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Keine Kleinkunstbühne im Bereich der Klosterkirche

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Der Kunstraum Klosterkirche (unser Bild) und die benachbarte Städtische Galerie werden saniert; den Neubau einer Kleinkunstbühne hat der Stadtrat gestern aber abgeblasen. (Foto: Ackermann)

Traunstein. Mit einer Kompromisslösung hat sich der Stadtrat gestern stilvoll von dem Vorhaben verabschiedet, im Pausenhof der Ludwig-Thoma-Grundschule ein Gebäude für eine Kleinkunstbühne zu errichten. Die Sanierung des Kunstraumes Klosterkirche und der Galerie mit Einbau einer Heizungsanlage in der Kirche und weiteren Verbesserungen wird aber wie vorgesehen weiterverfolgt. Einstimmig beschloss das Gremium, weitere Planungsleistungen an die 1. Preisträger des Architektenwettbewerbs, das Büro Färbinger und Rossmy aus München in Auftrag zu geben.


Oberbürgermeister Manfred Kösterke erinnerte an die Gründe, die zur Entscheidung geführt hatten, den Bereich Klosterkirche und Städtische Galerie an der Ludwigstraße zu einem Kunst- und Kulturzentrum »aufzupäppeln«. Man habe das unter anderem als ein Mosaiksteinchen zur Verbesserung der Infrastruktur in der Altstadt betrachtet.

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Nach dem Realisierungswettbewerb im letzten Jahr wurde heftig und kontrovers über das Projekt diskutiert. Nach aktuellen Einschätzungen, so Kösterke, hätte zwar der Bau eines Gebäudes für die Kleinkunstbühne im Pausenhof eine knappe Mehrheit im Stadtrat bekommen; bei einem Projekt von derart großer Bedeutung sei es aber sinnvoll und wichtig, einen Kompromiss und eine Lösung zu finden, die von einer breiten Mehrheit getragen werden.

Widerstand gegen die Pläne hatte vor allem die CSU-Fraktion geleistet und auch die Traunsteiner Liste war zuletzt strikt dagegen. Aber auch der Elternbeirat der Ludwig-Thoma-Volksschule hatte sich unter anderem mit einer Unterschriftenaktion massiv dagegen gewandt, im Pausenhof ein Haus für eine Kleinkunstbühne zu errichten und so den Aufenthaltsbereich für die Kinder einzuschränken. Auch in der Bürgerversammlung Ende letzten Jahres im Gasthaus Sailer-Keller hatte der Elternbeirat massiv Front gegen das Projekt gemacht.

Die Kosten für den Bau der Kleinkunstbühne waren ursprünglich auf etwa 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Dieses Geld kann sich die Stadt nun wohl sparen. Der Neubau hätte die Kleinkunstbühne mit einer Fläche von etwa 200 Quadratmetern und darunter in gleicher Größe Nebenräume beherbergt. Die Sanierung der Klosterkirche war ursprünglich auf 1,1 Millionen Euro veranschlagt.

Stadtrat Konrad Obermaier, der das Projekt von Anfang an begleitet hatte, begrüßte zwar die Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Situation in Galerie und Klosterkirche führen werden; er bedauerte es aber außerordentlich, dass nun auf den Bau einer Kleinkunstbühne verzichtet wird: »Die Stadt vertut eine große Chance«, sagte er. Alle Beteiligten hätten von dem Vorhaben nur profitiert, aber eine Verbesserung werde auch so erreicht. Im neuen Landesentwicklungsprogramm werde die Stadt Traunstein zu einem Oberzentrum aufgestuft. Es liege an der Stadt und auch am Stadtrat, diese Rolle auszufüllen, mahnte Obermaier.

Obwohl man das Projekt Kleinkunstbühne »stil- und würdevoll zu Grabe getragen hat«, wie es ein Beobachter am Rande der Sitzung formulierte, »werden wir eine ausgezeichnete Kultureinrichtung bekommen«, zeigte sich Oberbürgermeister Manfred Kösterke überzeugt.

In der Sitzung ging es außerdem unter anderem um Auftragsvergaben für den Neubau der beiden Kinderkrippen, um die Vergabe des Ausbaus der Tinnertinger Straße, um Verbesserungen in der Kläranlage in Empfing und um den Nachtragshaushalt. -K.O.-