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Keine neuen LF-Kennzeichen im Landkreis

Traunstein. Neuzulassungen von Fahrzeugen mit LF-Kennzeichen wird es im Landkreis Traunstein nicht geben. Einstimmig sprach sich gestern der Kreisausschuss des Traunsteiner Kreistages gegen die Wiedereinführung aus.

Was wäre, wenn im Fall eines generellen Neins dennoch jemand ein Altkennzeichen haben will? Auf diese Frage von Waltraud Wiesholer-Niederlöhner antwortete Steinmaßl: »Dann lehne ich den Antrag ab.«

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Karl Kaditzky (CSU) und Sepp Konhäuser (SPD) meinten, »wir sind ein Landkreis und sollten bei TS bleiben«. Andere Redner wie Alfons Baumgartner, Bayernpartei, und Sepp Hohlweger, Bündnis 90 / Die Grünen, schlossen sich mit Hinweis auf die Errungenschaften und Vorteile der Gebietsreform an. Konrad Glück, FW/UW, fragte sich, was LF bedeuten solle. »Landkreisflucht vielleicht«, meinte er scherzhaft.

Eine Ehrenamtskarte als zusätzliche Anerkennung für Bürger, die sich um das öffentliche Wohl verdient gemacht haben, wird der Landkreis Traunstein einführen. In 51 Landkreisen und kreisfreien Städten im Freistaat gibt es sie bereits. Einstimmig entschied sich der Kreisausschuss für die Einführung. Franz Parzinger, CSU, berichtete als Kreisvorsitzender des Bayerischen Gemeindetages, die meisten Bürgermeister hätten sich dafür ausgesprochen, nur wenige »aus verständlichen Gründen dagegen«. Die unbegrenzt gültige Ehrenamtskarte kann bei der am Landratsamt Traunstein angesiedelten »Freiwilligenagentur« beantragt werden. Die jeweiligen Vereine müssen bestätigen, dass Kartenbewerber sich freiwillig bei ihnen engagieren, und müssen den Antrag an das Landratsamt weiterleiten. Dem Kreis entstehen keine Kosten. Die Ermäßigungen auf Eintritte etc. müssen Unternehmen auf freiwilliger Basis gewähren.

Außerdem bestand im Kreisausschuss einhelliges Einverständnis, an der Reiffenstuel-Realschule in Traunstein einen »gebundenen Ganztagszug« aufzubauen. Seit September 2004 existiert dort eine »offene« Ganztagsschule mit einem Betreuungs- und Förderangebot an vier Tagen wöchentlich von bis zu 15 Stunden bis 16 Uhr. Die Betreuung der aktuell 21 Schüler liegt in Händen externer Kräfte. Jetzt soll zusätzlich ein »gebundener Ganztagszug« entstehen, wie es ihn seit zwei Jahren am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein gibt. Dabei werden vorwiegend Lehrkräfte eingesetzt. Externe Personen sind nur in der Betreuung während der Mittagspause und in der Freizeitgestaltung tätig.

Bei einer »gebundenen Ganztagsklasse« wird die gesamte Zeit an vier Tagen pro Woche bis jeweils etwa 16.30 Uhr durchgehend strukturiert, der Pflichtunterricht auf Vor- und Nachmittag verteilt. Unterricht wechselt mit Übungs- und Studierzeiten sowie sportlichen, musischen und künstlerisch orientierten Fördermaßnahmen ab. An der Reiffenstuel-Realschule sind nach Worten Steinmaßls geeignete Räume vorhanden. Der Landkreis wird die Genehmigung bei der Regierung von Oberbayern beantragen. kd