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Keine deutliche Steigerung im Landkreis

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Eine Borreliose-Erkrankung beginnt meist mit der sogenannten Wanderröte – die in der Regel an der Stelle auftritt, an der man von einer Zecke gestochen wurde. Sie kann mit erheblicher Zeitverzögerung auftreten.
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Die Zahl der durch Zecken verursachten Krankheitsfälle in Bayern ist heuer im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen – im Landkreis Traunstein ist dies nach Auskunft des Gesundheitsamtes bislang nicht der Fall.

Traunstein – Die Zahl der durch Zecken verursachten Krankheitsfälle in Bayern ist in diesem Jahr bislang deutlich gestiegen – diese Nachricht wurde am Montag von zahlreichen Medien verbreitet. Sie beriefen sich dabei auf das Landesamt für Gesundheit in Erlangen. Doch zumindest für den Landkreis Traunstein kann nicht von einer deutlichen Zunahme gesprochen werden. Das erklärte der Chef des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Wolfgang Krämer, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts. Er wies aber auch darauf hin, dass der Landkreis FSME-Risikogebiet ist.


Über 2600 Infektionen mit Borreliose – das sind 40 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2015 – meldete das Gesundheits-Landesamt für den Freistaat bis Ende der ersten Augustwoche. Auch die Zahl der FSME-Fälle sei um 26 Prozent höher als im gleichen Vorjahreszeitraum – insgesamt rund 100 Fälle.

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Bei den gemeldeten Fällen von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) im Landkreis Traunstein nähert man sich zwar der Gesamtzahl des Jahres 2015, daraus könne man aber nicht ableiten, dass es heuer eine starke Steigerung gebe, so Dr. Krämer. Im gesamten Jahr 2015 wurden im Landkreis sieben Fälle registriert, für dieses Jahr sind bislang sechs Fälle gemeldet worden. Bei Borreliose-Erkrankungen nach Zeckenstichen sieht es folgendermaßen aus: im Jahr 2015 wurden 37 Fälle gemeldet, heuer bislang 28.

Dr. Krämer bezweifelt nicht, dass es in anderen Gebieten deutlich Borreliose- und FSME-Fälle als im letzten Jahr gibt, für den Landkreis Traunstein sieht er eine solche Steigerung jedoch nicht. Als erfreulich bezeichnete er es, dass in diesem Jahr noch keine schwerwiegenden Krankheitsverläufe im Landkreis Traunstein.

»Erwartbare Schwankung«

Die bayernweit gestiegene Zahl an Erkrankungen ist laut einer Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit dennoch als »erwartbare Schwankung im Verlauf der Meldejahre« einzuschätzen. 2013 beispielsweise habe die Zahl der Borreliose-Fälle im gleichen Zeitraum mit rund 3080 deutlich höher gelegen – obwohl die Meldepflicht in Bayern in jenem Jahr erst Anfang März eingeführt worden war. 2014 und 2015 lagen die Zahlen bei rund 1800.

Die Lyme-Borreliose ist die am häufigsten von Zecken übertragene Infektionskrankheit. Sie beginnt häufig mit der sogenannten Wanderröte – einem roten Ring, der sich in der Regel um den Zeckenstich herum bildet und immer größer wird. Die Wanderröte kann in vereinzelten Fällen aber auch an anderer Stelle als der des Zeckenstichs auftreten, bestätigte Dr. Krämer. Deshalb sollte man auf jedem Fall zum Arzt gehen, wenn man eine derartige Verfärbung feststellt. Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber – ebenso wie die Wanderröte unter Umständen auch erst Wochen nach dem Stich – sein. Unbehandelt kann die durch Borrelien verursachte Krankheit zu Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen führen. Borreliose kann mit Antibiotika behandelt werden.

2014 und 2015 gab es weniger Fälle

Zu den FSME-Fällen teilte das Gesundheits-Landesamt mit, dass es bayernweit in den Jahren 2005, 2011 und 2013 bis August jeweils eine ähnlich hohe Zahl gab wie in diesem Jahr. 2014 und 2015 hingegen wurden nur zwischen 70 und 80 Fälle registriert.

Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sind Viren. Die FSME ist eine fieberhafte Erkrankung unter Beteiligung der Hirnhäute. In besonders schweren Fällen kann es zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks kommen. Für die Behandlung gibt es keine Medikamente, man kann sich allerdings dagegen impfen lassen.

Laut Landesamt für Gesundheit haben mehrere klimatische und ökologische Faktoren Einfluss auf die Fallzahlen bei FSME und Borreliose. Dazu gehörten die Aktivität und der Lebenszyklus von Zecken, das Freizeitverhalten der Menschen und die Größe und Verteilung der Mäusepopulationen, die Wirtstiere von Zecken sind. m/dpa

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