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Keine nachträglichen Beschränkungen für Rewe und Rossmann

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Auf einer gut 10 000 Quadratmeter großen Fläche an der Ottinger Straße in Waging werden die Einkaufsmärkte von Rewe und Rossmann entstehen. Foto: Georg Unterhauser/www.luftbild-traunstein.de

Waging am See – Es wird keine nachträgliche Begrenzung der Grundflächen für Rewe und Rossmann an der Ottinger Straße geben und auch keine Sortimentsauflagen.


Gemeinderat Georg Huber (ÖDP/PFW) hatte entsprechende Anträge gestellt, der Bau- und Werkausschuss des Waginger Gemeinderats lehnte diese aber in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich ab.

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»Die Gemeinde sollte großen Wert darauf legen, dass möglichst wenig Fläche verbaut wird«, heißt es im Antrag von Huber. Darum will er, dass die Nebenfläche maximal 30 Prozent der Verkaufsfläche beträgt. 1885 Quadratmeter Grundfläche soll demnach Rewe bekommen, davon 1450 Quadratmeter für den Verkauf, bei Rossmann wären es 1040 Quadratmeter, davon 800 Quadratmeter für den Verkauf. Heizungs- und Technikräume könnte man auch unterkellern, regte Huber an.

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Gemeinderat Georg Huber wollte unter anderem Sortimentsauflagen für Rewe und Rossmann. Doch der Bau- und Werkausschuss sprach sich mehrheitlich dagegen aus.

Planer bezog eindeutig Stellung

Das Waginger Bauamt leitete Hubers Antrag an den Planer Fritz Gerstl vom Passauer Ingenieurbüro Mitschelen und Gerstl weiter und der bezog dazu eindeutig Stellung: Eine Reduzierung der Grundflächen ist in seinen Augen nicht machbar. Rewe habe einen Nebenraumanteil von 40 Prozent, Rossmann von 25 Prozent. Wegen nötiger Flächen – bei Rewe unter anderem für Pfandrücknahme, Leergutlagerung, Warenlager, Sozialräume, behindertengerechte Flure und WCs, Technikräume und Kühlanlagen – lasse sich dieser auch nicht verringern.

Andreas Barmbichler (CSU) fand deutliche Worte: »Rewe und Rossmann haben die Fläche schon einmal reduziert nach einem Antrag von Georg Huber, und jetzt mit dem gleichen Käse wieder zu kommen, finde ich lächerlich. Für mich gibt es nichts mehr zu diskutieren.« Bürgermeister Herbert Häusl mahnte zur Sachlichkeit: »Wir brauchen jetzt nicht emotional werden. Aber die Sachlage ist klar. Wir sind mit dieser Quadratmeterzahl ins Rennen gegangen. Und jetzt daran zu drehen, das würde ich nicht machen.«

Bauamtsleiterin Sabine Strohhammer erinnerte daran, dass sich die Waginger im Bürgerentscheid Anfang Juli mehrheitlich für das Bauvorhaben in der geplanten Form ausgesprochen hätten. »Das dürfen wir nicht vergessen.« Und Häusl rief ins Gedächtnis, dass letztlich »ja alles noch von der Änderung des Landesentwicklungsplans abhängt. Da müssen wir sowieso bis Februar warten.« Im derzeitigen Entwurf würden größere Einzelhandelsprojekte am Rand von kleinen Orten wie Waging nicht mehr zugelassen. Allerdings ist wohl eine Änderung des Entwurfs in Arbeit.

Die Ausschussmitglieder Christine Rehrl (ÖDP) und Matthias Schneider (FWG) sprachen sich letztlich als einzige für den Antrag von Georg Huber aus, die anderem sechs stimmten dagegen. Genauso ging die Abstimmung auch beim zweiten Antrag zu Sortimentsauflagen aus.

Georg Huber hatte vorgeschlagen, Rewe und Rossmann durch Sortimentslisten vorzuschreiben, was sie verkaufen dürfen und was nicht. Vor allem »zentrumsrelevante Produkte« sollten ausgenommen sein. »Es wäre eine Chance, die negativen Auswirkungen auf den Ortskern zu verringern«, so Huber in seinem zweiten Antrag.

Planer Gerstl, der vom Bauamt auch hier um eine Stellungnahme gebeten worden war, hatte wieder eine eindeutige Meinung: Sortimentslisten seien nicht mehr üblich und die Produktpalette würde sich sowieso kontinuierlich verändern, zum Beispiel saisonal. Er riet darum klar von Sortimentsauflagen ab. Bauamtsleiterin Sabine Strohhammer ergänzte aber, dass es zum Beispiel eine »Traunreuter Sortimentsliste« gibt; diese legt unter anderem innenstadtrelevante Sortimente wie Baby- und Kinderartikel, Brillen, Lederwaren, Papier- und Schreibwaren und Schuhe fest.

»Das wird Auswirkungen auf den Ort haben«

»Eine gewisse Überschneidung wird es geben, das brauchen wir nicht schönzureden«, meinte Bürgermeister Herbert Häusl. Christine Rehrl sagte, man brauche ja nur mal ein Prospekt von Rossmann durchzublättern. »Das wird Auswirkungen auf den Ort haben.«

»Ich finde Sortimentslisten nicht gut. Jeder soll verkaufen, was er verkaufen will«, fand Uli Heigermoser (UGW). Andreas Barmbichler meinte, wenn es Sortimentslisten für Rewe und Rossmann gebe, »dann müssten wir das nachträglich bei Edeka und Lidl auch machen.« Mit Verweis auf einen Kaufkraftabfluss von 20 Prozent in den vergangenen Jahren meinte Barmbichler: »Ich glaube, dass Waging wieder attraktiv wird zum Einkaufen durch Rewe und Rossmann.« san

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