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Kein Vergleich »in der Historie von Marquartstein«

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Mit ehrenden Worten und einem Bild von der neuen Marquartsteiner Brücke verabschiedete der dienstälteste Gemeinderat Ulrich von Ribaupierre (links) den Marquartsteiner Bürgermeister Andreas Dögerl. (Fotos: Giesen)
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Neun Gemeinderäte verabschiedete Bürgermeister Andreas Dögerl (Zweiter von rechts), drei von ihnen gehörten dem Gremium über mehrere Perioden an (von links): Norbert Memminger (18 Jahre), Ulrich von Ribaupierre (36 Jahre) und Günter Richter (30 Jahre).

Marquartstein. Zehn Mitglieder des bisherigen Gemeinderats, darunter Bürgermeister Andreas Dögerl, wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung verabschiedet. Als dienstältestes Mitglied des Gemeinderats nahm Ulrich von Ribaupierre die Danksagung an den bisherigen Bürgermeister vor. Der Bürgermeister wiederum verabschiedete neun Gemeinderäte, unter ihnen auch Ulrich von Ribaupierre.


Ribaupierre, der mit einer Unterbrechung 36 Jahre lang dem Gemeinderat angehörte und mit Marquartstein seit frühester Jugend eng verbunden ist, sprach hohes Lob an Bürgermeister Andreas Dögerl mit seiner Verwaltung, allen voran Verwaltungsleiter Florian Stephan aus. Was in den zwölf Jahren von Dögerls Amtszeit geleistet worden sei, »kennt in der Historie von Marquartstein keinen Vergleich«. Besonders hob von Ribaupierre die eigene Wasserversorgung und die Sanierung des Jagerbergls hervor, die wegweisenden Perspektiven für die zukünftige Entwicklung des Ortes, die zahlreichen Leistungen für Kultur, Vereine, Kindergärten, Soziales und Schulen sowie die Schaffung von Baugebieten für Einheimische und Gewerbe. Der Bürgermeister habe nicht nur die Leitung und Verantwortung für einen mittelständischen Betrieb mit zuletzt rund sieben Millionen Euro Jahreshaushalt und etwa 30 Mitarbeitern getragen, sondern Dögerl sei auch Vordenker und Ideengeber für Neuerungen gewesen.

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Es war keine leichte Entscheidung

In einer kurzen Rückschau auf die kommunalpolitischen Anfänge des Noch-Bürgermeisters erinnerte Ribaupierre an die Vorbereitung des Wahlkampfes 2002 und die Überlegungen, wen der CSU-Ortsverband gegen den bekannten Konkurrenten Franz Hell der Überparteilichen Wähler ins Rennen schicken konnte. Erstmals sollte der Bürgermeister für Marquartstein auch hauptamtlich fungieren, nicht mehr wie bis dahin ehrenamtlich. »Nach diversen schweren Überlegungen tratest du plötzlich auf den Plan mit dem Bekunden, 'wenn ihr mich zum Kandidaten macht, komme ich zu euch'«, erinnerte Ribaupierre. Für die Ortsgruppe sei es damals keine leichte Entscheidung gewesen, zumal Andreas Dögerl der Sohn des amtierenden SPD-Bürgermeisters Matthias Dögerl war. »Wir haben gewagt und gewonnen«, resümierte Ribaupierre.

Dögerl sei zwar ohne eigene Erfahrung gewesen, aber ausgerüstet mit Infos aus seinem Elternhaus, wo Gemeindepolitik immer ein Thema gewesen sei, »einer Portion Mut und Begeisterung«, sodass er die gute Tradition seiner Familie erfolgreich fortsetzen konnte. Er habe gerne und mit Engagement an Dögerls Seite gearbeitet und gekämpft, sagte Ribaupierre. Nicht immer seien beide einer Meinung gewesen, aber immer sei die Arbeit auf »das Gemeinwohl und die Zukunft unseres Dorfes« gerichtet gewesen. Der Erfolg bestätige Dögerl. Er habe viel für das Dorf bewegt, was auch die Zukunft zeigen werde. Als Geschenk überreichte Ribaupierre neben einem großen Geschenkkorb ein Aquarell, auf dem die neue Fuß- und Radwegbrücke über die Tiroler Achen zu sehen ist.

»Es war eine schöne Zeit«

In seinen Dankesworten bekannte Andreas Dögerl, dass es für ihn eine schöne Zeit als Bürgermeister gewesen sei, er freue sich aber jetzt auf eine neue Zeit, denn das Amt gehe doch »an die Substanz«. Er wünschte dem neuen Gemeinderat und dem neuen Bürgermeister Andreas Scheck alles Gute für ihre künftige Arbeit. Dögerl wird sein Mandat als mit den meisten Stimmen gewählter Gemeinderat nicht annehmen, wie er in einem Gespräch mit unserer Zeitung bestätigte. Die kommunalpolitische Arbeit sei für ihn beendet.

Die Verabschiedung der scheidenden Gemeinderäte nahm Dögerl selbst vor. Als dienstältesten Gemeinderat verabschiedete er Ulrich Freiherr von Ribaupierre, der von 1972 bis 1984 unter den Bürgermeistern Georg Mayer und Hans Daxer im Gemeinderat saß und dann wieder von 1990 bis 2014 unter Matthias Dögerl und Andreas Dögerl. Für die kommende Periode war er nicht mehr zur Wahl angetreten. Dögerl würdigte Ribaupierres langes und engagiertes Wirken für die Gemeinde, der die Tradition seiner Familie fortgesetzt habe, in der sowohl sein Vater als auch später seine Mutter als Gemeinderätin das Dorf stark geprägt hätten. Besonders Ribaupierres juristische Beratungen würden in Erinnerung bleiben.

Auf 30 »Dienstjahre« brachte es Günter Richter, der seit 1984 ununterbrochen dem Gemeinderat angehörte, 24 Jahre als Zweiter Bürgermeister. Für 18 Jahre im Gemeinderat dankte Dögerl Norbert Memminger, dessen Engagement nicht zuletzt jetzt die neuen Übungsräume für die Musikkapelle zu verdanken seien. Für sechs Jahre im Gemeinderat ehrte das Gemeindeoberhaupt mit Geschenken die scheidenden Räte Klaus Biersack, Hans-Peter Butz, Gabi Noichl und Christian Zuber, die für die Überparteilichen Wähler im Gemeinderat waren, sowie Caroline Egger und Kilian Pfohl von der Liste CSU/Freie Wähler. gi