausen und Gerating sollte hergerichtet werden. Das Geld wurde jedoch dafür benötigt, den Brandschutz im Parktunnel am Bahnhof auf den neuesten Stand zu bringen. Über den diesbezüglichen Stadtratsbeschluss haben wir ausführlich berichtet.

In der Bekanntmachung des Landkreises über das Vorhaben in Kaltenbach heißt es unter anderem: »Da die geplanten Maßnahmen über eine bloße Gewässerunterhaltung hinausgehen, hat die Stadt dazu beim Landratsamt Traunstein einen Antrag auf Plangenehmigung für die Änderungen am Gewässer gestellt, die als Gewässerausbau grundsätzlich einer vorherigen Planfeststellung oder -genehmigung bedürfen.« Ziel sei es, die Stand- und Verkehrssicherheit der Straße wiederherzustellen und langfristig zu sichern. Die in das Wasserrechtsverfahren integrierte, standortbezogene Vorprüfung habe ergeben, dass mit dem Vorhaben zwar Veränderungen am zur Straße angrenzenden Ufer des Kaltenbacher Mühlbachs vorgesehen sind. Nach Abschluss der Baumaßnahmen seien aber keine erheblichen nachteiligen Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten; eine weitergehende Umweltverträglichkeitsprüfung unterbleibe daher. Wer Interesse hat, kann die Unterlagen im Landratsamt einsehen. -K.O.-