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Keine Ampel an der Durchgangsstraße

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Übersee – Keine Radwege, keine Radfahrerschutzstreifen und keine Radfahrer mehr auf dem Bürgersteig: Das sind die aktuellen Vorgaben der unteren Verkehrsbehörde bei der Sanierung der Feldwieser Straße. Um Querungshilfen wird noch gerungen. Verzichtet hat der Gemeinderat in der jüngsten Sitzung auf Ampelanlagen. Stattdessen hat das Gremium Zebrastreifen beantragt.


Wie Bürgermeister Marc Nitschke berichtete, hatte die untere Verkehrsbehörde in einem aktuellen Schreiben noch einmal die verkehrsrechtlichen Maßnahmen im Zuge der Erneuerung der Überseer Durchgangsstraße zusammengefasst. Danach reichen die Fahrbahnbreiten weder für Radwege noch für Schutzstreifen für Radfahrer auf der Fahrbahn aus. Auch auf dem Gehweg seien Radfahrer aus Haftungsgründen und wegen zu schmaler Wegbreiten nicht zulässig.

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Schwierig sei nach Auffassung der Verkehrsbehörde und der Polizeiinspektionen Traunstein und Grassau die Einrichtung von Querungshilfen, die die Gemeinde aber für unerlässlich hält. Verkehrsinseln ließen sich aus Platzgründen nicht realisieren, und Fußgängerüberwege würden auf überörtlichen Straßen und Bedarfsumleitungen der Autobahn generell als problematisch eingestuft.

Die Empfehlung der unteren Verkehrsbehörde zielte daher auf eine Ampelanlage für etwa 20 000 Euro auf Kosten der Gemeinde. Da eine Ampel nur bei mindestens 50 Querungen pro Stunde möglich ist, müsste zuvor noch eine Verkehrszählung für 1500 bis 2000 Euro durchgeführt werden.

Das sei laut Stefan Haneberg (ADfÜ) »mit Kanonen auf Spatzen geschossen«. Bürgermeister Nitschke war überzeugt, dass die geforderten 50 Querungen nicht zu schaffen sind. Anton Stefanutti (Die Grünen) wertete Ampeln wegen der langen Warte-Phasen generell als »Katastrophenproduzierungsanlagen«. Lediglich Marco Ehrenleitner (CSU) würde Ampeln einem »vermeintlich sicheren Zebrastreifen« bei Kindern vorziehen.

Kritik übte Wolfgang Hofmann (BP) an der Haltung der unteren Verkehrsbehörde: »Bei der Planung hatte man uns Querungshilfen in Aussicht gestellt, und jetzt deklariert man sie als aussichtslos.« Auch der Hinweis von Leo Segin (CSU) auf die neue Ampelanlage am Dorfhaus in Mietenkam ging in diese Richtung: »Dort gibt es mit Sicherheit keine 50 Querungen pro Stunde.«

Vehement für eine Entschleunigung der Straße sprach sich Maria Steinert (BP) aus: »Wir brauchen was für die Sicherheit der Kinder. Was, das sollen Fachleute entscheiden.«

Gegen die Stimme von Hofmann entschied sich das Gremium schließlich, auf eine Ampelanlage zu verzichten. Stattdessen sollen bei der unteren Verkehrsbehörde Zebrastreifen oder Ähnliches beantragt werden.

Einstimmig grünes Licht erhielt der Vorschlag für einen Umbau und eine Ergänzung der Straßenbeleuchtung an der Feldwieser Straße von rund 22 000 Euro im Zuge der Sanierungsmaßnahmen. Danach sollen die bisherigen Peitschenmasten erhalten bleiben und nur die Beleuchtungsköpfe modern umgerüstet werden. Ein kompletter Austausch hätte mindestens das Doppelte gekostet. bvd