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»Keine heiße Spur« im Fall des vermissten Briten

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Sprachen in der Sendung »Aktenzeichen XY« über den in Ruhpolding verschwundenen »CJ« (von links): Vater Nick Miles, Moderator Rudi Cerne und Erster Kriminalhauptkommissar Alfred Wimmer von der Kripo in Traunstein. (Foto: ZDF/Securitel)

Ruhpolding – Vor knapp fünf Jahren verschwand der Engländer Christopher J. Miles in Ruhpolding. Seither fehlt jede Spur von ihm. Sein Vater Nick hoffte nun, über die ZDF-Sendung »Aktenzeichen XY« mehr über das Verschwinden seines Sohnes herauszufinden. Insgesamt gingen 28 Hinweise zu dem Fall ein. Ob diese die Beamten in ihren Ermittlungen weiterbringen, ist offen.


»Wir gehen nun allen Hinweisen nach«, sagte Frank Konrad, Pressesprecher vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd, auf Nachfrage. »Aber auf den ersten Blick würde ich sagen: Die ganz heiße Spur ist nicht dabei.« Allerdings bezieht sich die Aussage von Frank Konrad nur auf die Hinweise, die direkt bei der Kriminalpolizei in Traunstein eingingen. »Das waren etwa 15.« Die anderen Anrufer meldeten sich bei der »XY«-Redaktion. »Die gesamte Auswertung aller Hinweise dauert sicher noch bis Anfang nächster Woche.«

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Zum Fall: Der Engländer Christopher J. Miles zog 2006 nach Zell am See, wo er im Sommer Wandertouren betreute und im Winter als Skilehrer und Taxifahrer arbeitete. Am 31. Juli 2010 fuhr er zwei Urlauber zu ihrem Hotel nach Ruhpolding. Was danach geschah, bleibt ein Rätsel. Das Auto von »CJ« – so wurde der junge Mann von allen genannt – stand am Ruhpoldinger Bahnhof, der Schlüssel steckte. Der Mantel des damals 28-Jährigen, sein Handy und seine Geldbörse lagen auf dem Beifahrersitz.

Der Engländer wird von Verwandten, Freunden und Mitarbeitern als lebensfroher, lustiger Mann beschrieben. Doch ab dem Jahr 2010 verhält er sich auffällig, wie auch sein Vater in der Sendung erzählte. »CJ« war plötzlich antriebslos und oft deprimiert. Ein Arzt schreibt ihn wegen Depressionen krank. Sein Vater holt ihn für einige Tage nach England, es scheint ihm besser zu gehen. – Doch dann verschwindet »CJ« spurlos.

Erster Kriminalhauptkommissar Alfred Wimmer von der Kripo in Traunstein betonte in der Sendung, dass es keinerlei Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gebe. Man könne in diesem Fall einen Suizid nicht ausschließen. KR