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Ruhpolding. Die Trachtenwelt ist in Aufruhr: Die Musikgruppe »LaBrassBanda« wurde für das Rahmenprogramm beim Gautrachtenfest in Ruhpolding gebucht (wir berichteten). Stefan Dettl, der Frontmann der Band, forderte eine Reaktion der Trachtenverbandsspitze. Max Bertl, Landesvorstand des Bayerischen Trachtenverbands, äußerte sich jetzt gegenüber der Deutschen Presseagentur.


Er habe »LaBrassBanda« zwar noch nie gehört, trotzdem sei er der Meinung, dass die jungen Musiker und deren Auftritt nicht zum Gautrachtenfest in Ruhpolding gehörten. »Die jüngeren Trachtler sollen das hören«, so Bertl. »Aber die Musik passt nicht zu einem Gautrachtenfest.« Denn schließlich ist die Großveranstaltung, bei der mehrere Tausend Aktive und rund 15 000 Besucher erwartet werden, das wichtigste Ereignis des Verbandes im ganzen Jahr.

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Auf dem offiziellen Internetauftritt des Bayerischen Trachtenverbandes zeigt sich Max Bertl offen für Neues: »Laptop und Lederhose – auch wir benutzen die modernen Techniken und Medien als 'Fenster zur Welt' und zur Verständigung mit Gleichgesinnten und Interessierten«, schreibt er dort in seinem Grußwort. In Sachen »LaBrassBanda« scheint er eine andere Meinung zu haben.

Kein Verständnis für Bertls Äußerungen hat hingegen Sepp Obermeier vom »Bund Bairische Sprache«. Immerhin geht es bei den Mitgliedern von »LaBrassBanda« um professionelle Musiker, allesamt Musikhochschulabsolventen. Dettl selbst wirft den Trachtenoberen vor, die Musikgruppe zu verurteilen, »ohne unsere Musik überhaupt zu kennen, ohne zu wissen, wie sehr wir an unserer bayerischen Heimat hängen«.

»LaBrassBanda«, vor sieben Jahren gegründet, war beim deutschen Vorentscheid zum »Eurovision Song Contest 2013« angetreten. Damals belegten sie den zweiten Platz. Derzeit sind sie, die telefonisch bis Redaktionsschluss nicht zu erreichen waren, auf Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. kp