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Keine Fernwärme für Schule in St. Georgen

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Foto: pixabay.com/Symbolbild

Traunreut – Gegen die Stimmen der Grünen hat sich der Stadtrat in seiner Sitzung darauf geeinigt, aus wirtschaftlichen Gründen von einem Fernwärmeanschluss der städtischen Gebäude in Sankt Georgen Abstand zu nehmen. Vielmehr sollen Schule, Turnhalle, Kindergarten und ehemaliges Lehrerwohnhaus über eine zentrale Holzpellets-Anlage mit Wärme versorgt werden. Wie berichtet, hatte der Bauausschuss diese von Klimamanager Bernd Vilsmaier vorgeschlagene Wärmeverbundlösung dem Stadtrat empfohlen.


Zweiter Bürgermeister Hans Peter Dangschat (CSU) hatte dazu im Bauausschuss aber eine Stellungnahme der Stadtwerke gefordert. Er wollte auch Gewissheit haben, ob die Stadt beim Fernwärmeausbau eine Chance verpasse. Eine solche Stellungnahme lag in der Sitzung aber nicht vor.

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Nach Angaben von Bürgermeister Klaus Ritter habe sein Stellvertreter bereits am Tag nach der Bauausschusssitzung eine mündliche Aussage bei den Stadtwerken eingeholt. Er, Ritter, habe von dem Anruf erfahren, als er wegen einer Stellungnahme telefonischen Kontakt zu den Stadtwerken aufgenommen habe.

Stadtwerke-Chef Wilhelm Helmdach hätte auch ihm bestätigt, dass die Stadtwerke die Aussage des Klimamanagers unterschreiben würden. Eine schriftliche Stellungnahme habe sich für ihn damit erledigt, so Ritter. Dangschat gab an, dass ihm die Stadtwerke bestätigt hätten, dass ein Anschluss an das Fernwärmenetz unwirtschaftlich wäre. Er werde deshalb die Empfehlung des Bauausschusses auch mittragen, sagte der Vizebürgermeister.

Nach dem der Energienutzungsplan, den der Klimamanager bei seinen Untersuchungen zu Grunde gelegt hatte, einige Jahre zurück liegt, erinnerte Dangschat daran, dass sich die Fernwärmetechnik mittlerweile weiterentwickelt habe. Daran knüpfte auch der Fraktionssprecher der Grünen, Martin Czepan, an und unterstützte die Forderung von Dangschat nach einer Stellungnahme der Stadtwerke.

Unter Raunen der großen Mehrheit bedauerte er, dass das Projekt wegen der Kompetenz nicht im Werkausschuss sondern im Bauausschuss vorberaten worden sei. Die Investitionskosten seien zwar hoch, aber man hätte auf der Strecke auch 40 Haushalte anschließen können, so Czepan. Außerdem schlug er vor, für die städtischen Gebäude andere Alternativen zu überprüfen.

Paul Obermaier (FW) konnte den Vorschlag nicht nachvollziehen: »Da wird Holz verheizt, das ist doch positiv«, betonte er. Außerdem bekomme die Stadt dafür einen Zuschuss. Eine Fernwärmeleitung wäre einfach zu teuer.

Aus ökologischer Sicht wäre ein Anschluss an die Fernwärme zwar zu begrüßen, zumal der CO2-Ausstoß um ein Vielfaches verringert werden könnte. Ökonomisch betrachtet würden die Investitionskosten wegen einer zu geringen Anschlussquote aber nicht dafür stehen. Der Ausbau der untersuchten Trassen (Süd und Nord) vom Geothermiewerk bis nach Sankt Georgen mit einer Länge von bis zu 2,5 Kilometern würde rund eine Million Euro kosten und der Netzverlust der abgesetzten Wärmemenge läge bei 30 Prozent.

Deshalb schlug der Klimamanager für die Versorgung der zu ertüchtigenden städtischen Gebäude eine Wärmeverbundlösung vor. Dieser zentrale Wärmeverbund sieht eine Umstellung von Heizöl auf Pellets vor und wird auch gefördert. In dem bestehenden Heizungsraum in der Grundschule könnte die Heizzentrale installiert werden. Die bestehenden Heizöltanks müssten jedoch entfernt und als Pellets-Lager umfunktioniert werden. Der vorhandene Raum würde nach den Untersuchungen dafür ausreichen, sodass ein extra zu errichtendes Pellets-Lager nicht nötig wäre. Lediglich die Größe der Wärmepuffer muss dem Betrieb mit Pellets angepasst werden.

Zusätzlich sollen die Umwälzpumpen gegen neue Hocheffizienz-Pumpen getauscht werden. Als Investitionskosten wurden rund 275 000 Euro prognostiziert. Die Fördermittel sind von dieser Summe noch nicht abgezogen. Gegen die Stimmen der Grünen-Stadträte Martin Czepan, Gretl Gineiger und Renate Zembsch wurde letztendlich beschlossen, das Projekt des Anschlusses der städtischen Liegenschaften in Sankt Georgen an die Fernwärmeversorgung aus wirtschaftlichen Gründen einzustellen und eine »Insellösung« zu bevorzugen.

Die Planungen sollen jetzt intensiviert und die Zuschuss-Fähigkeit definitiv abgeklärt werden. Im Nachtragshaushalt sollen für die Planungen 50 000 Euro bereitgestellt werden. ga