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Kein Stein steht mehr auf dem anderen

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Die Verwüstungen, die Taifun »Bopha« hinterlassen hat, sind auch noch Wochen danach deutlich zu sehen. Über 900 Menschen starben, viele werden noch vermisst.

Bergen. Den 4. Dezember 2012 wird Merie Langeder-Höchner aus Bergen nicht mehr vergessen: Es war der Tag, an dem Taifun »Bopha« ihr Geburtsland zerstörte. Die 53-Jährige ist nämlich auf den Philippinen geboren. Ihre ganze Familie lebt noch auf der Insel Mindanao in der Provinz Davao Oriental in der Großraumgemeinde Baganga – und steht nun wie viele andere Einwohner vor dem Nichts. »Die Situation dort ist dramatisch«, erzählt Langeder-Höchner, die seit 1987 in Deutschland wohnt, verheiratet ist und drei Kinder hat.


Die gelernte Bürokauffrau, die nun als Raumpflegerin arbeitet, ist froh, dass sie nun wieder Kontakt zu ihrer Familie hat. Am Tag des Unglücks war das ganz anders: »Ich war bei der Arbeit, eine Verwandte aus Deutschland hat mich angerufen und gesagt, ich solle den Fernseher einschalten, denn meine Heimat sei zerstört«, schildert sie im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Danach musste sie bange Tage überstehen. Denn Merie Langeder-Höchner wusste lange nichts von ihrer Familie. »Das Telefon war tot.«

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Erst nach drei Tagen kam für die gebürtige Philippinin die Erlösung: Ihre Mutter meldete sich – die Familie habe den Taifun »Bopha« einigermaßen gut überstanden. Sie flüchteten aus ihrem Dorf in eine größere Stadt. Allerdings war eines der vielen Todesopfer die Frau ihres Bruders. »Sie wurde von einem Baum erschlagen«, erzählt Merie Langeder-Höchner bewegt.

Das ganze Hab und Gut der Familie wurde völlig zerstört. »Aber es ist ein Wunder, dass sie noch leben.« Der Mutter habe sie schon Geld für den Aufbau ihres Hauses geschickt, demnächst möchte sie gerne Kleidung in das Krisengebiet schicken. »Denn es lässt mir keine Ruhe, dass meine Heimat zerstört ist«, sagt sie. »Mein Bruder lebt nun in einem Zelt«, erzählt sie. Die Menschen haben aber auch noch mit anderen Problemen zu kämpfen. Momentan regne es sehr viel. »Das Wasser ist schmutzig, aber sie trinken es, viele Leute werden deshalb auch noch krank.« Sie habe viele Projekte, die sie gerne angehen möchte, um den Menschen dort zu helfen, sagt Merie Langeder-Höchner. »Doch alleine schaffe ich das nicht.«

Deshalb eröffnete sie nun ein Spendenkonto in Deutschland. Das Geld soll den Bewohnern ihres völlig zerstörten Dorfes zugute kommen. »Ich möchte damit Hütten bauen«, nennt sie ihr Ziel. Schon mit 1000 Euro könne sie dies bereits machen. »Oder aber ich kaufe kranken Leuten Medizin.« Das Geld möchte sie persönlich im Krisengebiet abliefern. Geplant ist, dass sie um Ostern in ihre Heimat fliegen wird.

Wer Merie Langeder-Höchner unterstützen möchte, der kann auf folgendes Konto spenden: Kreissparkasse Traunstein-Trostberg, Kontonummer 40 29 13 04, Bankleitzahl 710 520 50, Stichwort »Taifunopfer«. SB