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Kein Tourismusausschuss

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Unterwössen. Auf Konfrontationskurs gingen Sandra Sonntag, Thomas Sachenbacher und Markus Entfellner (alle FDP) sowie Thomas Beilhack (SPD) in der jüngsten Sitzung des Unterwössener Gemeinderats mit ihrem Antrag zur Berufung eines ordentlichen Tourismusausschusses.


Erst Ende Juni hatte sich das Gremium in Abwesenheit von Sonntag einstimmig in einer Grundsatzentscheidung auf die Organisationsstruktur eines Beirats festgelegt. Nach einer langen Diskussion wurde der gewünschte Ausschuss abgelehnt.

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Die Grundsatzentscheidung zielte auf einen breit aufgestellten Tourismusbeirat mit diversen sachkundigen Verantwortungsträgern. Dabei sollten alle touristischen Kräfte im Ort unter der Leitung des Bürgermeisters und der Tourist-Info sowie der Mitarbeit der Gemeinderäte, des Bauhofs, der Verwaltung und des Verkehrsvereins Oberwössen gebündelt werden.

Als zusätzliche Mitarbeiter sollten bei Bedarf Fachleute, zum Beispiel für die Themen Rad, Berge, Wasser mit »ins Boot« geholt werden. Nach Gesprächen mit den potenziellen Beiratsmitgliedern – so die damalige Planung – sollten diese Strukturen dann spätestens im November konkretisiert werden.

In ihrer Begründung für einen Tourismusausschuss qualifizierte Sonntag in der Sitzung die damalige Entscheidung für einen beschlussunfähigen Beirat als »unverbindlichen Aktionismus« ab. »Mit einem beschlussfähigen Ausschuss wollen wir stattdessen ein wirksames und effektives Gremium zusammen mit den Bürgern schaffen, das auch für Verbindlichkeiten sorgt.«

Nach den Vorstellungen der Antragsteller sollte der Ausschuss mit je sieben Gemeinderatsmitgliedern aus allen Fraktionen und sieben externen Fachleuten oder Bürgern paritätisch besetzt werden. Die Verlesung einer rechtlichen Stellungnahme von der Allgemeinen Kommunalaufsicht im Landratsamt Traunstein durch Geschäftsstellenleiter Thomas Müllinger nahm der Gemeinderätin dann aber den Wind aus den Segeln. Da Bürger nicht demokratisch gewählt sind, wäre eine Entscheidung mit ihrer Beteiligung unzulässig, ging aus dem Schreiben hervor.

Schließlich wurde die Diskussion von Hermann Minisini (CSU) und Dieter Stein (Oberwössener Wählergruppe) beendet. Für beide zählte nur, dass man künftig auf einer breiten Basis bestmögliche, touristische Entscheidungen für den Ort anstreben sollte – Beirat hin, Ausschuss her. bvd